Documenta 13 - Carolyn Christov-Bakargiev

Christov-Bakargiev soll Documenta 13 leiten

Es gibt wohl keinen wichtigeren Job im Kunstbetrieb als die künstlerische Leitung der Documenta. Morgen wird die Documenta-Leitung offiziell bekanntgeben, wer der Nachfolger von Roger M. Buergel und Ruth Noack wird. Wie art aus gut unterrichteten Quellen erfuhr: Carolyn Christov-Bakargiev, Direktorin des Turiner Castello di Rivoli, gilt als Favoritin.
Wer wird der nächste Documenta-Leiter?:Christov-Bakargiev gilt als Favoritin

Carolyn Christov-Bakargiev

Die Documenta 13 im Jahr 2012 wird voraussichtlich von Carolyn Christov-Bakargiev, seit 2002 Chefkuratorin am Castello di Rivoli in Turin, geleitet. Das war aus gut unterrichteten Quellen aus dem Umfeld der Documenta zu erfahren. Documenta-Geschäftsführer Bernd Leifeld mochte sich zu diesem Thema noch nicht äußern. "Morgen früh um 9 Uhr tritt der Aufsichtsrat zusammen und wird die Entscheidung der Findungskommission zur Kenntnis nehmen – und um 12 Uhr gibt es die Pressekonferenz. Das ist das Verfahren und ich schütze dieses Verfahren." Er sei ein "Kämpfer für die Sauberkeit des Verfahrens, und ich wünsche der künstlerischen Leitung der Documenta 13 einen sauberen Start – damit wir uns alle wieder inhaltlich auf die Kunst stürzen können und es nicht diese Trainerwechselskandale wie in der Bundesliga gibt".

Christov-Bakargiev leitete 2008 die Sydney-Biennale

Carolyn Christov-Bakargiev, die in diesem Jahr die Sydney-Biennale geleitet hat, wurde gestern in der Presse als eine von fünf Aspiranten gehandelt: Außer der US-Amerikanerin wurden auch noch Massimiliano Gioni, New Museum New York, die Brasilianerin Lisette Lagnado, Chefkuratorin der 27. Biennale von São Paulo, Douglas Fogle, Kurator für Gegenwartskunst am Carnegie Museum of Art in Pittsburgh, und Catherine Zegher, Direktorin für Ausstellungen und Publikationen der Toronto Art Gallery of Ontario genannt.

Christov-Bakargiev, 51, hat sich als unabhängige Ausstellungskuratorin einen Namen gemacht. Sie organisierte unter anderem für die Venedig-Biennale 1993 eine Hommage an John Cage, im selben Jahr gehörte sie zur künstlerischen Leitung der Kulturhauptstadt Antwerpen. 1997 organisierte sie eine an mehreren Orten in Rom stattfindende Schau mit dem Titel "Citta-Natura" (Stadt-Natur). Gemeinsam mit Laurence Bossé und Hans Ulrich Obrist kuratierte sie die Ausstellungsserie "La Ville, le Jardin, la Memoire" (1998 bis 2000) in der Villa Medici in Rom, an der sich unter anderem Janett Cardiff, Olafur Eliasson und Cai Guo Qiang beteiligten. Für das Castello die Rivoli richtete sie unter anderem 2004 eine Ausstellung mit William Kentridige aus, die auch vom K20 in Düsseldorf übernommen wurde, und Soloschauen von Pierre Huyghe und Franz Kline.

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