Gib mir Fünf!

Die Tipps der Woche



DIE FÜNF TIPPS DER WOCHE

Unsere Serie "Gib mir fünf!" präsentiert Ihnen jede Woche fünf Kunst-Höhepunkte, die Sie sich nicht entgehen lassen sollten. art-Redakteur Alain Bieber empfiehlt diese Woche leere Gläser, eine volle Scheune und einen blinden Hitler.
// ALAIN BIEBER

Kunsthalle Erfurt: Peter Dreher – Tag um Tag guter Tag
Peter Dreher malt 50 bis 99 Bilder pro Jahr – und immer das gleiche Motiv: ein leeres Wasserglas auf weißer Tischfläche vor weißem Hintergrund. Im Jahr 1972 malte der langjährige Dozent der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe und heute bei Freiburg lebende Künstler sein Glas als kleines Gemälde zum ersten Mal, seitdem ließ ihn das Motiv nicht mehr los. "Drehers Malerpraxis handelt immer von unendlichen Wiederholungen und Variationen einiger weniger Themen. Sein Hauptinteresse gilt dem täglichen Malen eines Wasserglases, welches Vorgehen die Vielfalt im Vertrauten deutlich macht", meinte Kurator Hans-Ulrich Obrist. Die Kunsthalle Erfurt präsentiert den faszinierenden Glas-Zyklus "Tag um Tag guter Tag" vom 10. August bis 14. September.

Arte: "Bird's Nest – Herzog & de Meuron in China"
Der Film "Bird’s Nest" von Christoph Schaub und Michael Schindhelm verfolgt die Projekte der Basler Architekten Jacques Herzog und Pierre de Meuron in China – und dokumentiert die Arbeit an einer der faszinierendsten Baustellen der Welt: dem "National Stadium" für die Olympischen Sommerspiele in Peking. Die Filmemacher haben die Architekten mehrmals nach Peking begleitet, in ihrem Basler Hauptquartier besucht und mit Vermittlern und Diskussionspartnern wie dem Chinaexperten und Kunstsammler Uli Sigg und dem Documenta-Star Ai Weiwei darüber gesprochen, was es heißt, in einem Riesenland, das einen ungeheuren wirtschaftlichen Aufbruch erlebt, als Westler ein solches Projekt zu realisieren. Diesen Streifzug durch das Reich der Mitte zeigt Arte in Erstausstrahlung am 11. August, um 0.15 Uhr und am Montag, den 18. August, um 10 Uhr.

Museum Ludwig Köln: "Hitler blind und Stalin lahm. Marinus und Heartfield – Politische Fotomontagen der 1930er Jahre"
Ein surrealistischer Augenschmaus: Erstmals sind sämtlich erhaltene Originale des über Jahrzehnte vergessenen Künstlers Marinus (bürgerlich Jacob Kjeldgaard, 1884 bis 1964) im Kölner Museum Ludwig zu sehen. Marinus gehörte zusammen mit dem legendären Dada-Monteur John Heartfield (1891 bis 1968) zu den großen Polit-Provokateuren. Marinus, Redakteur der französischen Zeitschrift "Marianne", die 1932 bis 1940 erschien, karikierte mit seinen politischen Collagen und Montagen die nationalsozialistische Politik und mächtige Staatsmänner der westlichen Welt. Ab dem 9. August im Kölner Museum Ludwig.

Kunstscheune Barnstorf: MARFA
Ein Geheimtipp inmitten einer blühenden Landschaft: In einer vor dem Verfall geretteten und traditionsbewusst wiederhergestellten Scheune in Barnstorf im Ostseebad Wustrow finden wechselnde Ausstellungen und Konzerte (am 10. August stehen Chansons von Barbara Thalheim und Jean Pacalet auf dem Programm) statt. Die aktuelle Ausstellung präsentiert Malerei, Zeichnungen und Skulpturen der Künstlergruppe MARFA. Hinter dem Kürzel verbirgt sich das Mecklenburger Trio Malte Brekenfeld, Susanne Rast und Dirk Wunderlich, die seit 2005 gemeinsam an verschiedenen Kunst- und Ausstellungsprojekten arbeiten. Die Ausstellung läuft noch bis zum 12. Oktober.

Kunsthalle Düsseldorf: Parkhaus
Anlässlich seines 10-jährigen Bestehens präsentiert der freie Ausstellungsraum Parkhaus in der Kunsthalle Düsseldorf vom 10. August bis 21. September 2008 eine umfangreiche Jubiläumsausstellung. Die beiden Betreiber, Karl Heinz Rummeny und Jost Wischnewski, haben insgesamt 42 Künstler ausgewählt. Neben Arbeiten, die bereits im Parkhaus zu sehen waren, wie die großformatigen Siebdrucke von Katharina Fritsch oder Skulpturen von Sven t'Jolle, entstehen vor Ort auch neue Arbeiten von Seb Koberstädt, Stefan Demary oder Michael Sailstorfer. Außerdem gibt es Kurzfilme und Videokunst von Ellen Cantor und Corinna Schnitt, Dokumentationen über Gilbert & George und eine Performance von Kenzo Onoda.

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