Claude Monet - Fälschung

Monet aus der Fälscherwerkstatt

Zur Ausstellung "Impressionismus – Wie das Licht auf die Leinwand kam" wurden 75 Gemälde des Kölner Wallraf-Richartz-Museums gründlich untersucht – und die Restauratoren machten dabei eine unerfreuliche Entdeckung
Vermeintlicher Monet:Prunkstück des Wallraf- Richartz-Museums ist Fälschung

Jetzt ist es offiziell: Monets "Am Seineufer bei Port Villez" ist eine Fälschung

Wenn sich der niederländische Rembrandt-Forscher Ernst van de Wetering einem Museum nähert, kriegen die Kustoden ein nervöses Zucken um Augen oder Mundwinkel: Zu Recht – möglicherweise muss das entsprechende Haus schon wieder einen Rembrandt abschreiben.

Dass es nicht unbedingt fremder Recherche bedarf, um ein angebliches Original als Fälschung zu enttarnen, musste jetzt das Kölner Wallraf-Richartz-Museum feststellen: Mit Hilfe der eigenen Restauratoren kam heraus, dass eines der Highlights des Hauses, das Gemälde "Am Seineufer bei Port Villez", nicht, wie seit den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts ausgewiesen, vom französischen Impressionisten Claude Monet (1840 bis 1926) stammt, sondern eine Fälschung ist. Dies berichtet am Sonntag, 17. Februar, das ARD-Kulturmagazin "Titel, Thesen, Temperamente" exklusiv in seiner Sendung (23 Uhr).

Die Restauratoren hatten in Kooperation mit dem Institut für Restaurierungs- und Konservierungswissenschaft (CICS) der Fachhochschule Köln und unterstützt von namhaften Experten für die Ausstellung "Impressionismus – Wie das Licht auf die Leinwand kam" 75 Gemälde aus dem Bestand des Wallraf-Richartz-Museums mit modernsten Methoden untersucht und dabei die Fälschung entdeckt.

Dumm gelaufen für das renommierte Institut, das nun einen Monet weniger besitzt. Der Wertverlust nach der Enttarnung lasse sich nicht beziffern, sagte ein Sprecher des Hauses. Dafür kann sich das Museum jetzt einen – allerdings wenig erfreulichen – Rekord zu Gute halten: Es besitzt die einzige bisher bekannte Fälschung eines Gemäldes von Monet, die einer seiner Zeitgenossen angefertigt hat.

"Impressionismus – Wie das Licht auf die Leinwand kam"

Termin: 29. Februar bis 22. Juni, Wallraf-Richartz-Museum, Köln.
http://www.museenkoeln.de/wallraf-richartz-museum/

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