Damien Hirst - Cartrain

Rache ist süss

Der Konflikt zwischen Damien Hirst und dem jungen Graffitimaler Cartrain, 17, geht in die zweite Runde: Zuerst traf Kunst auf Copyright – Cartrain bekam Ärger wegen seiner Totenschädel-Collagen – und jetzt geht es auch um Diebstahl.

"Rache ist süß", sagte sich Cartrain, als er in der Tate Britain vor Damien Hirsts Arbeit "Pharmacy" stand. Doch die Attacke auf einen der erfolgreichsten Künstler der Welt, ging gründlich daneben. Im vergangenen Jahr war der 17-jährige Londoner Graffitimaler von der britischen Copyright-Behörde dazu verdonnert worden, einige seiner auf Hirsts berühmten, mit Diamanten besetzten Totenschädel basierenden Collagen zurückzugeben und den Profit in Höhe von 200 Pfund auszuhändigen, den er mit deren Verkauf gemacht hatte.

Die Strafe erboste den jungen Künstler, doch er konnte nichts unternehmen. Dann aber, so sagte er der Tageszeitung Independent, "bot sich mir in der Tate Britain die goldene Gelegenheit, von seiner Arbeit 'Pharmacy' eine Schachtel Bleistifte auszuleihen." Zuhause angekommen, entwarf er ein fiktives Fahndungsposter mit dem Text: "Für die Rückgabe von Hirsts Bleistiften möchte ich meine Kunstwerke zurück, die er mir entrissen hat. Er hat bis Ende des Monats Zeit, dann werden die Bleistifte gespitzt." Doch aus dem Spaß wurde Ernst, als die Polizei vor seiner Tür stand und ihn wegen Diebstahls von Bleistiften verhaftete, deren Wert sie auf 500 000 Pfund bezifferte.

Auch sein Vater wurde verhaftet, weil man vermutete, dass er das Diebesgut versteckt hielt. Der Vater wurde wieder freigelassen, Cartrain selbst wurde gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt und muss nun bis 11. September warten, ob gegen ihn Anklage erhoben wird. Das Diebesgut, einen seltenen Satz von Bleistiften der deutschen Firma Faber-Castell, wird Hirst höchstpersönlich wieder in sein Werk zurücklegen.

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