Gib mir fünf! - Tipps der Woche

Die fünf Tipps der Woche

Jede Woche stellen wir Ihnen Kunst-Höhepunkte vor, die Sie sich nicht entgehen lassen sollten. Dieses Mal: Street Art im Museum, grausliche Kreaturen des Malers Carlos De los Ríos und eine Kulturdokumentation zum Thema Tod.

Weserburg: Werke aus der Sammlung Reinking – "Urban Art"

Großflächige Wandgemälde, Aufkleber und Plakate - die Großstadt wird durch Street Art zur Galerie. Was einst mit Graffiti begann, hat sich entscheidend weiterentwickelt. Heute präsentiert sich die urbane Kunst nicht mehr nur auf den Straßen, sondern auch in Galerien, Museen und Sammlungen. Die umfangreiche Ausstellung "Urban Art" im Weserburg Museum für Moderne Kunst zeigt bis zum 30. August das Potenzial der urbanen Kunstszene. Im Zentrum dieser Schau steht die Sammlung von Rik Reinking. Da der Hamburger seit Jahren ein großer Fan von Street Art ist, finden sich in seiner Sammlung bekannte Namen wie Banksy, Zevs und Brad Downey.

Berlin: Gruppenausstellung bei designtransfer – "Khat keshi"

"Khat Keshi" bedeutet "Gekritzel" und ist der Titel einer Gruppenausstellung bei Designtransfer, die sich der experimentellen Typografie widmet und Arbeiten iranischer Künstler zeigt. Da die Betrachter in der Regel nicht der arbabischen Sprache mächtig sind, können sie die Schrift nicht lesen und finden so einen neuen Zugang zur Typografie durch bloße visuelle Reize. Die Ausstellung will Schrift physisch erfahrbar machen und bietet neben zweidimensionalen Arbeiten, auch Performance. Die Vernissage findet am 27. Mai in der Universität der Künste Berlin statt, am 29. Mai folgen Vorträge und Diskussionsrunden.

Arte: Kulturdokumentration – "Sterben im Museum?"

Darf Tod als Kunstwerk inszeniert werden? Ein hitziger Diskurs entflammte, als der Bildhauer Gregor Schneider einen toten Menschen öffentlich in seinem "Sterberaum" präsentieren wollte. Obwohl der Tod zu den klassischen Themen der Kunst gehört, provoziert Schneiders Auseinandersetzung enorm. Eine Kulturdokumentation des Senders Arte ergründet, von Gregor Schneiders Vorhaben ausgehend, die Rolle von Tod und Sterben in der zeitgenössischen Kunst. Neben der Kunst nähert sich die Filmemacherin Marion Schmidt behutsam auch einem betroffenen Künstler, der in Schneiders "Sterberaum" eine denkbare Perspektive für sich selbst sieht: "Sterben im Museum?" erstmals am 28. Mai um 23.30 Uhr auf Arte.

Weimar: "Backup_Festival 2009"

Die aktuellen Strömungen der Medien- und Filmszene werden dieses Jahr wieder in Weimar präsentiert. Das "Backup _Festival" ist ein internationaler Wettbewerb filmischer Arbeiten. Vom 21. bis zum 24. Mai stellen junge Filmschaffende im ehemaligen Weimarer Straßenbahndepot ihre Projekte in verschiedenen Kategorien vor. Neben der Auszeichnung der besten Beiträge stehen Vorträge, Präsentationen und Workshops auf dem Programm. Zur Diskussion gestellt werden auf dem Open-Air-Event die Möglichkeiten und Grenzen von Produktions- und Ausdrucksweise des filmischen Formats.

München: Carlos De los Ríos – "Pastoral"

Zur Eröffnung des Museum Brandhorst finden in und um das Kunstareal München die "On/Off Days 2009" statt. Mit dabei ist die Stephanie Bender Wandergalerie, die bis zum 27. Juni die Werke des Malers Carlos De los Ríos zeigt. Es sind unruhige Szenarien mit grauslichen Gestalten in Bonbonfarben. Für seine Ausstellung wählte der Deutsch-Kolumbianer den Titel "Pastoral" – übersetzt bedeutet der Begriff Schäferdichtung und bezeichnet eine Literaturgattung der Renaissance und des Barock, die das Hirtenleben idealisierte. Die Bilderserie von De los Ríos zeigt idyllische Landschaften, in denen Figuren eine Verwandlungen durchleben, um mit der Umgebung zu verschmelzen. Zu sehen ist "Pastoral" auch an Christi Himmelfahrt zu Sonderöffnungszeiten von 11 bis 18 Uhr.