Gib mir fünf! - Tipps der Woche

Die fünf Tipps der Woche

Jede Woche stellen wir Ihnen Kunst-Höhepunkte vor, die Sie sich nicht entgehen lassen sollten. Diese Woche empfehlen die art-Autorinnen Lena Radtke und Sünje Todt spektakuläre Festnahmen im Ruhrgebiet, ungeschönte Milieustudien in Frankfurt und expressiven Fotoübermalungen.
Die Tipps der Woche:Die fünf Tipps der Woche

Arnulf Rainer: "Face-Farce", 1970 - 1975, Mischtechnik, Fotographie, 50 x 60 cm

Augsburg: Arnulf Rainer "Körpersprache"

Im Dezember des letzten Jahres wurde Arnulf Rainer 80 Jahre alt. Aus diesem Anlass zeigt der Kunstverein Augsburg einen Rückblick auf das Werk des bekannten österreichischen Künstlers.

Rainer wurde vor allem durch seine Foto- und Bildübermalungen bekannt. Unter Drogen, mit verbundenen Augen, mit bloßen Händen und Füßen malte er teils aggressiv, teils melancholisch wirkende Bilder. Seine expressiven Übermalungen von Selbstporträts und religiösen Bildern, wie beispielsweise Kreuzigungsszenen, riefen immer wieder Skandale hervor. Den Schwerpunkt der Schau im Kunstverein Augsburg bilden die Werkgruppen "Face Farces" und "Body Poses" aus den Jahren 1968 bis 1975, es sind aber auch neuere Bilder zu sehen. Die Ausstellung endet am 18. Juli.

Ruhrgebiet: "next 1"

Zur Ruhr 2010 werden im Rahmen des Kooperationsprojekt "next 1" an unterschiedlichen Orten im Ruhrgebiet Fotoarbeiten junger Künstler gezeigt. "next 1" sieht sich als neue Plattform für Fotografie und wird durch Institutionen wie die Folkwang-Universität und die Fachhochschule Dortmund unterstützt. Im Kunsthaus Essen ist bis zum 11. Juni unter anderem die Fotoserie "L.A. Crash" von Mirko Martin zu sehen. Der Künstler stellt Szenen aus dem urbanen Leben nach. Von Autounfällen bis zu spektakulären Festnahmen durch die Polizei, bei Martin gehen persönliche Eindrücke und Fiktion Hand in Hand. So stellt sich dem Betrachter die Frage nach dem Wahrheitsgehalt von Fotografie.

Düsseldorf: "Julian Schnabel. Polaroids"

"I am a painter." Dieser Ausspruch stammt von Julian Schnabel. Dass er auch anders kann, zeigt das NRW-Forum Kultur und Wirtschaft in Düsseldorf. Vom 30. Mai bis 11. Juli werden hier Polaroids des amerikanischen Allround-Talents ausgestellt. Ob in Schwarzweiß, Sepia oder in Farbe, die 100 zumeist unveröffentlichten Fotografien geben einen vielfältigen Einblick in Schnabels Leben und Arbeit als Künstler. Die übergroßen Polaroids fangen die kreative Atmosphäre seiner Ateliers in Brooklyn und Manhattan ein, aber ebenso den traurigen Anblick des mittlerweile etwas abgehalfterten Schauspieler Mickey Rourke. "It’s about life" sagt Schnabel und macht sich ausgestattet mit einer riesigen Polaroidkamera auf Rädern daran die Welt zu erobern.

Frankfurt: "Deutsche Börse Photography Prize 2010"

Auf den ersten Blick fällt auf: Die Arbeiten der vier Finalisten des "Deutsche Börse Photography Prize 2010", einer internationalen Auszeichnung für zeitgenössische Fotografie sind erschreckend, ehrlich, aufrüttelnd: zerbombte Straßen in Krisengebieten bei der diesjährigen Gewinnerin Sophie Ristelhueber. Die Amerikanerin Zoe Leonard bildet vom Verfall gezeichnete Ladenfassaden ab, während Anna Fox ungeschönte Milieustudien aus Großbritannien zeigt. Donovan Wylie thematisiert die Zeit nach dem Nordirlandkonfilkt durch deprimierende Ansichten des Maze-Gefängnisses. Wer sich von der Qualität dieser Arbeiten überzeugen möchte, hat dazu noch bis zum 25. Juli in den Räumen des Frankfurter Kunstvereins Gelegenheit.

Bregenz: Roni Horn "Well and Truly"

Das Kunsthaus Bregenz zeigt eine umfangreiche Werkschau der New Yorker Künstlerin Roni Horn. "Well and Truly", der Name der Ausstellung, ist sogleich auch Titel eines neuen Werkes von Horn. Es handelt sich um runde Skulpturen aus Glas, die je nach Verarbeitung eine andere Wirkung haben. Manche sehen leicht zu aus, andere wirken schwer, es gibt matte und spiegelnde Objekte. Auch in der Arbeit "You are the Weather" von 1994/95 setzt sich Horn mit Ähnlichkeiten und Unterschieden auseinander. Die Porträtserie besteht aus 100 scheinbar gleichen Bildern einer Frau im Wasser. Auf ihrem Gesicht spiegeln sich Wetter- und Lichtveränderungen wieder. Von den ursprünglich kleinformatigen Bildern hat Horn für die Ausstellung sechs ausgesucht und sie auf drei mal drei Meter vergrößert. Wie Werbetafeln sind sie entlang einer Straße in Bregenz montiert und den unterschiedlichen Tageszeiten und Wetterbedingungen ausgesetzt. Bis zum 4. Juli sind diese und weitere Arbeiten im Kunsthaus Bregenz zu sehen.