Gib mir fünf! - Tipps der Woche

Die fünf Tipps der Woche

Unsere Serie "Gib mir fünf!" präsentiert Ihnen jede Woche fünf Kunst-Höhepunkte, die Sie sich nicht entgehen lassen sollten. art-Autor Adrien Leroy empfiehlt diese Woche einen Gang über den Laufsteg, ein Update der Zukunft, und einen Blick in eine vereinsamte Kaserne.

Düsseldorf: Besucher auf den Laufsteg!

Der Laufsteg ist ein Ort der Inszenierung, und seine theatralische Dimension ist auf den Modenschauen heute fast wichtiger als die Mode an sich. Diesen Trend spiegelt die Ausstellung "Catwalks" im NRW-Forum in Düsseldorf wider. In Zusammenarbeit mit der deutschen "Vogue" zeigt das Forum die spektakulärsten Inszenierungen von Modenschauen der letzten Jahre: große Auftritte von Dior, zirkusartige Shows von Galliano, konzeptionelle Performances von Hussein Chalayan. Bei "Catwalks" ist der Besucher selbst ein Model auf dem Laufsteg, der ihn, gewissermaßen als roter Faden, zu den großen Modenschauen führt. Diese werden noch bis zum 1. November durch Videoeinblendungen und Multimediainstallationen zu 3D-Live-Spektakeln im NRW Forum animiert.

Stuttgart: Bachelor-, Master und Diplomarbeiten treffen aufeinander

Zum Rundgang 09 lädt von Freitag 24. Juli bis Montag 27. Juli die Staatliche Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart ein. Die Präsentation der Abschlussarbeiten und Studienprojekte aus den Bereichen Kunst, Architektur, Design und Wissenschaft sowie Preisverleihungen, Aktionen und thematische Führungen machen das Programm dieses langen Wochenendes aus. Zur Eröffnung des Rundgang 09 sind zahlreiche Performances an verschiedenen Orten der Schule vorgesehen. Ein Katalog der Kunstdozenten erscheint in diesem Jahr erstmals in der Geschichte der Hochschule: "Die Akademie, die Kunst, die Professor/innen" zeigt auf über 400 Seiten aktuelle Einblicke in deren künstlerische Arbeit.

Hamburg: Venedig siedelt an die Elbe um

Bis zu 6. September ist die Ausstellung "Updating Germany – Venezia Goes Elbe!" im Kunstverein Harburger Bahnhof in Hamburg-Harburg zu sehen. "Updating Germany – Projekte für eine bessere Zukunft" war der deutsche Beitrag zur 11. Internationalen Architekturbiennale in Venedig 2008. "Die Welt ist im Ungleichgewicht – ökonomisch, ökologisch und sozial. Architektur und Städtebau können die Welt nicht retten – aber einen Beitrag leisten….", so beschrieben die Kuratoren Friedrich von Borries und Matthias Böttger das ehrgeizige Projekt. Ziel des "Update" ist es, ein Zusamenspiel zahlreicher Disziplinen für eine bessere Zukunft zu fördern. So beschäftigen sich die Beiträge nicht nur mit Architektur und Städtebau, sondern auch mit Biotechnologie, Medien, Energieerzeugung, Transport, Verkehr sowie Ernährungsforschung. 20 Projekte von Architekten, Designern, Ingenieuren und Künstlern warten in Harburg auf die Besucher.

Osnabrück: Der langsame Rückzug der Briten

Über ein Jahr haben Nicole Blaffert und Franz Wamhof den Abzug der britischen Streitskräfte in Osnabrück dokumentiert. Ihre Serie "drawdown, der Abzug" bebildert diesen langen Prozess des Übergangs. Geduldig haben die zwei Künstler in der fast verlassenen Kaserne auf jene "Zwischenzeiten" gelauert, die eine "Zeitebene aufblitzen lassen". Menschenleere Kasernenhöfe, ausgeräumte Zimmer, abwesend wirkende Gesichter, die zwischen zwei Welten zu hängen scheinen: Beinahe ist auf diesen Fotos die Stille spürbar, die allmählich in die Räume eindringt. 64 Jahre lang war die britische Garnison in Osnabrück stationiert. Die Arbeit sei eine dokumentarische Erfassung einzelner Schichten, die diese Epoche hinterlassen hat, beschreibt Franz Wamhof das Projekt. Bis zum 26. Juli kann man den langsamen Abzug der Soldaten im Kulturgeschichtlichen Museum der Stadt Osnabrück noch nachverfolgen.

München: Installative Eingriffe in der Villa Stuck

In der Villa Stuck lässt der Künstler Gerwald Rockenschaub unter dem Titel "Promise vs. Reality" die Grenze zwischen Bild und Raum, zwischen Malerei und Installation schwanken. Rockenschaub, der auf der 45. Bienale in Venedig mit dabei war und für die Documenta 12 eine "Vermittlungsinsel" schuf, hat aufgrund der Raumsituation ein Ausstellungskonzept für die Villa Stuck entwickelt: "Egal, ob das Bilder oder installative Eingriffe sind – ich orientiere mich da zweckmäßig und projektbezogen." Im Erdgeschoss findet der Besucher verschiedenfarbige geometrische Objekte im Stil der "Minimal Art", im Obergeschoss hingegen dominiert monochrome Wand- und Deckenmalerei. Der Künstler spielt mit der ursprünglichen Aufteilung der Räume und setzte farbige Aktenze, um dem Besucher eine neue Raumwahrnehmung zu ermöglichen.