Gib mir fünf! - Tipps der Woche

Die fünf Tipps der Woche

Jede Woche stellen wir Ihnen Kunst-Höhepunkte vor, die Sie sich nicht entgehen lassen sollten. Diese Woche empfiehlt art-Autorin Lena Radtke Rudolf Steiner in Wolfsburg, Screendancing in Berlin und Kunst Jetzt! bei ARTE.
Die Tipps der Woche:Rudolf Steiner in Wolfsburg und Screendancing in Berlin

Tony Cragg: "Red Figure", 2009, Holz, 233 x 215 60 cm

Wolfsburg: "Rudolf Steiner"

Vielen Menschen ist nicht bekannt, dass der einflussreiche und umstrittene Reformer und Vater der Waldorf-Pädagogik, Rudolf Steiner, sich auch als Künstler versuchte. Das Kunstmuseum Wolfsburg widmet sich bis zum 3. Oktober erstmals in einer zweigeteilten Ausstellung dem künstlerischen Schaffen Steiners.

Die erste Ausstellung "Rudolf Steiner und die Kunst der Gegenwart" stellt die Werke zeitgenössischer Künstler wie Tony Cragg oder Olafur Eliasson dem Werk Steiners gegenüber. Der zweite Teil: "Rudolf Steiner – Die Alchemie des Alltags" behandelt sein künstlerisches Wirken, welches im Bezug zu dem seiner Zeitgenossen gesetzt wird. So beschäftigten sich berühmte Künstler wie Wassily Kandinsky oder Piet Mondrian mit den Ideen des Anthroposophen, der eine Verbindung von Kunst und Leben anstrebte. Joseph Beuys "soziale Plastik" bezieht sich unmittelbar auf diesen Reformgedanken Steiners. Höhepunkt der Ausstellung ist ein Modell des Goetheanums. Steiner setzt hier das Material Beton in einer bis dato singulären Weise skulptural ein.

Dortmund: "Agents Provocateurs"

Die Schau "Agents Provocateurs" im Dortmunder HMKV präsentiert bis zum 18. Juli mehr als 30 internationale Künstler, darunter: Zbiginiew Libera, Ion Grigorescu und Pomaranczowa Alternatywa (Orange Alternative). Im Fokus stehen dabei Arbeiten, die sich mit der politischen Realität in den ehemaligen Ostblockländern auseinandersetzen. So verweist Libera in "Verrückt" von 1984/2009 mit scheinbar wahllos aneinandergereihten Phrasen auf das gesellschaftspolitische Vokabular der achtziger Jahre in Polen und geht damit auf von der Polizei entfernten Schriften ein. Die polnische Gruppe Pomaranczowa Alternatywa brachten in den achtziger Jahren ihren Protest durch das Tragen von Zwergenmützen auf Massendemonstrationen und das Malen von Zwergen auf Wände zum Ausdruck. So wurden im damaligen Polen politisch motivierte Schriften von den Polizei durch weiße Farbe übertüncht. Die Ausstellung zeigt eine Auswahl von Fotografien, die diesen Protest dokumentiert.

Berlin: "Screendancing"

Berlin ist die Welthauptstadt der Clubkultur. Elektronische Musik ein Teil von ihr. Davon ausgehend entwickelten Videokünstler, Clubbetreiber und Technolabels Ende der neunziger Jahre eine charakteristische Form von "Club Visuals". Einfach ausgedrückt, schufen sie Bilder, die sich direkt auf die Musik bezogen. Der Medienkünstler und Betreiber von Elektro Music Department, Daniel Pflumm, zeigt in einer seiner Arbeiten schnell aneinandergereihte Nachrichtenbilder mit verschiedenen Tagesschau-Sprechern. Der Videokünstler Jörg X. Franzmann, der unter anderem Club Visuals für die Panoramabar und das Watergate in Berlin produziert hat, zeigt sich bewegende psychedelisch anmutende Muster eines Teppichs. Begleitet von Liveauftritten sind diese und andere Arbeiten noch bis zum 3. Juni im .HBC zu sehen.

ARTE Kunst Jetzt!

Die Erweiterung des Centre Pompidou auf den Osten Frankreichs in die Stadt Metz, nimmt der deutsch-französische Sender ARTE zum Anlass sich einen ganzen Tag mit dem Thema "Kunst" zu beschäftigen. Am 15. Mai von 10 Uhr morgens bis spät in die Nacht geht der Sender auf Tuchfüllung mit der Kunst. In der preisgekrönten Dokumentationsreihe "Art Safari" porträtiert der Regisseur Ben Lewis den Künstler Maurizio Cattelan, der besonders durch seine fotorealistische Wachsskulptur des von einem Meteoriten getroffenen Papstes für Aufsehen gesorgt hat. Die ebenfalls von Lewis stammende 90-minütige Dokumentation "Die Millionenblase – Zerplatzte Träume am Kunstmarkt" thematisiert die Folgen der Wirtschaftskrise auf den Kunstmarkt.

München: "Reynolds Reynolds"

Mit den mannigfaltigen Aspekten der menschlichen Existenz beschäftigt sich der amerikanische Videokünstler Reynolds Reynolds. Im Zentrum stehen dabei einsame Menschen, die isoliert in ihren vier Wänden ein freudloses Dasein fristen. Gefangen in der täglichen Routine, nehmen sie ihre Umwelt nicht mehr wahr. Ein im Zeitraffer verwesender Kühlschrank oder ein surreales Apartment in der runden Form einer Uhr veranschaulichen das Gefühl der dahinrasenden Zeit.
Die Münchner Galerie Zink zeigt noch bis zum 19. Juni die Filme "Six Apartments" (2007) und "Secret Life" (2008) in ihrer Schau "Reynolds Reynolds".