Plakatsammlung Sachs - NS-Raubkunst

Rechtsstreit um die "Blonde Venus

Peter Sachs fordert die Herausgabe eines Plakats von Marlene Dietrich aus der Sammlung seines Vaters Hans Sachs – und verklagte das Deutsche Historische Museum
Streit um Marlene Dietrich:Sohn des Plakatsammlers Hans Sachs klagt

Objekt der Klage vor dem Berliner Landgericht: Das Plakat von Marlene Dietrich in dem Film "Die blonde Venus" (Ausschnitt)

Die Auseinandersetzung zwischen Peter Sachs, dem Sohn des jüdischen Besitzers der mehrere Tausend Plakate umfassenden "Sammlung Sachs", geht in eine neue Runde: Der Nachkomme des 1938 von den Nationalsozislisten enteigneten und dann in die USA emigrierten Sammlers hat vor dem Berliner Landgericht Klage gegen das Deutsche Historische Museum eingereicht. Er verlangt zunächst die Rückgabe des Plakats "Blonde Venus", das Marlene Dietrich zeigt und 13 500 Euro wert sein soll.

Wie die Berliner Morgenpost berichtet, habe Sachs’ Anwalt Matthias Druba zunächst auf die Rückgabe nur eines Plakats geklagt. "Wenn wir die ganze Sammlung einklagen würden, lägen allein die Gerichtskosten bei 30 000 oder 40 000 Euro." Die habe der Sammler nicht, Druba sieht deshalb diese Einzelaktion als "Musterklage" – gewänne er den Prozess, so würde wohl die gesamte Sammlung herausgegeben werden.

Der Fall Sachs begann im Winter 1938, als die in 40 Jahren gewachsene Plakatsammlung des Zahnarztes Hans Sachs (1881 bis 1974) beschlagnahmt wurde. Sachs wanderte in die USA aus. Nach Kriegsende wurde ihm beschieden, die Sammlung sei vermutlich im Krieg vernichtet worden. Mitte der sechziger Jahre erfuhr Sachs allerdings, dass Teile davon im Ostberliner Museum für Deutsche Geschichte bewahrt wurden. Nach der Wiedervereinigung gingen sie in den Besitz des Deutschen Historischen Museums über. Rückforderungsansprüche von Sohn Peter Sachs wurden nicht erfüllt.

Ob die Klage zulässig ist, wird sich erst noch herausstellen. Die "Beratende Kommission für die Rückgabe NS-verfolgungsbedingter Kulturgüter" hatte vor rund einem Jahr verfügt, dass "das Deutsche Historische Museum Berlin die Plakatsammlung des von den Nationalsozialisten verfolgten Hans Sachs behalten solle und verband dies mit Hinweisen an das Museum zum künftigen Umgang mit den Plakaten", so ein Beitrag auf der Website "Das Parlament" des Deutschen Bundestags.