Gib mir fünf! - Tipps der Woche

Die fünf Tipps der Woche

Jede Woche stellen wir Ihnen Kunst-Höhepunkte vor, die Sie sich nicht entgehen lassen sollten. Diese Woche empfiehlt art-Autorin Sünje Todt Art Zines in Leipzig, Vogelen in München und Gesichter Afghanistans in Hamburg.
Die Tipps der Woche:Die fünf Tipps der Woche

Andrew Phelps: "Niigata Nr. 26" aus der Serie "Not Niigata"

Hamburg: Andrew Phelps "Not Niigata" und Richard Renaldi "Figure and Ground / Fall River Boys"

Im Rahmen der Hamburger Fotobuchtage, die vom 4. bis 7. Juni stattfinden, zeigt die Galerie Robert Morat eine Ausstellung der Fotografen Andrew Phelps und Richard Renaldi.

Andrew Phelps wurde 1967 in den USA geboren und lebt seit einigen Jahren in Salzburg. Von ihm sind Arbeiten aus der Serie "Niigata" und der gleichnamigen Publikation zu sehen, die, so Phelps, "die Geschichte (des) Nichtverstehens von Niigata" erzählen. Niigata ist eine Region an der japanischen Westküste, in die Phelps 2009 im Rahmen des "European Eyes on Japan"-Festivals reiste.
"Figure and Ground" und "Fall River Boys" heißen die beiden ausgestellten Serien von Richard Renaldi. 1968 wurde Renaldi in Chicago geboren und fotografiert vorwiegend Landschaften und Porträts der amerikanischen Landschaft und Bevölkerung. So porträtierte er beispielsweise Jugendliche in der Gemeinde Fall River, Massachusetts, die mit Arbeitslosigkeit und Armut konfrontiert sind. Beide Serien sind ebenfalls als Bildband erschienen.
Die Ausstellungen von Phelps und Renaldi sind vom 7. Mai bis zum 3. Juli zu sehen.

Leipzig: "Thanks for sharing!"

Art Zines sind von Künstlern publizierte Magazine, die entweder als Printausgabe oder online erscheinen. Die Inhalte der Publikationen sowie deren Erscheinungsbild sind sehr unterschiedlich. Zeichnungen, Fotografien und Texte werden von den Künstlern selbst gemacht oder ausgewählt. Oft erinnern sie in ihrer trashigen Kopieästhetik an die Punk-Bewegung der siebziger Jahre, in der Artikel und Bilder aus eigener Initiative verfasst oder gesammelt wurden, um sie dann zu vervielfältigen. Themen, die von den Medien nicht angesprochen wurden, ließen sich so an die Öffentlichkeit bringen.
In der Ausstellung "Thanks for sharing!", die vom 8. bis zum 30. Mai im Kunstraum D21, Leipzig zu sehen ist, werden mehr als 300 Art Zines aus 24 Ländern ausgestellt. Im Mittelpunkt stehen die unabhängigen Künstlerpublikationen und die Veränderung von deren Ästhetik und Verbreitung durch den Wandel der Technik.

Berlin: "Ostkreuz. Die Stadt. Vom Werden und Vergehen"

In diesem Jahr wird das C/O Berlin zehn Jahre und die Agentur Ostkreuz zwanzig Jahre alt. Gefeiert wird mit der gemeinsam konzipierten und umgesetzten Ausstellung "Die Stadt. Vom Werden und Vergehen", die vom 8. Mai bis zum 4. Juli im C/O zu sehen ist.
18 Fotografen der Agentur Ostkreuz machten in 22 Städten weltweit Bilder, die das Wesen der Städte wiedergeben. Anonymität, Wohlstand, Freiheit, Kultur und Armut sind die Themen, die in den Bildern auftreten. Hintergrund ist die These, dass die Urbanisierung ihren Höchstmarke erreichte hat und gleichzeitig Städte zerfallen oder zerstört werden. Seit dem Jahr 2008 leben mehr Menschen in Städten als auf dem Land.
Ostkreuz ist eine der bekanntesten Fotoagenturen Deutschlands, ihre Mitglieder fotografieren für Magazine wie "Stern", "GEO" und die "New York Times" und sind in vielen Kunstsammlungen vertreten. Zu den ausgestellten Fotografen zählen Sibylle Bergmann, Jörg Brüggemann, Annette Hausschild, Ute Mahler und Maurice Weiss.

München: "Zipor, Ziporim, Ziporra – ansonsten Danke und liebe Grüße"

"Der Vogel, die Vögel, das Vogelen" heißt die Übersetzung des aus dem Hebräischen kommenden Ausstellungstitels. In der Gruppenausstellung der Galerie Lichtkunst werden Arbeiten von 30 internationalen Künstlern gezeigt, die den Vogel zu Thema haben. "Wie die Vögel, kamen die Werke aus allen Himmelsrichtungen nach München geflogen", sagt Galerist Horst Ambacher. Die Arbeiten umfassen die Bereiche Fotografie, Collage, Aquarell, Zeichung und Video. Wer sich wundert, warum zwischen den ganzen Vögeln auch Frauenakte von etwa Otto Mühl zu sehen sind, dem sei gesagt, dass "Vogelen" – der Ausdruck für die Paarung bei Vögeln – nicht nur auf den Vogel bezogen ist ...
Die Ausstellung ist noch bis zum 21. Mai zu sehen.

Hamburg: Yvonne v. Schweinitz "Gesichter Afghanistans – Erfahrung einer alten Welt"

Im Jahr 1953 reiste Yvonne v. Schweinitz in den Nahen und Mittleren Osten und fotografierte Bevölkerung, Kultur und Landschaft. Schweinitz lernte den afghanischen Diplomaten Abdul Ghafur Brechna kennen, der ihr die Einreise nach Afghanistan ermöglichte. Über Herat, Farah, die Wüste Khash und Kandaharzog zog sie nach Kabul und fotografierte unter anderem die berühmten Buddha-Statuen im Bamiyan-Tal. Die Fotografien, die sie während ihres dreimonatigen Aufenthalts im Vielvölkerstaat Afghanistan machte, beeindrucken durch ihre Vielschichtigkeit. Insgesamt 120 Fotografien sind in der Handelskammer Hamburg vom 11. Mai bis zum 2. Juli zu sehen. Ergänzt werden sie von kunstgewerblichen Objekten aus Privatsammlungen.