Mohammed- Karikaturen - Ausstellung

Nicht provozieren, sondern informieren

Vor zwei Jahren protestierten überall auf der Erde Muslime gegen die in einer dänischen Zeitung erschienen Karikaturen, die den Propheten Mohammed darstellten. Dabei ging es teilweise sehr gewaltsam zu. Nordische Botschaften wurden abgebrannt und Menschen starben. Nun wollen dänische Museen die Zeichnungen, die die Proteste ausgelöst hatten, erwerben und ausstellen. Statt für neue Proteste, wollen sie für Aufklärung sorgen.

Mit dem Museum für Dänische Papierzeichnungen (Museet for Dansk Bladtegning), dem Dänischen Medienmuseum (Dansk Mediemuseum) und dem Nationalmuseum interessieren sich gleich drei Häuser für die so genannten Mohammed-Karikaturen.

"Wir hoffen, dass wir alle Arbeiten bekommen können, um diese für die Zukunft zu erhalten. Die Karikaturen sind ein Teil der dänischen Geschichte geworden", so Jytte Kjaergaard von der Königlichen Bibliothek, zu der das Museum für Dänische Papierzeichnungen gehört. Das Haus besitzt rund 150 000 Arbeiten, von denen einige nie gezeigt wurden, sondern nur aufbewahrt werden. Kjaergaard sagt auch, dass die Karikaturen nicht notwendigerweise öffentlich ausgestellt werden müssten.

Das sieht Ervin Nielsen vom Medienmuseum anders. "Wir würden die Arbeiten gerne zusammen mit Medienberichten über die Veröffentlichung und die Proteste dagegen zeigen", so Nielsen. Er befürchtet keine erneuten Proteste. "Weil wir die Geschehnisse nach der Publikation dokumentieren und nicht bloß die Arbeiten zeigen würden, erwarte ich keine starken Reaktionen. Wir wollen nicht provozieren, sondern informieren", sagt Nielsen.

"Bis auf ein Blatt, das direkt danach für wohltätige Zwecke versteigert worden ist, sind noch alle im Besitz der Zeichner, und wir sind uns einig, dass wir die Werke gerne in einem Museum sehen wollen. Das ist wichtiger als ein hoher Verkaufspreis", so Claus Seidel, einer der Karikaturisten und Vorsitzender der dänischen Vereinigung von Zeichnern. Sollte es dem Museum für Dänische Papierzeichnungen nicht gelingen, die Bilder zu erwerben, hat auch das Nationalmuseum bereits Interesse erklärt.

"Wir sind gegen Zensur in der Kunst"

Die zwölf Karikaturen waren im Herbst 2005 in der dänischen Tageszeitung "Jyllands-Posten" erschienen und hatten in muslimischen Ländern zu gewalttätigen Protesten geführt. Andere Zeitungen druckten die Karikaturen später nach.

Viele Muslime stoßen sich an Abbildungen des Propheten, manche meinen sogar, diese seien generell verboten. Einige der Karikaturen brachten Mohammed mit im Namen des Islam ausgeführten Terrorakten in Verbindung. So zeigt ein Bild Mohammed mit einer Bombe als Turban. Andere Werke waren weniger drastisch. Die Proteste begannen bereits im Jahr 2005 und breiteten sich Anfang 2006 rasant vor allem in Teilen der arabischen Welt aus. Nordische Botschaften wurden abgebrannt und bei Demonstrationen kamen etliche Menschen ums Leben. Diverse Journalisten wurden verurteilt, weil sie die Zeichnungen nachdruckten. Der "Jyllands-Posten" war es darum gegangen, sich für die Meinungsfreiheit einzusetzen.

Die so genannte Mohammed-Krise hat die Zeichnungen international bekannt gemacht, dänische Auktionshäuser haben Exemplare zum Kauf angeboten bekommen. Sowohl Bruun Rasmussen als auch Lauritz.com haben sich aber geweigert, die Werke zu versteigern. "Natürlich unterstützen wir die Meinungsfreiheit und sind gegen Zensur in der Kunst, aber wir versuchen Verkäufer zu vermeiden, die unnötigerweise religiös oder politisch beleidigen", sagt Mette Rode von Lauritz.com.

Nielsen vom Medienmuseum hofft in jedem Falle die Zeichnungen noch im Laufe des Jahres als Teil einer Ausstellung zum Thema Meinungsfreiheit zeigen zu können. "Wenn wir den Besuchern die Originale zeigen können, bringt das eine ganz spezielle Authentizität mit sich", sagt er.