Gib mir fünf! - Tipps der Woche

Die fünf Tipps der Woche

Jede Woche stellen wir Ihnen Kunst-Höhepunkte vor, die Sie sich nicht entgehen lassen sollten. Diese Woche empfehlen die art-Autorinnen Sünje Todt und Lena Radtke zerbrechliches Glück in Erlangen, Urban Art in Berlin und abstrakte Landschaften in Krefeld.
Die Tipps der Woche:Die fünf Tipps der Woche

Alejandro Vidal: "One second burns for a billion years (still)", 2007, Videoprojektion, 7 min

Erlangen: "Glück happens..."

Was bedeutet Glück eigentlich? Diese Frage stellt sich die Schau "Glück happens" im Erlangener Kunstpalais. In der zweigeteilten Ausstellung werden die unterschiedlichen Facetten des Themas beleuchtet, denn Glück passiert eben...oder nicht.

Der Besucher bewegt sich zwischen diesen beiden Polen und wird dazu aufgefordert sich selbst ein Bild zu machen. Videos, Installationen oder Fotografien: Die Heterogenität der ausgestellten Arbeiten zeigt die Unmöglichkeit, Glück als etwas Eindimensionales zu betrachten. Die in Sarajevo geborene Künstlerin Sejla Kameric demonstriert die kurze Dauer und Zerbrechlichkeit dieses Guts in ihrer eigens für die Ausstellung angefertigten Videoarbeit mit dem passenden Titel "Glück", in der es um die Erfahrung des Krieges in ihrem Heimatland Bosnien geht. Das neu renovierte Palais Stutterheim zeigt diese und andere Arbeiten vom 3. Juni bis 25. Juli.

Krefeld: Jan Holthoff "still it shines"

In der Galerie Börgmann sind vom 30. Mai bis zum 8. Juli Landschaftsmalereien des Düsseldorfer Künstlers Jan Holthoff zu sehen. Die Naturdarstellungen in seinen Bildern entstehen aus übereinandergeschichteten Farbflächen. In diese abstrakten Landschaften fügt er figurative Elemente ein, wie beispielsweise Personen oder Gebäude. Als Ausgangspunkt dienen ihm Fotografien, die er auf Reisen macht. So stammen die Bildvorlangen für seine aktuellen Arbeiten von einem Trip durch den Westen der Vereinigten Staaten. Canyons, Highways und Motels sind auf ihnen zu sehen. An das Neonlicht der Casinowelt erinnern bunte, strahlenförmige Formen. In den Landschaften wirken sie teils fremd, was die rätselhafte Stimmung ausmacht, die typisch für Holthoffs Bilder ist.

Köln: Garry Winogrand "Public Relations"

Der amerikanische Fotograf Garry Winogrand war immerzu auf der Suche nach dem geeigneten Motiv. Rastlos, stets mit einer Kamera ausgestattet, flitzte er zwischen Wahlkampagnen, ausschweifenden Partys, Demonstrationen und Streiks hin und her, um "die zunehmende Hysterie einer Gesellschaft in den 1970er Jahren" in Bildern einzufangen. Seine Fotografien wirken wie Schnappschüsse, Winogrand wie ein stiller Beobachter. Im Mittelpunkt steht seine Heimatstadt New York und ihr pulsierendes Leben. Doch die Fotografiesucht kennt keine (Stadt)Grenzen, so dass auch auf Winogrands Reisen die Kamera zu einem ständigen Begleiter wurde. "Public Relations" heißt die Ausstellung in der Galerie Zander und damit wie die gleichnamige Serie des Fotografen, die ab 1969 entstand. Ausgewählte Arbeiten sind vom 3. Juni bis 25. Juli in der Kölner Galerie zu sehen.

Berlin: Undplus "Urban Gallery Store No 3"

Der "Urban Gallery Store" geht vom 29. Mai bis zum 26. Juni in die dritte Runde. Als Kombination von künstlerischer Plattform und Shop wurde er im August 2009 ins Leben gerufen. Arun Markus und Fabian Jahow, die Inhaber von "Undplus", einer Berliner Agentur für kreatives Marketing, haben das Projekt initiiert. In der Torstraße 66 in Berlin Mitte werden Kunst, Design, Accessoires und limitierte T-Shirt-Editionen zu sehen und zu kaufen sein. Zu den vertretenden Künstlern, die alle aus der Urban Art Szene kommen, zählen unter anderem Monja Gentschow, Marok, MyMo und Alex Flach. Die Eröffnung am Samstag wird mit Musik von Peter Lorenz (Church of Funk) und NOMAD gefeiert.

Hamburg: Jeremy Fish "The Road Less Traveled"

Die Galerie heliumcowboy artspace feiert ihren Umzug in die neuen Ausstellungsräume mit einer Schau über den Künstler Jeremy Fish. Dieser machte sich vor allem durch seine Designs für Skateboarddecks und Nike-Turnschuhe einen Namen, bevor er sich in jüngster Vergangenheit der bildenden Kunst zuwandte. Seine Einflüsse reichen von Pop über Vintage Cartoons bis hin zu skurrilen Fabelwesen, die zwischen Tier und Mensch changieren. Die Galerie, nahe des bekannten Hamburger Gängeviertels, zeigt die Arbeiten vom 29. Mai bis 25. Juni in der Ausstellung "The Road Less Traveled".