MARTa - Herford

Direktor Jan Hoet verlässt Herford

Museum MARTa:Direktor Jan Hoet verlässt Herford

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Jan Hoet verlässt Herford. Nicht übereilt - aber wenn Ende nächsten Jahres sein Vertrag ausläuft, steht der international renommierte Ausstellungskurator dem Museum MARTa nicht länger als Direktor zur Verfügung. Dies bedeutet einen Einschnitt in die Geschichte des noch jungen Museums, dessen Ruf als Impulsgeber für die Präsentation moderner Kunst eng mit dem seines charismatischen Direktors verbunden ist. Jan Hoet hatte sich 1992 international einen Namen gemacht, als er mit seinem Konzept für die Documenta IX die Weichen für die Zukunft der Schau gestellt hatte.

Das 2005 vom amerikanischen Stararchitekten Frank O. Gehry errichtete MARTa - M steht für Möbel, ART für Kunst, a für Ambiente - hatte keinen einfachen Start. Hoet hatte gegen eine Reihe von Widerständen zu kämpfen. Einerseits stand die Herforder Bevölkerung dem Projekt zwiespältig gegenüber. Andererseits sind auch die Bedingungen, unter denen Jan Hoet das Museum führen muss, nicht gerade einfach: Sein Vertrag enthält den Passus, dass er im Fall einer
unangekündigten Budgetüberschreitung mit seinem Privatvermögen haftet. Auch die Herrschaft über die Inhalte sollte ihm immer wieder entrissen werden, für eine Schau benötigte Hoet ein Rechtsgutachten. Und bis heute gibt es Stimmen, die fordern, doch „schöne alte Kunst zu zeigen“ – dann kämen auch mehr Besucher nach Herford. Im Stillen hatte man wohl bei MARTa auf den Bilbao-Effekt gehofft. Das Guggenheim in Bilbao, das auch von Gehry erbaut worden war, lockt seit seiner Eröffnung 1997 jährlich eine Million Besucher in die baskische Industriestadt.

Herford hält jetzt nach einem Nachfolger Ausschau, der das nach wie vor nicht unumstrittene Haus in die Zukunft führt.

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