Terrakotta-Krieger - Hamburg

Terrakotta-Krieger-Ausstellung geschlossen

Keiner der Terrakotta-Krieger zählt 2200 Jahre: "Im Vertrag wird niemals von Originalen gesprochen", erzählte der Organisator der Ausstellung, Yolna Grimm, gestern im art-Interview. Jetzt reagiert das Hamburger Museum für Völkerkunde auf den öffentlichen Druck – und schließt die Ausstellung.
Museum entschuldigt sich:Terrakotta-Krieger-Ausstellung geschlossen

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Nachdem die Ausstellerfirma „Center of Chinese Arts and Culture“ (CCAC) zugab, dass "in dem Vertrag, den wir mit dem Museum abgeschlossen haben, niemals von Originalen gesprochen wurde", wurde gestern abend die Hamburger Ausstellung „Macht im Tod – die Terrakotta-Armee des Ersten Kaisers von China“ geschlossen.

"Das Museum für Völkerkunde Hamburg bedauert es sehr, falschen Angaben aufgesessen zu sein und entschuldigt sich hierfür bei der Öffentlichkeit", schreibt das Museum in einer knappen Pressemitteilung. "Besucher, die in der Zeit vom 25. November bis 9. Dezember die Ausstellung besucht haben, können sich bei Vorlage der Eintrittskarte den Eintritt zurückerstatten lassen."

Damit beugt sich das Museum dem zunehmenden Druck der Medien und der Politik – und lässt die juristischen Konsequenzen von einem Anwalt prüfen. Der Rechtsstreit dreht sich nun um das Wörtchen "authentisch". Denn Organisator Yolna Grimm hatte lediglich "authentische Scherbenfiguren aus Originalmaterial" versprochen. Der Hamburger Museumsdirektor Wulf Köpke jedoch entgegnete: "Ich habe im Wörterbuch nachgeschlagen: echt, authentisch und original sind identische Wörter." (albi)

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