Gib mir fünf!

Die Tipps der Woche



DIE FÜNF TIPPS DER WOCHE

Unsere Serie "Gib mir fünf!" präsentiert Ihnen jede Woche fünf Kunst-Höhepunkte, die Sie sich nicht entgehen lassen sollten. art-Autorin Regine Ehleiter empfiehlt diese Woche Rausch und Drogen in der zeitgenössischen Kunst, emotionales Design und ein temporäres Museum für das Chemnitzer Marxmonument.
// REGINE EHLEITER

Karlsruhe: "Design + Emotion"
"Produkte, die Gefühle wecken" zeigt das Badische Landesmuseum Karlsruhe ab Freitag, 1. August in der Ausstellung "Design + Emotion" im Museum am Markt. Harmonie von Form und Funktion allein reicht heute nicht mehr aus: Der Verbraucher soll durch emotionales Design auf tiefster Gefühlsebene angesprochen werden. Das Ziel ist es, beim Betrachten und "Be-greifen" des gestalteten Objekts bestimmte Empfindungen auslösen. Das emotionale Spektrum reicht dabei von witzigen Objekten, die den Erwartungen des Konsumenten widersprechen, über "smiling produkts", wie ein Flaschenöffner mit grinsendem Gesicht, hin zu Süßigkeiten mit eingelegten Heuschrecken, die Unbehagen hervorrufen. Also, hingehen und überraschen lassen!

Dresden: "Under Influence"
Die Zeiten, in denen bewusstseinserweiternde Drogen genommen wurden, um eine Revolution zu beginnen und die Gesellschaft zu verändern, sind vorbei – behauptet Kuratorin Susanne Weiß. "Drogen werden heute genommen, um zu funktionieren." Sie seien gesellschaftliche Stabilisatoren, Handwerkszeug des neuzeitlichen Menschen. Die Ausstellung über Rausch und Drogen in der Gegenwartskunst eröffnet am Freitag, 1. August 2008, im Kunsthaus Dresden. Bleibt zu hoffen, dass dem Zuschauer die Kunst von Pawel Althamer/Artur Zmijewski, Oliver Pietsch und anderen zum erwünschten Rausch genügt.

arte: "Die Zukunft ist jetzt! Chinas Kunst-Avantgarde"
Die vierteilige Dokumentationsreihe mit Porträts namhafter chinesischer Künstler läuft ab Sonntag, 3. August 2008, 20.15 Uhr auf arte. Jede der vier Erstausstrahlungen ist einem Ausnahmekünstler der chinesischen Avantgarde gewidmet. Die Reihe beginnt mit dem gefragten Maler Liu Xiaodong, dessen Monumentalbilder derzeit zu hohen Preisen auf dem internationalen Kunstmarkt gehandelt werden. In je 26 Minuten werden außerdem noch der Videokünstler Yang Fudong, die Multimediakünstlerin Cao Fei und der Shooting Star Chi Peng vorgestellt. Einschalten, bitte!

Chemnitz: "Temporary Museum of Modern Marx"
Marx mal anders: Sich auf Augenhöhe mit dem Philosophen aus Chemnitz zu bewegen, ist jetzt spielend leicht – dank eines haushohen weißen Würfels, der dem massiven Kopf übergestülpt wurde. Die ungewöhnliche Annäherung wird durch eine Treppenkonstruktion im Inneren des Kubus ermöglicht, auf der man bis zu einer Plattform über dem Kopf des Philosophen steigen kann. Das "Temporary Museum of Modern Marx", ein Projekt von Kunststudenten aus Linz und Schneeberg in Zusammenarbeit mit der Neuen Sächsischen Galerie, ist bis zum 31. August täglich von 11 bis 20 Uhr geöffnet.

Hamburg: Allan Kaprows "Activity Models"
Die Freunde der Hamburger Kunsthalle laden am Donnerstag, 31. Juli, um 19.30 Uhr zu einer (Neu-) Entdeckung des Happening-Pioniers Allan Kaprow ein. Der amerikanische Künstler und Kunstvermittler Jeff Turek wird die Besucher in einer etwa einstündigen Führung mit dem Begriff und der Idee der "Activity Models" vertraut machen. Den Begriff "Activities" hat Allan Kaprow Anfang der sechziger Jahre für seine Produktionen eingeführt, als das Wort "Happening" für beinahe jede Art von Aktionskunst angewendet und ihm zu allgemein wurde. Die Führung mit anschließender Diskussion im Bistro der Galerie für Gegenwartskunst ist Teil der Veranstaltungsreihe "Jour Fixe", die an jedem letzten Donnerstag im Monat stattfindet.

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