Party-Marathon - Art Basel Miami Beach

Party Central

Die Art Basel Miami Beach zeigt, warum ihre Partys legendär sind: tanzende Galeristen, endlose Schlangen und Location-Suche über Twitter.
Partysuche mit Twitter:die Eröffnungspartys der Art Basel Miam Beach

Das Barbeque am Strand wurde ausgerichtet von Art.sy-Gründer Carter Cleveland, Larry Gagosian, Wendi Murdoch, Investor Peter Thiel und Stifterin Dasha Zhukova

Die Party der Woche gehörte Larry Gagosian, der natürlich nicht einmal persönlich erschienen war.

Gemeinsam mit dem Modehaus Chanel, der Kunst-Site art.sy, Dasha Zhukova und Wendi Murdoch hatte der Galerist in ein Zelt am Strand des SoHo Beach House geladen. Während die Söhne von Sammler Peter Brant und Stephanie Seymour ihrem Party-Boy-Image gerecht wurden und wie zwei überdrehte Diven für die Fotografen die Hüften schwangen, setzte sich Demi Moore ihre schwarze Brille auf, um SMS zu verschicken. Wahrscheinlich ihrem neuen Boyfriend Vito Schnabel, Sohn von Julian Schnabel.

Lenny Kravitz drängte sich mit Künstlerin Mickalene Thomas in den mit ein paar Sofas ausgestatteten VIP-Bereich. Galerist Marc Glimscher tanzte ausgelassen. Und als Klaus Biesenbach mit Diana Widmaier-Picasso am Arm und Gagosians gewaltiger Dinnergesellschaft zu der Galeristen, Sammler und Künstler zählten, im Anschluss an die Chanel-Charity-Auktion auf der Strand-Party aufkreuzte, platzte das Zelt bereits aus allen Nähten. In Miami wurde wieder gefeiert, als ob es keine Kunstgeschäfte am nächsten Morgen zu erledigen gäbe.

Champagner wurde in kleinen Flaschen mit Plastiktrinkhaube serviert, Berge von Shrimps am Strand aufgetürmt, Sushi-Häppchen gereicht. Der Wodka floss. Die New Yorker Galeristin Kathy Grayson von The Hole, die gern als Nachfolgerin von Jeffrey Deitch gehandelt wird, organisierte eine Ausstellung mit junger Kunst in der Villa eines Tech-Milliardärs, der anscheinend etwas Leben in seine kitschigen Palazzo-Hallen bringen wollte. Das MOCA ließ eine Strandparty im Raleigh Hotel steigen. Das Kunstmagazin "Visionaire" tat sich mit den Shopping-Sites Net-a-Porter und Mr Porter zusammen, um im neuen SLS Hotel zu feiern. Der Künstler Jonathan Horowitz hatte für die Party einen Laden installiert, in dem man alten Krempel loswerden und mitnehmen konnte, was man wollte. Dass sich niemand weiter für eine Stehlampe, einen ausrangierten Fernseher oder die Installation an sich interessierte, war nicht weiter verwunderlich. Dafür wurde getanzt und getrunken.

Valentino feierte eine neue Kollektion, Dior Homme eine neue Boutique, und MCM führte mit Farbe bekleckste Taschen vor, die wohl als Kunst durchgehen sollen. Swarowski lud zum Dinner im Delano Hotel ein, in dem Mickalene Thomas als Königin der Glitzersteinchen nicht fehlen durfte. Die amerikanische Stiftung für Aidsforschung, amfAR, veranstaltete eine Auktionsparty mit Solange Knowles als DJ, um Geld einzusammeln. Das New Yorker PS1 Museum legt mit einer Benefiz-Veranstaltung für die Opfer des Mega-Sturms Sandy nach.

Wer sich nicht von Gästelisten, endlosen Schlangen am Einlass und militantem Personal ausbremsen ließ, zog weiter. Die späten Nachtstunden gehörten den Franzosen. David Lynch, der sich allerdings nicht in Miami blicken ließ, verlegte seinen Pariser Privatclub "Silencio" für die Dauer der Messe in das Delano Hotel. Die als unbarmherzig bekannten Türsteher machten ihrem Ruf alle Ehre. Noch schwieriger war es, auf der Gästeliste vom Miami-Club-Klassiker "Le Baron" zu landen – oder die Party zu finden. Um die wechselnde Location herauszufinden, musste man die "Wo ist Le Baron" App runterladen oder der Baron-Twitter-Gemeinde folgen.