World Press - Photo Award

Gewinner des World Press Photo Award

Das Schwarz-Weiß-Bild eines Sheriffs, der mit vorgehaltener Pistole ein zwangsgeräumtes Haus durchsucht, ist als bestes Pressefoto des Jahres ausgezeichnet worden. Die Jury lobte die Aufnahme des Amerikaners Anthony Suau, die wie ein "klassisches Konfliktfoto" wirke und damit die dramatischen Folgen der Kreditkrise für Hausbesitzer in den USA veranschauliche.
Pressefoto des Jahres:Anthony Suau gewinnt World Press Photo Award

Pressefoto des Jahres 2008: Polizist während einer Zwangsräumung in Cleveland, Ohio, Anthony Suau, USA

"Es ist, als ob der Krieg im klassischen Sinne in die Häuser von Menschen kommt, die ihre Hypothekenzinsen nicht mehr bezahlen können", sagte die Jury-Vorsitzende der Organisation "World Press Photo", Mary Anne Golon, am Freitag in Amsterdam. Der Preis ist mit 10 000 Euro dotiert.

Das Bild gehört zu einer Serie des US-Magazins "Time", die zugleich den zweiten Preis in der Kategorie "Daily Life"
(Alltagsleben) gewann. Anthony Suau machte die Bilder am 26. März 2008 bei der Zwangsräumung von Häusern in Cleveland (US-Bundesstaat Ohio). Dabei mussten Polizisten die geräumten Häuser durchsuchen, um sicherzustellen, dass sich dort niemand versteckt hatte und dass keine Waffen zurückgelassen wurden.

Insgesamt wurden 63 Bildreporter aus 27 Ländern, darunter auch aus Deutschland, in zehn verschiedenen Kategorien ausgezeichnet. 490 Teilnehmer hatten Bilder für den Wettbewerb eingereicht – 14 Prozent mehr als im Vorjahr. In der Kategorie Nachrichtenfotos wurde der erste Preis an den Chinesen Chen Qinggang für ein in der Zeitung "Hangzhou Daily" veröffentlichtes Bild vergeben, das die Rettung von Erdbebenopfern in der Provinz Beichuan am 14. Mai 2008 zeigt.

Unruhen in Kenia und Olympische Spiele in Peking

Den ersten Preis für eine Nachrichtenfoto-Serie gewann der argentinische Fotograf Walter Astrada mit Bildern der Unruhen im Januar 2008 nach den Wahlen in Kenia für die Nachrichtenagentur Agence France-Presse (AFP). Ein Bild zum selben Thema, das der Japaner Chiba Yasuyoshi für AFP machte, gewann in der Kategorie "People in the News".

Zu den Ausgezeichneten gehören auch zwei Fotografen der European Pressphoto Agency (epa): Der Franzose Franck Robichon kam mit einer Aufnahme des Dreispringers Alexis Copello bei den Olympischen Spielen in Peking auf den Bronze-Platz der Kategorie Sport-Aktionsfotos. Und der Kanadier Julian Abram Wainwright gewann den dritten Preis der Serien-Kategorie bei Sport-Aktionsfotos mit Bildern vom Olympischen Turmspringen. epa ist ein Zusammenschluss internationaler Bildagenturen, zu dem auch die Deutsche Presse-Agentur (dpa) gehört.

Über "World Press Photo"-Preise können sich auch deutsche Fotografen freuen: Berthold Steinhilber von der Agentur Laif kam auf den zweiten Platz der Kategorie Sport-Feature. Er überzeugte die Jury mit einem Bild von einem Mountain-Bike-Rennen für das Magazin "Stern". Ebenfalls für den "Stern" fotografierten Heidi und Hans-Jürgen Koch Tieraugen – und gewannen den 3. Preis der Kategorie Nature Stories.

Alle ausgezeichneten Bilder werden vom 4. Mai bis 28. Juni wie schon seit Jahren in der Oude Kerk, Amsterdams ältester Pfarrkirche, gezeigt und sind dann in einer Wanderausstellung in mehr als 100 Städten zu sehen, unter anderem vom 14. Mai bis 7. Juni im Foyer des Pressehauses Gruner + Jahr in Hamburg. dpa

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