Gib mir fünf!

Die Tipps der Woche



DIE FÜNF TIPPS DER WOCHE

Unsere Serie "Gib mir fünf!" präsentiert Ihnen jede Woche fünf Kunst-Höhepunkte, die Sie sich nicht entgehen lassen sollten. art-Autorin Regine Ehleiter empfiehlt diese Woche ein spannendes soziales Experiment, Videokunstklassiker aus New York und skandinavische Nächte.
// REGINE EHLEITER

Stuttgart: "The Institute for Social Research and the Discovery of Art God"

Im Herbst 2007 nimmt Christian Jankowski, Professor für Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, zu einer Gastdozentur am California College of the Arts, neben leichter Garderobe auch gleich seine Klasse mit. In San Francisco teilen sich daraufhin 16 deutsche und neun amerikanische Kunststudenten für drei Monate ein Mietshaus in San Francisco am Pazifikstrand. Die künstlerischen Arbeiten, die bei dem sozialen Experiment unter dem Motto "Teach me how to be creative in a commune" entstanden sind, werden zusammen mit ortsspezifischen Installationen und Performances aus Stuttgart nun ab Samstag, 16. August, im Württembergischen Kunstverein am Stuttgarter Schlossplatz gezeigt.

Köln: "Michel Auder"

Der Videopionier der New Yorker Kunst- und Glamourszene kommt nach Köln! Am Freitag, 15. August, eröffnet in der European Kunsthalle am Ebertplatz eine Ausstellung mit frühen und neuen Videoarbeiten des Freundes und Weggefährten von Andy Warhol. Auder selbst wird von 14. bis 18. August in Köln sein und steht bei einem "Artist Talk" am Abend der Eröffnung dem Kurator Liutauras Psibilskis Rede und Antwort. Eine Woche lang werden abends in dem überdachten Pavillon am Ebertplatz in der Kölner Innenstadt Filmklassiker wie "Cleopatra" (1970) und "Chelsea Girls" (1971) vorgeführt, die Einblicke in das turbulente "Factory Life" der 1960er und 1970er Jahre in New York versprechen.

Esslingen: "Arbeiten mit der Sammlung Rolf Ricke"

Für knapp zwei Monate, von 17. August bis 5. Oktober, wird in der Villa Merkel ein Teil der Arbeiten aus der Sammlung Rolf Ricke gezeigt werden. Der bekannte Kölner Galerist ergänzt diese außerdem noch um Werke jüngerer Künstler, die nicht aus dem unmittelbaren Sammlungszusammenhang stammen. "Ich will zeigen", sagt Rolf Ricke, "dass Kunst eigentlich ganz einfach ist. Sie ist ablesbar. Worum es sich auch handelt - man kann ganz genau sehen, wie etwas gemacht ist, und das schätze ich an der Kunst." In der Ausstellung zu sehen sind Arbeiten von Richard Artschwager, Bill Bollinger, Garry Kuehn, Allan Mc Collum, Cady Noland, Steven Parrino, Jessica Stockholder, Günter Umberg, Banks Violette und vielen mehr.

Köln: "White Nights/White Knights"

Skandinavien – das sind romantische weiße Nächte, bei denen die Sonne oft gar nicht oder nur für kurze Zeit untergeht, ein Sozialstaatsmodell, das von vielen in Europa mit Anerkennung und ein bisschen Neid beäugt wird, und natürlich auch der renommierte Nobelpreis. Doch der Stifter Alfred Nobel verkörpert als Erfinder des Dynamits zugleich die andere Seite Skandinaviens: das der langen, dunklen Winter und des Reichtums durch Ölförderung. Kurator Andreas Schlaegel hat für diese Ausstellung acht Künstler aus Skandinavien eingeladen, die sich auf unterschiedlichen Wegen den Fragen nach kultureller Identität und Herkunft, dem Bruch zwischen Wahrnehmung und Wirklichkeit nähern. Die Ausstellung eröffnet am Freitag um 19 Uhr und ist bis zum 20. September in der Kölner Galerie Jones zu sehen.

Berlin: "Unterbrechungen"

Bei der 18. Ausstellung, die am 18. August um 18 Uhr in der Galerie 18m in Berlin eröffnet, geht es – was liegt näher? – um einen Künstler, für den Zahlenwerte eine ganz besondere Rolle spielen. Horst Bartnig entwickelt für seine Arbeiten ein strenges Regelwerk, bei dem er die maximale Zahl von Variationen aus einem festgelegten Farben- und Formenpool ermittelt, ohne dass dabei Wiederholungen auftauchen. Seine Malerei lebt also von den Unterbrechungen im Farbmuster, die das visuelle Raster aufmischen und beim Betrachten mitunter räumliche Illusionen bewirken. Beeinflusst wurde Bartnig in seinen Ideen von John Cage ("Pausen sind auch Musik"), dessen Werke Steffen Schleiermacher zum Anlass der Ausstellung in der Galerie 18m vortragen wird.

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