Save The Arts - UK-Kampagne

Eine bedeutende Botschaft

"Hände weg von der Kultur" ist die Botschaft einer Kampagne gegen Subventionskürzungen in Großbritannien. Über 100 Künstler, darunter Damien Hirst, Tracey Emin, David Hockney, Anish Kapoor und David Shrigley, beteiligen sich mit humorvollen Protestvideos.

"Ich will Dir was über die Kultur erzählen", sagt der Bauer zu seinem Sohn Anthony. Beim Pflügen mit dem Traktor und beim Scheren eines Schafs preist er sie als wichtigen Bestandteil unseres Lebens. "Erinnerst Du Dich, als wir das letzte Mal in einem Museum waren?" Sie stehen vor einer Vitrine von Damien Hirst, in der sich Fliegen an einem blutigen Kalbskopf laben. "Phantastisch!", findet er. Doch jetzt sind die Künste durch drastische Kürzungen bedroht, und das behagt ihm garnicht. "Die Kultur ist einer der wenigen Bereiche, auf die wir stolz sein können", sagt er, "und außerdem bringt sie dem Staat viel Geld."

"Eine bedeutende Botschaft" nennt der schottische Zeichner David Shrigley seinen kleinen Zeichentrickfilm, den er zwischen den Vorbereitungen zu einer großen Schau in New York und seiner Hochzeit noch schnell drehte. "Hände weg von der Kultur" ist die Botschaft – die angedrohten Subventionskürzungen in Höhe von mindestens 25 Prozent werden nicht wieder gut zu machenden Schaden anrichten. Der Film soll dazu beitragen, das zu verhindern.

Die Kampagne gegen die Kürzungen, die mit Shrigleys witziger Polemik lanciert wurde, wird von der Visual Arts Group London getragen, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, neue Wege zur Finanzierung der Künste und zur künstlerischen Zusammenarbeit zu finden. Ihr gehören Künstler, Museen, Galerien und Kulturorganisationen an, und mehr als 100 Künstler, von Anthony Caro bis Damien Hirst, von David Hockney bis Tracey Emin, von Bridget Riley bis Antony Gormley, haben nun ihre Unterschrift unter einen Aufruf an die Regierung gesetzt, in dem diese aufgefordert wird, die Kürzungen noch einmal zu überdenken. In den letzten 20 Jahren sei die Kultur, so argumentiert der Aufruf, zu einer wichtigen Kraft in der Gesellschaft geworden. Die Kulturschaffenden seien durchaus bereit, den Gürtel enger zu schnallen, doch Einsparungen in dieser Höhe würden die sozialen und wirtschaftlichen Vorteile der Kultur für die Gesellschaft zerstören. Und auf ihrer Webseite wendet sich die Kampagne an die Öffentlichkeit, den Aufruf ebenfalls zu unterschreiben.

"Ich möchte nicht Kunst für die Wenigen, ebenso wenig wie ich Erziehung oder Freiheit für die Wenigen möchte", schrieb schon der Künstler und Sozialreformer William Morris im 19. Jahrhundert. Turnerpreisträger Jeremy Deller hat den damals utopischen Satz auf einem Plakat für die Kampagne verarbeitet. Er wird für sie als nächster ein Werk schaffen, gefolgt von einem weiteren Turnerpreisträger, Mark Wallinger. Jede Woche soll eine neue Arbeit der Öffentlichkeit vorgestellt werden, bis zum 20. Oktober, wenn der Schatzkanzler seinen Sparhaushalt vorlegt. Ob er sich den Appell der Künstler zu Herzen nehmen wird, muss man abwarten.