Erbstreit - Oskar Schlemmer

Es wird weiter gestritten

Die Tochter Oskar Schlemmers, Ute Jaina Schlemmer, ist gestorben. Dass nach ihrem Tod der Streit um das Erbe des Bauhaus-Künstlers begelegt werden kann, scheint unwahrscheinlich.
Aussichtslos:Tod der Schlemmer-Tochter ohne Auswirkung auf Erbstreit

Oskar Schlemmers Haus im Badenweiler Ortsteil Sehringen soll auf Drängen seiner Enkelin Janine zwangsversteigert werden. Hintergrund für diesen Entschluss ist der langjährige Erbstreit zwischen der Künstler-Enkelin und ihrer Tante, der vor kurzem gestorbenen Schlemmer-Tochter Jaina, sowie deren Sohn Raman

Ute Jaina Schlemmer, die Tochter des Künstlers Oskar Schlemmer ist tot. Erst jetzt hat die Familie in einer Todesanzeige bekanntgegeben, dass die 87-Jährige bereits am 2. Februar in Basel starb. In der Anzeige nannte ihr Sohn Raman Schlemmer sie als "Bewahrerin des Oeuvres von Oskar Schlemmer". Daran zweifelt die Kunstwelt allerdings schon lange. Seit vielen Jahren gab es keine umfassende Museumsschau mehr, die letzte Retrospektive Schlemmers in Deutschland fand 1977 statt. Der Grund ist ein seit Jahren währender Streit zwischen Schlemmers Nachkommen, der die Beschäftigung mit dessen Werk nahezu unmöglich macht.

Oskar Schlemmer hatte drei Kinder. Nach dem Tod seiner Witwe Tut gehörte eine Hälfte des Erbes der Tochter Ute Jaina und die andere Hälfte Janine Schlemmer, dem Kind der verstorbenen Schlemmer-Tochter Karin. Janine Schlemmer hat sich schon mehrfach an Gerichte und die Öffentlichkeit gewandt, dass die Tante ihr ihren Erbanteil vorenthalte. Ute Jaina Schlemmer und ihr Sohn Raman haben in den vergangenen Jahren Leihgaben aus Familienbesitz systematisch aus öffentlichen Sammlungen geholt. Janine Schlemmer hat von den Gerichten Recht bekommen, da die Werke allerdings im Ausland versteckt werden, konnte bis heute keine Teilung stattfinden und sind große Teile des Oeuvres aus der Öffentlichkeit verschwunden.

Dass sich der Streit nach dem Tod der Erbin nun beilegen lässt, ist unwahrscheinlich. Schon in den vergangenen Jahren hat sich die alte Dame häufig von ihrem Sohn Raman vertreten lassen, der Museen mit Urheberrechtsklagen
tyrannisiert und Journalisten mit der Androhung von Klagen einzuschüchtern versucht. Eine Hoffnung gibt es zumindest für das Werk von Oskar Schlemmer: 2013, also siebzig Jahre nach seinem Tod, erlischt zumindest das Urheberrecht, so dass seine Werke dann zumindest in Katalogen gezeigt werden dürfen.

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