Gib mir Fünf! - Tipps der Woche

Die fünf Tipps der Woche

Jede Woche stellen wir Kunst-Höhepunkte vor, die Sie nicht verpassen dürfen. Diesmal: weihnachtliche Dekorationen, dünnflüssige Substanzen, "rhizomatische" Bilder
Die Tipps der Woche:Die fünf Tipps der Woche

Ansicht auf die Arbeit "Weihnachtsmarkthütte" (2010) des Künstlerduos jae pas, zu sehen in der Ausstellung "Der diskrete Charme des Blinden Flecks" im Westfälischen Kunstverein

Münster: "Der diskrete Charme des Blinden Flecks"

Wenn Sie dieses Jahr über den Weihnachtsmarkt an der Überwasserkirche in Münster schlendern, könnte es passieren, dass Sie sich schon mitten in der aktuellen Ausstellung des Westfälischen Kunstvereins befinden. Denn der beauftragte das Münsteraner Künstlerduo jae pas, das schon seit einigen Jahren öffentliche Richtlinien durch künstlerische Interventionen unterläuft, den Marktstand, an dem dieses Jahr die Jahresgaben des Vereins vertrieben werden, zu gestalten.

Um die Uniformität der weihnachtlichen Dekoration, die dort Vorschrift ist, zu durchbrechen und dennoch nicht des Platzes verwiesen zu werden, gestalteten die Künstler den Stand in einer Mimikry-Optik, indem sie alle Außenwände verspiegelten und so ein minimalistisches Objekt schafften, dass die Umgebung, in der es steht, reflektiert. Auch in anderen Teilen der Stadt sollte man dieser Tage mit offenen Augen umher gehen, um versteckte Gedichte zu entdecken wie die Textcollagen von Natalie Czech, die im Juridicum zu sehen sind, konstruiertes Lächeln zu entlarven wie auf dem im Factory Hotel ausgestellten Gemälde von Martin Hoener und noch vieles mehr zu entdecken, was an so ungewöhnlichen Ausstellungsorten wie im City-Floh-Dome, im Schillergymnasium und im Tennis-Club "Rot-Weiß Münster" platziert ist.

12. Dezember bis 27. Februar 2011 im Westfälischen Künstlerverein

Hamburg: Aktuelle Arbeiten und Vintage-Collection

Ob künstlich geschaffene Orte oder Naturräume, Stadtaufnahme, Aktfotografie und Porträt: Die Bilder des deutschen Fotografen Christian Voigt zeichnen sich durch Detailgenauigkeit, Tiefe, Intensität und außergewöhnliche Perspektiven aus. Seine Bilder komponiert er mit Hilfe von fotografisch-visuellen Konzepten. Was die Leidenschaft für die Fotografie anging, so hat sich der ehemalige Leiter des "Braunschweiger Zeitungsverlags" von seinem Vater sowie von seiner Großmutter inspirieren lassen. Der Fotograf zeigt in seiner Galerie "Christian Voigt Collection & Photography" die neusten Arbeiten, die auf seinen Reisen nach Dubai, Ägypten, China, Kambodscha, Bhutan und auf Bali entstanden sind und gibt einen Einblick in 100 Jahre Foto- und Familiengeschichte.

17. Dezember 2010 bis 28. Februar 2011 in der "Christian Voigt Collection & Photography"

Karlsruhe: Krapprhizom Luisenkupfer

Schleudern, verrühren, quetschen, in Bewegung setzen: Das Verfahren, mit dem die Schweizer Künstlerin Pia Fries Farbe – von teigartiger Masse bis zu dünnflüssiger Substanz – einsetzt, ist sehr vielfältig. Die Ausstellung "Krapprhizom Luisenkupfer" zeigt 50 Arbeiten der Künstlerin seit 2004, darunter auch zwei neue Bildfolgen, die Fries in Anlehnung an die Grafiken von Hendrick Goltzius und Stefano della Bella aus dem Kupferstichkabinett der Kunsthalle gefertigt hat. Die Eigenwertigkeit der Farbe und ihre Wirkung spielen in ihren ungegenständlichen Werken eine besondere Rolle. Seit 2000 integriert sie Siebdrucke in ihre Arbeiten und umspielt sie mit pastosen Farbmassen. Der Ausstellungstitel bezieht sich auf die Markgräfin Karoline Luise (1723 bis 1783), die roten Farbstoff aus der Krapppflanze herstellen ließ und dessen dicht verästelte Bilder Fries als "rhizomatisch" (verwurzelt) bezeichnet. Das "Mahlerey Cabinet" der Markgräfin bildet
heute den Grundstock des Sammlungsbestands der Kunsthalle.

18. Dezember 2010 bis 27. März 2011 in der Staatlichen Kunsthalle

Dortmund: "Eine Ausstellung, die wächst wie ein Baum"

Die internationale Ausstellung, die erstmals bei der Association La Friche de l’Art Élargie in Balazuc in Frankreich gezeigt wurde, zieht von Ort zu Ort und wächst und gedeiht. An jedem Ausstellungsort kommen neue Exponate hinzu, Ausstellungen in Köln und Frankfurt sind in Planung. Zunächst geht die Odyssee quer durch alle Genres der Kunst im Projektraum Fotografie, der dieses Jahr von Haiko Hebig, Gerhard Kurtz und Daniel Sadrowski gegründet wurde, weiter. Neben wissenschaftlichen Zeichnungen des französischen Botaniker und Biologen Francis Hallé, werden auch Malereien von Hermann Nitsch, Thomas Bayrle und Viviane Robin, Holzschnitte, Auszüge aus der Sammlung Rausch, Bücher, unter anderem von Joseph Beuys, und Fotografien ausgestellt. Diese haben oft einen regionalen Bezug. Sie beschäftigen sich
beispielsweise mit dem Baum in der postindustriellen Landschaft und beweisen, dass das Netzwerk der Natur sich auch in dieser behaupten kann.

15. Dezember 2010 bis 20. Februar 2011 im Projektraum Fotografie

Hamburg: "A kettle full of diamonds"

Kurz vor der Heiligen Nacht öffnet der Nachtspeicher23 seine Tore. Die kleine Galerie in Sankt Georg lädt anlässlich ihres zweiten Geburtstags zu einer Jubiläumsausstellung ein. Mehr als 40 Künstler, die in nahezu ebenso vielen Ausstellungen dort bereits ihre Arbeiten gezeigt haben, stellen ab Freitag in dem Raum für Kunst aus. Der Titel "A kettle full of diamonds" deutet die Vielfalt der gezeigten Arbeiten an. Zu sehen sind beispielsweise filigrane Zeichnungen von Marlene Treu, amüsante Fotografien von Marion Von Der Mehden und atmosphärische Gemälde von Birgit Klerch.

18. Dezember 2010 bis 16. Januar 2011 im "Nachtspeicher23"