Matthias Mühling - Lenbachhaus

Neuer Direktor

Matthias Mühling übernimmt die Leitung der Städtischen Galerie im Lenbachhaus.
Neuer Leiter:In der Städtischen Galerie München

MATTHIAS MÜHLING (Kurator) bei der Pressekonferenz zu KRAFTWERK. 3-D VIDEO-INSTALLATION im Lenbachhaus Kunstbau, München 13.10.2011

Matthias Mühling wird neuer Leiter des Lenbachhauses. Die Entscheidung wurde heute vom Kulturreferat der Stadt München bekannt gegeben. Die Fraktionen des Stadtrates hätten sich einhellig für Mühling ausgesprochen, sagte die Pressesprecherin des Münchner Kulturreferats, Jennifer Becker, am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa. Der 1968 geborene Kunsthistoriker, der bereits seit 2005 als Sammlungsleiter und Kurator für Gegenwartskunst am Lenbachhaus beschäftigt ist, galt bereits als Favorit für die Nachfolge von Direktor Helmut Friedel. „Ich freue mich sehr über die Entscheidung“, sagte Mühling: „Aber erst einmal steht nach der Generalsanierung die Neueröffnung des Lenbachhauses im Mai 2013 auf dem Programm, an der wir mit Hochdruck arbeiten.“ Mühling lehrt auch an der Akademie der Bildenden Künste und an der Ludwig-Maximilians-Universität in München.

Die frühere Villa des Malers Franz von Lenbach beherbergt eine der größten Sammlungen von Werken der Künstlergruppe Blauer Reiter mit Bildern von Paul Klee, Wassily Kandinsky oder Franz Marc. Nach einer Renovierung soll das Haus im Mai 2013 wiedereröffnet werden. Anfang der neunziger Jahre entstand der unterirdische Kunstbau, eine moderne Ausstellungshalle im Zwischengeschoss des U-Bahnhofes Königsplatz.

Jetzt wird der Neue auch Herr über die weltberühmte Blauer-Reiter-Sammlung, die in den vergangenen Jahren einiges mitgemacht hat. Seitdem das Münchner Kunstmuseum seine Tore im Jahr 2009 für die Umbauarbeiten schloss, sind die Werke der Künstlergruppe um Wassily Kandinsky und Franz Marc um die Welt gereist. Ausgerechnet während der Fukushima-Katastrophe waren sie in Japan; den 100. Geburtstag der Künstlergruppe verbrachten die weltberühmten Werke fernab der Heimat.

Spätestens am 8. Mai 2013 soll die Rastlosigkeit ein Ende haben. Dann wird die Städtische Galerie im Lenbachhaus für das Publikum wiedereröffnet, einen Tag vorher soll es eine große Eröffnungsfeier mit Prominenz und Politik geben. Die Arbeiten an der Künstlervilla Franz von Lenbachs aus dem 19. Jahrhundert stehen derzeit kurz vor dem Abschluss. Seit Frühjahr 2009 wird das Museum am Münchner Königsplatz renoviert, rund 56 Millionen Euro stellte die Stadt für den Umbau bereit.

Das Lenbachhaus will den architektonischen Neustart auch mit einem inhaltlichen verknüpfen, wie der scheidende Chef Friedel bereits angekündigt hat. Ein starrer Rundgang soll aufgebrochen werden, Besucher sollen "Sammlungsgebiete direkt ansteuern" können. "Im neu gestalteten und erweiterten Lenbachhaus sowie im Kunstbau bieten sich herausragende Möglichkeiten sinnlicher Kunsterlebnisse", sagte sein designierter Nachfolger Mühling.

Wenn alles gut geht, könnte zum Neustart auch ein Dauerstreit, der das Haus seit Jahrzehnten belastet, ein Ende gefunden haben. Am 24. April treffen sich Vertreter der Stadt München und die Anwälte einer Erbengemeinschaft vor Gericht, um über Paul Klees "Sumpflegende" zu verhandeln. Die Erben der Kunstsammlerin Sophie Lissitzky-Küppers fordern das Bild von der Stadt München zurück und haben eine Klage auf Herausgabe eingereicht. Das Bild wurde einst von den Nazis beschlagnahmt, in der Propaganda-Schau "Entartete Kunst" gezeigt und 1941 an einen Nazi-Kunsthändler verkauft. 1962 versteigerte ein Kölner Auktionshaus das Gemälde.

Die Stadt München und die Gabriele Münter- und Johannes Eicher-Stiftung kauften das Ölbild 1982 für die Galerie im Lenbachhaus. Just am Mittwoch, als der Stadtrat Mühling zum neuen Museumschef kürte, erklärte das Landgericht München die Klage für zulässig - und empfahl den streitenden Parteien einen Vergleich. Richterin Inga Hansen sagte: "Man möge versuchen, eine gütliche Einigung zu finden" und fügte hinzu: "Das wäre ein schönes Ergebnis."

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