25/7 - Bookmarks

Rambazamba in Berlin

Die weltbekanntesten DJs legten hier auf und Bonaparte sangen "Anti Anti" bis der letzte vor und auf der Bühne feierwütig zu toben begann. In unserer Serie Bookmarks präsentieren wir alle wichtigen Fakten zu Carolin Saages coolem Bildband über die "Bar 25", den einstmals angesagtesten Club Berlins.
Rambazamba:Bildband über den legendärsten Club Berlins

Carolin Saage: Ohne Titel, aus dem Bildband "25/7"

Was ist drin?

Eine Fotoreportage aus den sieben Jahren von Berlins legendärem Club "Bar 25", in dem direkt am Spreeufer exzessiv gefeiert wurde. Wegen seiner strengen Türsteher, den langen Partys, unzähligen Konfettikanonen und dem angeschlossenen Restaurant war die "Bar 25" lange Zeit der wohl angesagteste Club der Hauptstadt.

Was ist die These?

Was Stephen Shore für Andy Warhols Factory war, Nan Goldin für das New York der achtziger Jahre und Wolfgang Tillmans für das London der neunziger, das ist Carolin Saage für die "Bar 25" und Berlin im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts: die Dokumentarin eines Epoche machenden Orts der Subkultur.

Die schönste Seite?

Das Cover – Konfetti und müdegefeierte Partygesichter sind eben die zentrale Botschaft der "Bar 25".

Die Autorin:

Sie war 26, als sie von den Machern der "Bar 25" als einzige den Freibrief erhielt zu fotografieren. Mit einem 50-Millimeter-Objektiv hielt sie sieben Jahre lang das Leben in der "Bar 25" fest.

Das Zitat:

"Wie immer man diese Zeit [2003-2010] beurteilen mag: Die Serie '25/7' wird im Nachgang auch als ein Symbol gewertet werden für eine zunehmende Akzeptanz von Ausschweifung überhaupt – so lange zumindest, bis die Abrissbirne kommt." Nadine Barth im Nachwort

Wer braucht das?

Alle, die es nie am Türsteher vorbeigeschafft haben, oder die schon nach Hause gegangen sind, wenn die harten Sachen auf den Tisch kamen. Und für alle Eltern, die wissen wollen, was ihre Kinder da so getrieben haben.

Das gefällt:

Man ist mittendrin in Ekstase, Rausch und Absturz.

Das ätzt der Kritiker:

"Mir ist das alles zu naiv"

Coffee-table-Faktor (von 1 "Vorsicht Taschenbuch!" bis 5 "Sumo: So groß wie Helmut Newtons dickste Bände"):

4+ Von der Ausstattung her nicht wahnsinnig edel, aber cooler dürfte dieses Jahr kein Buch mehr sein.

Gewicht:

800 Gramm

25/7 – Whoever can remember, was not there

Autor: Carolin Saage;
Verlag: seltmann+söhne, Lüdenscheid, Berlin;
1. Auflage;
Erscheinungstermin: 1. August 2013;
Umfang: 208 Seiten, Softcover, 200 Abbildungen;
Kaufpreis: 39,90 Euro

Eine Ausstellung mit Aufnahmen aus dem Band ist noch bis zum 31. August bei Contributed in Berlin zu sehen. Am letzten Ausstellungstag findet außerdem von 14 bis 16 Uhr ein Booksigning statt. Strausberger Platz 16, 10243 Berlin.


http://www.seltmannundsoehne.de/de/buecher/ansehen/116

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