Bernd Neumann - Berlin

Kämpfer für die Kultur

Staatsminister Bernd Neumann tritt ab. Die Bilanz seiner Amtszeit ist deutlich positiv – nicht nur wegen der Steigerung des Kulturetats um 20 Prozent.

Der scheidende Kulturstaatsminister Bernd Neumann hat sich in seiner achtjährigen Amtszeit in der Kulturszene größten Respekt erworben. Bis ins gegnerische Lager hinein wird der 71-jährige CDU-Politiker für sein Verhandlungsgeschick, seine Durchsetzungskraft und sein Engagement für Kunst und Kultur gelobt.

"Neumann ist kein Quatscher, sondern ein hartnäckiger Macher, der die politischen Wege besser kennt als irgendein Schöngeist", sagte der Dramatiker Moritz Rinke vor der Bundestagswahl in einem dpa-Gespräch. Trotzdem hat sich der stets braungebrannte Hanseat aus Bremen nun entschlossen, nicht für eine weitere Amtszeit zur Verfügung zu stehen. Mit seiner derzeitigen Krankheit habe die Entscheidung nichts zu tun, versicherte ein Sprecher am Mittwoch.

Am 6. Januar 1942 in Westpreußen im heutigen Polen geboren, hatte Neumann zunächst in Bremen als Lehrer gearbeitet. Fast 30 Jahre stand er an der Spitze der dortigen CDU, 1987 zog er in den Bundestag ein und wurde nach zwei Legislaturperioden als Staatssekretär im Bildungsministerium Ende 2005 von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ins Amt des Kulturstaatsministers berufen.

Trotz Wirtschaftskrise und knapper Kassen konnte er den Kulturetat seither kontinuierlich steigern – insgesamt um 21 Prozent auf heute fast 1,3 Milliarden Euro. Das ständige Tauziehen um die Kulturhoheit der Länder ist befriedet, umstrittene Großprojekte wie das Berliner Schloss oder das neue Museum der Moderne sind auf den Weg gebracht und der deutsche Film konnte durch den 2007 geschaffenen Filmförderfonds nachhaltig profitieren.

Der Deutsche Kulturrat hat schon ein würdiges Abschiedsgeschenk parat: Die Dachorganisation von mehr als 200 Bundeskulturverbänden will Neumann am 4. Dezember mit dem renommierten "Kulturgroschen" auszeichnen.