AppArtAward 2013 - Karlsruhe

Was wäre wenn?

Die Grenzen zwischen realer und virtueller Welt verschwimmen zunehmend – jetzt hat das ZKM Zentrum für Kunst und Medientechnologie in Karlsruhe die besten kreativen Apps erneut mit dem "AppArtAward" ausgezeichnet. Neben dem "Künstlerischen Innovationspreis" sind in diesem Jahr die Sonderpreise "Augmented Reality Art" und "Crowd Art" mit dabei.
Verschwimmen der Grenzen:"AppArtAward" zum dritten Mal vergeben

Kei Shiratori, Takeshi Mukai, Younghyo Bak: "ARART", App für iOS, 2013

Zum dritten Mal hat das ZKM in Karlsruhe zusammen mit dem CyberForum e.V. und dem Crowdtesting-Anbieter Testbirds den "AppArtAward" für die besten kreativen Entwicklungen im Bereich der mobilen Applikationen vergeben.

App-Entwickler von vier Kontinenten und aus 23 Ländern haben sich mit über 100 Einreichungen für die jeweils mit 10 000 Euro dotierten Preise "Künstlerischer Innovationspreis", "Crowd Art" und "Augmented Reality Art" beworben. Ausgezeichnet wurden in diesem Jahr niederländische, japanische und australische Apps, die das Erleben von Musik, Kunst und Spielen durch eine neue Ebene erweitern.

Den "Künstlerischen Innovationspreis" für kreative und innovative App-Entwicklungen mit künstlerischem Gestaltungsspielraum, erhielt das niederländische Künstlerkollektiv JODI. Ihre App "ZYX" fordert den User dazu auf, virtuelle und physische Bewegungsabfolgen auszuführen, um ins nächste Level zu gelangen. "Treffen sich mehrere User im selben, neutralen Raum, entsteht dadurch eine absurde Performance, die an one minute sculptures, performance art ... erinnert," beschreibt Rainer Kolhberger, Gewinner des "AppArtAwards" 2011, den Spielprozess.

Mit dem Sonderpreis "Augmented Reality" wurde die App "ARART" prämiert. Von drei japanischen Medienkünstlern entwickelt, ermöglicht sie eine interaktive Betrachtungsweise von Kunstwerken. Historische Hintergründe werden kreativ vermittelt und berühmte Werke filmisch aufbereitet und persifliert: "Plötzlich zerbröckelt die Mona Lisa und wird zu einem alten Mann [Leonardo da Vinci], der seine Finger bewegt. Man ist für einen Moment zwischen der virtuellen und tatsächlichen Realität gefangen und fragt sich: Was wäre wenn? Auf diese Weise erweckt die App nicht nur Gemälde zum Leben sondern auch die kreativen Gedanken des Betrachters," erklärt CAS-Software-Designer Simon Knipper die App.

Vom australischen Kontinent kommt der Medienkünstler Andrew Bluff, Preisträger des Sonderpreises "Crowd Art". Bluffs App "Mobile Phone Orchestra" eröffnet dem Benutzer einzigartige Klangkunstwerke, indem sie die privaten Musikbibliotheken verschiedener Mobilfunkgeräte zu einem öffentlichen Klangraum kombiniert und so die kollektive Kreativität durch vernetztes Cloud-Computing ermöglicht. Sabiha Ghellal, Professorin für Mobile Medien an der HdM Stuttgart: "Mit wunderschönen Klangbildern visualisiert, erlaubt es eine neue Sicht in ein gemeinschaftliches, abstraktes Musikexperiment."

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