Gib mir fünf! - Tipps der Woche

Die fünf Tipps der Woche

Jede Woche stellen wir Ihnen Kunst-Höhepunkte vor, die Sie sich nicht entgehen lassen sollten. art-Autorin Rosa Rabe empfiehlt diese Woche groteske Barockinszenierungen, romantische Maschinen und Konzepte über Heimat und Fremde.

Kiel: "Privatissimo"

Einen besonderen Einblick in den Prunk barocker Zeiten gewährt diese Woche die Kunsthalle zu Kiel. Im Rahmen des Programms "Art After Work" lädt das Museum zu einer ausgefallenen Führung durch die Ausstellung "Privatissimo" ein. Zu bestaunen gibt es rund 150 Kunstschätze, die in den Schlössern, Gütern, Klöstern oder im Privatbesitz des schleswig-holsteinischen Adels seit Jahrhunderten gesammelt wurden.

Erstmalig werden die Werke einer breiten Öffentlichkeit präsentiert und erzählen nicht nur ein Stück Landesgeschichte, sondern geben auch Einblicke in das Leben des Adels. Nach der Führung laden verkleidete Damen und Herren zum "Menuett auf dem Z" ein: Hier wird das pompöse Leben des Adels mit barocken Tänzen, Kostümierung und galanten Gesten lebendig. Unterstützung bekommt die Kunsthalle von der Kieler Barock-Gesellschaft "La Societe Baroque" und Helmut Grieser, der ehemals das Historische Seminar der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel leitete.

Berlin: "Sophie Ernst - Home"

Interessant wird es auch, wenn am 6. August in dem Projektraum Babusch die Künstlerin Sophie Ernst und der Geograph Matthias Neske vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zur Diskussion aufeinander treffen (Beginn 19.30 Uhr). Gemeinsam werfen sie einen Blick auf das Konzept der "Glokalisierung". Neben der Gesprächsrunde wird Ernsts Arbeit "Zarina" aus der Serie "Home" vorgestellt. Darin setzt sich die Künstlerin mit Vertriebenen, ihren Erinnerungen und Konzepten rund um das Thema von Heimat und Fremde auseinander (bis 14. August).

Berlin: "Romantische Maschinen - Kinetische Kunst der Gegenwart"

Wenn ein Zementmischer mit Propangas Puffmais-Körner zu Popcorn verwandelt, befinden wir uns in der Ausstellung "Romantische Maschinen - Kinetische Kunst der Gegenwart" im Kolbe Museum. Michael Sailstorfers Popcornmaschine befreit das profane Objekte aus seinem alltäglichen Kontext und beseelt die Maschine. Insgesamt neun zeitgenössische Positionen liefern eine Momentaufnahme über die emotionale und ästhetische Dimension von Maschinenkunst. Mit dabei sind außerdem das dänisch-norwegische Künstlerpaar Elmgreen & Dragset, das auf der diesjährigen Biennale in Venedig mit seinem kunstmarktkritischen Pavillon für Furore sorgt, der Litauer Zilvinas Kempinas, die deutsche Künstlerin Johanna Smiatek und der israelische Künstler Ariel Schlesinger (bis 6. September).

Berlin: "Sommercamp Workshop"

Zum Startschuss des Sommercamp-Workshop-Marathons im Haus der Kulturen der Welt (10. bis 16. August), werden sich Künstler und Workshopleiter schon diesen Sonntag mit kurzen Performances vorstellen und einen Ausblick auf die kommende Woche geben. Während des Workshops sollen dann neue Ansätze gefunden werden, um die Grenzen zwischen Künstler und dem passiven Publikum aufzubrechen. Aber vorerst lohnt sich der Weg ins „Ausland“, den Raum für interdisziplinäre Kunst, Musik und Theorie in Berlin, wo am 9. August ab 21 Uhr Künstler wie Jessica Rylan aus Boston mit ihren selbstgebauten Instrumenten namens "Flowers Electronics Little Blue Boy" den Beginn dieser spannenden Workshopwoche einleiten.

Hamburg: "Hafensafari"

"Kann man einen Ort surfen?" So lautet das Motto, der neuen Hafensafari unter der Autobahn A7. Seit 2003 erkundet die Hafensafari als temporäre Kunstaktion im Hamburger Hafen Orte, die durch die strukturellen Veränderungen der Hafenwirtschaft ihrer Funktion beraubt wurden und nun in Vergessenheit geraten sind. Doch was passiert mit diesen Orten? Waren es in den letzten Jahren künstlerische Installationen, die den Raum erkundeten, so soll dieses Jahr das Hauptaugenmerk auf der Bewegung des Besuchers im Raum im Mittelpunkt stehen. Als neuer Entdeckungsort dient eine anderthalb Kilometer lange Säulenhalle der Autobahnstrecke A7 zwischen Waltershof und Moorburg auf Höhe der Kirche Altenwerder. Ähnlich wie ein Surfer die Brandung "liest", wollen die Veranstalter der Hafensafari mit geschärftem Blick den Veränderungen des Geländes nachgehen. Für diese Aufgabe haben vier Gruppen von Künstlerinnen und Künstlern für je ein Wochenende ein Konzept entwickelt. Mit dabei sind unter anderen die Leipziger Fotodesignerin Anja Winterhalter, die Klangkünstlerin und Grafikerin Dodo Schielein oder auch die Bühnenbildnerin und Künstlerin Geelke Gaycken.