Mahnmal - Berlin

Nach zwei Jahren die ersten Schäden

Selbst Architekt Peter Eisenman zeigt sich überrascht, wie früh die Stelen des Mahnmals bereits Risse aufweisen
Risse und Absprengungen –:Schäden am Holocaust-Mahnmal

Bruchstelle an einer Stele in Peter Eisenmans Berliner Holocaust-Denkmal

Eine Gedenkstätte als Erfahrungsraum: Für das Berliner Holocaust-Mahnmal verzichtete der amerikanische Architekt Peter Eisenman auf plakative Symbolik und konzipierte ein abstraktes Feld von rechteckigen Stelen, in dem der Besucher auf sich selbst zurückgeworfen wird.

Im Vorfeld hatte es jahrelange Querelen um die Realisierung einer solchen Gedenkstätte gegeben. Während der Errichtung des Mahnmals wurde ein Baustopp verhängt, da ein Produkt der Firma Degussa Graffitischutz gewähren sollte, Degussa im Dritten Reich jedoch an der Produktion von Zyklon B Giftgas beteiligt war.

Jetzt, gut zwei Jahre nach der Einweihung, gibt es wieder Probleme: In rund 400 der 2711 Betonstelen zeigen sich Risse und zum Teil gravierende Absprengungen des Materials. Dem Berliner “Tagesspiegel” erklärte Architekt Eisenman, er habe damit gerechnet, “dass sich über die Zeit feine Risse bilden, denn Beton ist ein lebendiges Material”. Überrascht zeigte er sich jedoch, dass es so schnell gegangen sei. Da die Stelen nicht ausgetauscht werden sollen, werden die Risse voraussichtlich mit Kunstharz aufgefüllt. Die Standfestigkeit der Stelen ist nicht gefährdet.