Peter Weiss - Kunstraub

400 Werke von Peter Weiss gestohlen

In Schweden sind rund 400 Gemälde und Zeichnungen des deutsch-schwedischen Künstlers und Schriftstellers Peter Weiss (1916 bis 1982) gestohlen worden.

Die Witwe Gunilla Palmstierna-Weiss entdeckte den Diebstahl als sie sich die Arbeiten gemeinsam mit einem Mitarbeiter des Stockholmer Auktionshauses Auktionsverk anschauen wollte, um einige für eine Versteigerung auszuwählen.

"Es handelt sich um alles, was Peter von der Wiege bis zum Grab gemacht hat: Kollagen, Zeichnungen und Gemälde", sagte Palmstierna-Weiss der Zeitung Dagens Nyheter. Sie meint, der Täter werde nicht den erhofften Erlös erzielen. Die Arbeiten haben vermutlich mehr biografischen als künstlerischen Wert.

Ein Teil von Weiss Arbeiten war vergangenes Jahr im Moderna Museet in Stockholm in der Ausstellung "10 Historier. svensk konst 1910–1945" (Zehn Geschichten. Schwedische Kunst 1910–1945) zu sehen.

Weiss war 1935 mit seiner Familie nach England geflohen und dann über Ungarn und die Schweiz nach Schweden emigriert, wo er 1939 ankam. Dort arbeitete er als Dramatiker und Autor, zu seinen bekanntesten Werken gehören "Abschied von den Eltern" sowie das Theaterstück "Die Verfolgung und Ermordung Jean Paul Marats, dargestellt durch die Schauspielgruppe des Hospizes zu Charenton unter Anleitung des Herrn de Sade".

Erst Ende Januar war in Karlsruhe Peter Weiss posthum veröffentlichtes Stück "Inferno" uraufgeführt worden.
Und 2006 konnte das Archiv der Akademie der Künste das seit 20 Jahren von ihr betreute Peter-Weiss-Archiv um bedeutende Stücke erweitern: Es erwarb neun unpublizierte Prosawerke mit Zeichnungen von Weiss aus den Jahren 1934–39, einen illustrierten Brief, den Weiss seinen Eltern Weihnachten 1938 vom Aufenthalt bei Hermann Hesse schrieb, sowie zwei Collagefolgen.

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