Gib mir fünf! - Tipps der Woche

Die fünf Tipps der Woche

Jede Woche stellen wir Kunst-Höhepunkte vor, die Sie sich nicht entgehen lassen sollten. Dieses Mal: Sportpokale, Guerilla-Gärtnern und ein Blütenmeer aus Salz.

Linz: Subversiv-Messe

Subversion, die, so der Brockhaus, "meist im Verborgenen betriebene Tätigkeit", unterläuft sich nun selbst und tritt in Linz im Rahmen der Subversiv-Messe an die Öffentlichkeit. Doch wird man hier kaum die Möglichkeit haben, der eigenen Konsumlust zu frönen, da sich das Messeangebot hauptsächlich auf Workshops, Beratungen und Dienstleistungen beschränkt. Lehrreich ist das Projekt der Gruppe Social Impact aber allemal: Wie man sich der öffentlichen Kameraüberwachung entzieht oder Fingerabdrücke kopiert kann man hier nämlich genauso lernen wie Guerilla-Gärtnern mit Saatbomben. Nichts also für Gesetzestreue und Risikoscheue. Die Revolution findet vom 14. bis zum 17. Mai statt.

Hamburg: Motoi Yamamoto – Sakura/Cherry Blossom

Salz, ein alltäglicher und zugleich lebensnotwendiger Stoff, hat in der japanischen Kultur große Symbolkraft: Der eigentlich durchsichtige Kristall – weiß erscheint er nur aufgrund einer Lichtreflexion – findet dort dank seiner Reinheit bei Trauerritualen Verwendung und wurde in dieser Bedeutung auch zum künstlerischen Ausdrucksmittel für Motoi Yamamoto. Seit dem frühen Tod seiner Schwester installiert der 1966 in Hiroshima geborene Künstler aus der Substanz in meditativer Feinarbeit Himmelstreppen, Korridore oder Labyrinthe. Zart, brüchig und unbetretbar verkörpern sie seine stille Sehnsucht. Für die Mikiko Sato Galerie hat Yamamoto nun in achttägiger Geduldsarbeit über 100 000 Kirschblüten auf dem Galerieboden verstreut. Neben dieser poetischen Salzinstallation zeigt die Ausstellung noch bis zum 3. Juli Fotos und Entwurfsskizzen sowie weitere kleinere Arbeiten. Zur Vernissage am 19. Mai findet eine Musik-Performance von Yoshiyuki Kimura mit dem japanischen Saiteninstrument Tsugaru-Shamisen statt.

Stuttgart: Bücher, Bücher, Bücher – nichts als Bücher

Während der digitale Fortschritt gerade dabei ist, unsere Bücher zu verschlingen, um sie dann als e-books verdaut auf den Bildschirm zu bringen, während das wertvolle Kölner Stadtarchiv unschätzbare Kulturgüter unter sich begraben hat oder in Weimar durch Feuer ganze Buchbestände gelöscht wurden, widmet die Ursula Blickle Stiftung in Stuttgart eine ganze Ausstellung dem Buch. Sie zeigt verschiedene künstlerische Positionen, von Anselm Kiefer über Giulio Paolini bis hin zu Candida Höfer, und vereint darüber hinaus auch Videodokumentationen, Filme von François Truffaut und Dokumente der Bücherverbrennung durch die Nationalsozialisten zu einer vielfältigen Hommage an "Bücher, Bücher, Bücher".

Ludwigshafen/Mannheim: Anton Henning – Antonym

Die Ausstellung "Antonym" widmet sich gleich zweimal dem zwei Dekaden umfassenden Werk des Berliner Allroundkünstlers Anton Henning, der neben der Malerei und Bildhauerei auch als Filmemacher, Musiker und Designer tätig ist. Die persönliche Ausdrucksvielfalt spiegelt sich auch in seiner gattungs- und medienüberschreitenden Kunst wieder, die Fotografie mit Malerei, Malerei mit Skulptur oder Figuration mit Abstraktion verbindet. Das Wilhelm-Hack-Museum Ludwigshafen zeigt Henning vor allem als Maler, indem es seine verschiedenen Werkgruppen und Bilderserien zusammenbringt, während die Kunsthalle Mannheim seine eigenwilligen Leuchtrahmen-Gemälde und "Quadrinom" genannten dreidimensionalen Gebilde in den Mittelpunkt der Ausstellung stellt. Beide Schauen können vom 16.Mai bis zum 16. August besucht werden.

Frankfurt: Aleksandra Mir

2529 Pokale, ein "Triumph". Die so betitelte Ausstellung der polnischstämmigen Aleksandra Mir vereint in den Räumen der Schirn-Kunsthalle Fußball-, Bowling-, Autorenn- oder Tanz-Trophäen zu einer Installation glorreicher Vergangenheiten. Ausgangspunkt des Projekts war eine Anzeige, die Mir in einer sizilianischen Tageszeitung schaltete: Innerhalb kürzester Zeit überließen Kanarienvögelzüchter und Langstreckenläufer der Künstlerin bereitwillig die Relikte ihrer Erfolge. Viele Menschen, stellte Mir fest, wollten sich von der materiellen Last lösen. Die einst mit Emotionen aufgeladenen Pokale entpuppten sich als wertlose Massenware, die jedermann für jeden Preis im Internet erwerben kann. Indem Mir die Trophäen in ein Museum stellt, zieht sie Parallelen zum Kunstbetrieb und dessen inszenierten Wettkämpfen bei Preisverleihungen und Biennalen. Die Besucher können noch bis zum 26. Juli für sich entscheiden, ob Aleksandra Mir eine Trophäe für ihre Arbeit verdient hätte.

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