Gib mir fünf! - Tipps der Woche

Die fünf Tipps der Woche

Jede Woche stellen wir Ihnen Kunst-Höhepunkte vor, die Sie sich nicht entgehen lassen sollten. Diese Woche empfiehlt art-Autorin Andrea Graf blitzschnelle Wunder in Rolandseck, fremde Heimaten in Baden-Württemberg und virtuelle U-Bahnfahrten in Berlin.

Rolandseck: "Karl Otto Götz: In Erwartung blitzschneller Wunder"

Blitzschnelle malerische Wunder? Oft lassen sich Schnelligkeit und Malerei eher weniger miteinander in Verbindung bringen, bei Karl Otto Götz aber ist der Ausstellungstitel sein künstlerisches Leitmotiv. Die Geschwindigkeit des Malaktes spielt bei ihm die entscheidende Rolle, Spontaneität gilt als Erkennungsmerkmal der für ihn charakteristischen Formverläufe und Texturen, die laut Götz "bei langsamer, kontrollierter Malerei nicht gelungen wären". Sein Ziel ist die Befreiung vom klassischen Formprinzip, und dabei weiß er Automatismus und Kontrolle geschickt zu verbinden. Das seinem Freund Hans Arp gewidmete Museum in Rolandseck zeigt von 28. März bis 8. August in seinen frühen wie aktuellen Arbeiten das Potenzial seiner unerschöpflichen Abstraktionsmöglichkeiten.

Mannheim: "Fremde Heimat" in Baden-Württemberg

Unter dem Leitmotiv "Fremde Heimat" hat die Kunsthalle Mannheim in Zusammenarbeit mit dem Künstlerbund Baden-Württemberg regionale und überregionale Künstler aufgerufen, sich mit dem Thema der Heimat zu beschäftigen – gleichzeitig fungiert das Ausstellungshaus selbst als Heimatort für die Exponate. Der unterschiedlichen Auffassung von Heimat, ob als täglicher Lebensraum oder als Sehnsuchtsziel im Niemandsland gehen Künstler unterschiedlicher Herkunft, Traditionen und Generationen nach und laden von 28. März bis 20. Juni zum Dialog über Wurzeln und Identität ein. Unter den Werken finden sich unter anderem eine Expedition durch menschliche Eingeweide, eine Wanderung durch ein Dickicht von Krückstöcken sowie eine appellierende Vortragsperformance für ein heimatverbundeneres Themenspektrum in der Kunst.

Baden-Baden: Museum Frieder Burda "Die Bilder tun was mit mir"

Das Besondere an der aktuellen Ausstellung der Frieder-Burda-Sammlung ist, dass man nicht wie bisher nur thematisch konzipierten Einblick in die Sammlung erlangt, sondern dass völlig unterschiedliche Werke überraschend neu und kontrastreich zusammengestellt wurden. Gemälde, Skulpturen, Zeichnungen und Fotografien von Künstlern wie Picasso, Neo Rauch, Max Beckmann und Gerhard Richter sollen durch die skurrile Kombination die Emotionen der Besucher wecken. Kuratiert wird die Ausstellung von Frieder Burdas Stieftochter Patricia Kamp, die durch dieses neue Konzept die vielfältige Hingabe ihres Vaters zur Kunst widerspiegeln möchte. Der Ausstellungstitel "Die Bilder tun was mit mir" steht dabei für die Leidenschaft ihres Vaters und dessen intuitives Vorgehen beim Aufbau der Sammlung. Zu besuchen ist diese "Familienausstellung" von 25. März bis 20. Juni im Baden-Badener Museum Frieder Burda.

Frankfurt am Main: Zeitgenössische Kunst aus Sri Lanka

Sri Lanka – tropisches Ferienparadies, reiches Kulturerbe und leckere Kaffee- wie Teesorten. Der Inselstaat ist aber auch jahrzehntelanger Kriegsschauplatz mit einer wechselvollen Geschichte und unterschiedlichen Religionen. Kaum bekannt ist allerdings die engagierte und aktive Gegenwartskunst des Landes. Das Museum der Weltkulturen in Frankfurt am Main zeigt von 27. März bis 24. Oktober erstmals in Deutschland zeitgenössische Kunst sri-lankischer Künstlerinnen und Künstler. Sie beschäftigen sich in ihren Werken mit globalen Fragen wie der Verbindung von Politik und Religion, der Moderne in der Konsumgesellschaft und den zerstörerischen Folgen des Krieges. Es entsteht ein facettenreiches Bild der sri-lankischen Gesellschaft, und in den Gemälden, Fotografien und Skulpturen lassen sich künstlerische Traditionen, innovative Materialien und ein exotischer Farbenreichtum entdecken.

Berlin: William Anastasi ist Gewinner des John Cage Awards

Der John Cage Award wird alle zwei Jahre vergeben. Dieses Jahr ging er an William Anastasi, amerikanischer Konzeptkünstler und langer Weggefährte John Cages. Aus diesem Anlass widmet die Niels Borch Jensen-Galerie in Berlin dem Künstler eine Ausstellung seiner Installationen, Malereien und seines druckgrafischen Werks, das zum Teil eng mit Cage in Verbindung steht: Durch das tägliche gemeinsame Schachspiel ist nicht nur eine enge Freundschaft zwischen beiden entstanden, sondern zudem die seismografische Serie "Subway Drawings". Während der U-Bahnfahrten zu und von Cages Loft in New York ließ Anastasi den locker in der Hand gehaltenen Stift die Bewegungen der U-Bahn abbilden. Entstanden sind Netze aus feinen Strichen durch das Anfahren, unregelmäßige Schwankungen und das Bremsen des Zuges. "It’s not psychological, it’s physical", erklärt Anastasi. Die Galerie Jensen lädt Besucher noch bis 17. April zu virtuellen Bahnfahrten ein.