Gib mir fünf! - Tipps der Woche

Die fünf Tipps der Woche

Jede Woche stellen wir Ihnen Kunst-Höhepunkte vor, die Sie sich nicht entgehen lassen sollten. Diese Woche empfehlen die art-Autorinnen Sünje Todt und Lena Radtke zeitgenössische Fotografie in Hamburg, Happenings in Leverkusen und das Debüt der Triennale in Linz.
Die Tipps der Woche:Die fünf Tipps der Woche

Guenther Schwering: "Holy Water", 2010

Hamburg: klubfoto "unterwegs"

Mit dem Motto "von Fotografen für Fotografen", wurde klubfoto 2001 als Plattform für zeitgenössische Fotografie gegründet. Im Rahmen von wechselnden Ausstellung bietet sich Künstlern die Gelegenheit, ihre Arbeiten zu präsentieren.

Vom 6. bis 27. Juni geht es auf dem Museumsschiff Cap San Diego in die achte Runde: alles dreht sich um das Thema "unterwegs" - Unterwegs in exotische Länder oder zum nächsten Kiosk, nach Allermöhe oder Kalifornien, im Auto oder zu Fuß. Dazu begleitend erscheint ein Magazin mit Fotoarbeiten und begleitenden Texten. Als Besonderheit wird die Cap San Diego am 5. Juni, dem Tag der Ausstellungseröffnung, den Anker lichten. Das macht sie eigentlich nur einmal im Jahr.

Oldenburg: "MyWar – Partizipation in Kriegszeiten"

"Wie werden Kriege mittels heutiger Medien erlebt?" fragt die Ausstellung "MyWar" im Edith-Ruß-Haus für Medienkunst in Oldenburg. Der veränderte Informationsaustausch und die moralischen Konsequenzen werden von insgesamt zwölf vertretenden Künstlern thematisiert. Hierbei gliedert sich die Schau in zwei Gruppen: Zum einen sind sehr subjektive Arbeiten mit persönlichen Berichten und Erlebnisschilderungen zu sehen, zum anderen wird die Bedeutung neuer Webtechnologien für Kriege aufgezeigt, beispielsweise anhand der dokumentarischen Macht von YouTube. Die Arbeiten von Phil Collins, Harun Farocki, Oliver Laric und anderen sind vom 10. Juni bis zum 29. August zu sehen.

Linz: "Triennale 1.0"

Auf einem Platz in Linz stapeln sich Hochseecontainer zu einem Triumphbogen als Zeichen der neu etablierten Triennale. Linz möchte hoch hinaus, es den vielen Biennalen der Welt gleichtun und sich als Kulturstadt präsentieren. Der von Ursula Hübner konzipierte "Triumphbogen der Kunst" steht dafür: Zusammengetan haben sich die Landesgalerie, das Lentos Kunstmuseum und das OK Offenes Kulturhaus Oberösterreich. Bis zum 26. September sind hier mehr als 100 österreichische Gegenwartskünstler zu sehen, darunter Sabine Jelinek, Timotheus Tomicek und Nika Kupyrova. Daneben finden Performances statt wie "bodies in urban space" von Willi Dorner. An historischen Orten, in U-Bahn-Schächten oder hinter Treppengeländer gequetscht werden Körper hier zu spontanen Skulpturen in der Stadt.

Leverkusen: "Das Theater ist auf der Straße – Die Happenings von Wolf Vostell"

Das Museum Morsbroich in Leverkusen zeigt vom 6. Juni bis zum 15. August eine umfangreiche Werkschau des Künstlers Wolf Vostell. Zu sehen sind Environments, Skizzen, Entwürfe sowie Bild- und Textdokumente. Vostell (1932 bis 1998) ist vor allen Dingen für seine Happenings bekannt. In seinen Aktionen bezog er die Betrachter mit in die Kunst ein. Viele davon führte er auf der Straße auf und konfrontierte die Passanten mit sozial- kultur- und medienkritischen Fragestellungen. Vostell sagte über seine Arbeit: "Duchamp hat das Objekt zur Kunst erklärt, ich habe das Leben selbst zur Kunst erklärt."

Zürich: "Adrian Paci"

Es geht um Liebe und Sehnsucht, um gesellschaftliche Umbrüche und das Umgehen mit diesen. Adrian Paci interessiert sich für die wesentlichen Dinge des Lebens. Das Kunsthaus Zürich widmet sich in einer ersten Museumsausstellung dem künstlerischen Schaffen des Albaners, der für den diesjährigen Artes Mundi Prize nominiert ist. Zu sehen ist unter anderem Pacis neueste Videoarbeit "Electric Blue". Benannt nach einer jugoslawischen Erotikserie, versucht ein Mann vor dem Hintergrund eines sich im politischen Chaos der neunziger Jahre befindenden Albaniens, die Existenz seiner Familie zu sichern. Sein malerisches Talent demonstriert der Künstler in seiner Arbeit "Secondo Pasolini" von 2009. Vorbild ist der Film "I racconti di Canterbury" von Paolo Pasolini, aus dem Paci einzelne Frames löste und abmalte. Diese und andere, vornehmlich Videoarbeiten, werden vom 4. Juni bis 22. August in Zürich gezeigt.