Gib mir fünf!

Die Tipps der Woche



DIE FÜNF TIPPS DER WOCHE

Unsere Serie "Gib mir fünf!" präsentiert Ihnen jede Woche fünf Kunst-Höhepunkte, die Sie sich nicht entgehen lassen sollten. art-Autorin Wiebke Gronemeyer empfiehlt diese Woche schwimmende Rentner in Berlin, junges Design aus Deutschland und eine Gegenüberstellung japanischer Fotografie.
// WIEBKE GRONEMEYER

Berlin: "Ein Leben lang"
Das Altern ist ein Prozess, dem wohl niemand entgehen kann. Doch er beginnt nicht erst mit dem Rentnerdasein und wenn die Falten allmählich nicht mehr retuschiert werden können. Ab 26. Juli zeigen künstlerische Positionen in der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst in Berlin, dass der Alterungsprozess eigentlich schon bei der Geburt einsetzt. Werke von Birgit Brenner, Peter Granser und Annegret Soltau hinterfragen die mit dem Prozess des Älterwerdens verbundenen persönlichen Visionen, Veränderungen und Realitäten und lassen die in der Gesellschaft vorherrschenden Klischees und Vorstellungen "alt" aussehen.

Hamburg: "Moral Tarantula 2"
"Das Gespenst der Avantgarde erwacht auch diesen Sommer im Elektrohaus St. Georg und stellt sich in Form einer Gruppenausstellung in den Dienst des anarchistischen Regime der Kunst", schreiben Marcel Hüppauf und Thomas Schmumann, die für die Ausstellung Arbeiten von über 60 Künstlern zusammenbringen. Neben Arbeiten von André Butzer, Andreas Hofer und Richard Phillips ist Kunst von austrebenden Künstlern und absolut unbekannten Protagonisten der aktuellen Kunstszene zu sehen, unter anderem auch die Arbeiten einer Ballonkünstlerin und eines Anderthalbjährigen. Der interessante Mix eröffnet mit Livemusik vom Berliner Künstler Bara am Freitag.

München: "Neonichts"
Ab 25. Juli zeigt der Münchner Künstler Matze Görig seinen neuen Film "Neonichts" in der Lothringer 13, der städtischen Kunsthalle von München. Matze Görig, der bei Joseph Kosuth an der Akademie für Bildende Kunst in München studierte, hüllt die gesamte Kunsthalle in eine Komposition verschiedener Oberflächen, die an das erinnern, was von den 80ern heute wieder zu sehen ist: Muster und Farben. Das Grundthema bei all seinen Arbeiten ist die Wahrnehmung der Zeit und wie sich diese auf das Reale und Erdachte, auf persönliche und kollektive Vergangenheit bezieht. Zusätzlich zum Film sind in der ehemaligen Werkmeisterkabine Zeichnungen und Porträts von Matze Görig zu sehen.

Nürnberg: "design deutschland"
Auf exemplarische und experimentelle Weise wird in Nürnberg das Wesen des deutschen Designs anhand ausgewählter Beispiele beleuchtet. Die Ausstellung "design deutschland. case study 08" zeigt neben aktuellen Momentaufnahmen Ikonen des deutschen Designs der Moderne, wie zum Beispiel den legendären Rimowa-Alukoffer. Als Sonderausstellung im Kontext der Neupräsentation des Designs durch die Neue Sammlung München präsentiert sich ein reiches Spektrum, das von Graphic und Interior Design bis zur Gestaltung industrieller Produkte reicht.

Burgrieden-Rot: "Inszenierte Wirklichkeit"
Am Ende des 19. Jahrhunderts inszenierte das alte Japan schon vor jeder Entwicklung digitaler Bildbearbeitungsprogramme eindrucksvoll seine Wirklichkeit im Medium der Fotografie. Das Museum Villa Rot zeigt ab 27. Juli erstmals die Sammlung March, die einen einzigartigen Blick in die ganze Bandbreite der frühen japanischen Fotografie vermittelt. Werke aus der Zeit zwischen 1860 und 1890 werden kontrastreich den Arbeiten der zeitgenössischen Fotografin Miwa Yanagi gegenübergestellt. Ihre aufwändig gestalteten Bildserien der weiblichen Figur zwischen japanischer Tradition und den Mechanismen einer konsumorientierten Massengesellschaft führen den Inszenierungscharakter japanischer Fotografie fort.

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