Gib mir fünf! - Tipps der Woche

DIE FÜNF TIPPS DER WOCHE

Unsere Serie "Gib mir fünf!" präsentiert Ihnen jede Woche fünf Kunst-Höhepunkte, die Sie sich nicht entgehen lassen sollten. art-Autorinnen Marie-Hélène von Montgelas und Jennifer Rumbach empfehlen diese Woche: einsame Autos, Vollmond-Bilder und Glam-Rock-Schmuck.

Berlin: "Darren Almond. Sometimestill"

Fast surreal wirken die Ausstellungsbilder von Darren Almond, die ausschließlich bei Vollmond mit langen Belichtungszeiten erstellt wurden. Die Faszination der Leuchtkraft des Mondlichtes, die auf Almond einwirkt, und die Farbveränderung der Landschaft in den Langzeitaufnahmen, sind schwer zu verkennen. Die in der Galerie ausgestellten Arbeiten fangen die Huang Shan Region der Provinz Anhui in China ein. Ein häufiges Motiv in der traditionellen chinesischen Landschaftsmalerei. Weit weg vom Trubel der Großstadt erscheinen Almonds mystische, auch melancholische Landschaften umso beeindruckender, da sie nicht nur vom Mondlicht, sondern auch von dem sie umgebenden historischen Kontext geformt sind. Fernab von der Großstadt mit ihrem hektischen Leben und ihrer grellen Beleuchtung scheinen Landstriche wie Oasen der Ruhe. Die Berliner Galerie Max Hetzler zeigt die Fullmoon-Fotografien "sometimestill" von Darren Almond vom 14. März bis 25. April.

München: "Blank / Heuser / Hoedl / Kamata. Oben hart oder der Abschied vom Ösensystem"

Es muss nicht immer klassische Kunst sein. Schmuck kann das Lebensgefühl und die Stimmung einer Zeit auch sehr gut transportieren. Wie Kunststudenten und Absolventen der Akademie der bildenden Künste in München ihre Gefühle in ihren Kunstwerken verarbeiten, zeigt eine Ausstellung in der Münchner Galerie Wittenbrink Fuenfhoefe. Hier bekommt der Schmuck seine volle Aufmerksamkeit."Oben hart oder der Abschied vom Ösensystem" bietet dem Betrachter außergewöhnliche künstlerische Schmuck-Kreationen. Die Künstler, die ihre Inspiration und Fachlichkeit vom Schweizer Professors Otto Künzli erfahren haben, Alexander Blank, Stefan Heuser, Christian Hoedl und Jiro Kamata fertigen aus Materialien wie Kameralinsen, Silber, Baumwolle, Seide, Kunststoff, Dammhirschgeweih oder Acryllack kleine Kunstwerke. Den Glam-Rock-Schmuck wie die vier Künstler selbst ihre Werke bezeichnen, bieten somit eine erfrischende Ergänzung zur Handwerksmesse "Schmuck", die parallel in München zu sehen ist.

Hamburg: "Bernhard Fuchs - Autos"

Ein weißes Auto steht verlassen an der Schneise eines Wegrandes. Das ist an sich noch nichts besonders außergewöhnlichliches. Ein Zustand, der sich täglich überall auf der Welt ergibt und selten Erwähnung findet oder dokumentiert wird. Für den in Düsseldorf lebenden österreichischen Künstler Bernhard Fuchs hat dies jedoch etwas Originelles an sich. Die Faszination ist sogar so groß, dass er sich aufmacht und diesem Phänomen eine ganze Foto-Serie widmet, die in der Hamburger Galerie Robert Morat bis zum 5. Mai zu sehen ist. "Die Autos in der Landschaft hatten eine Wirkung auf mich, wie die von Schauspielern auf einer Bühne, und ich fing ab da ihren Witz und ihre Tragödie zu interpretieren und zu sammeln an," begründet Fuchs seine Motivwahl. Parallel sind auch noch die Ausstellungen "What still remains" und "One day in November" von Jessica Backhaus zu sehen.

Karlsruhe: "Tausendund_ein Iran"

Zu viele Vorurteile verschleiern unser Bild vom Iran. Zu wenig wissen wir über die Geschichte, die Kultur und die Kunst, obschon mittlerweile zirka 120 000 Iraner in Deutschland leben. Das 10. Kulturfestival Frauenperspektiven holt unter dem Titel "Tausendund_ein Iran" die Faszination Persiens nach Karlsruhe. Unter anderem wird den Besuchern in mehreren Ausstellungen ein Einblick in die künstlerischen Tätigkeiten von Iranerinnen gewährt, die sich mit Fotografie, Installation, Malerei und Kalligrafie beschäftigt haben. Über 40 Veranstaltungen, darunter Vorträge, Ausstellungen und Filme, werden vom 13. bis 29. März in ganz Karlsruhe zu sehen sein und danach in sechs weiteren Städten wie Baden-Baden und Bruchsal.

Köln: "Nelleke Beltjens. Fragments of the Parts"

Die Arbeiten von Nelleke Beltjens lassen viel Raum für Assoziationen offen. Von weitem lassen sie einen an wolkenähnliche Gebilde denken, die sich aber beim Herantreten als komplexe Strichformationen entpuppen. Die Niederländerin zeigt in der Einzelausstellung "Fragments of the Parts" Zeichnungen, die aus unzählbar vielen Strichen bestehen. Diese werfen durch immer wieder auftretende Leerstellen die Frage nach dem Sichtbaren und Unsichtbaren auf und sind für den Betrachter kaum zu erfassen. Zu sehen in der Galerie Christian Lethert in Köln vom 13. März bis 17. April.