Gib mir fünf! - Tipps der Woche

Die fünf Tipps der Woche

Unsere Serie "Gib mir fünf!" präsentiert Ihnen jede Woche fünf Kunst-Höhepunkte, die Sie sich nicht entgehen lassen sollten. art-Redakteurin Petra Bosetti empfiehlt diese Woche: eine Skulptur-Triennale, Web-Interview mit Jonathan Meese und Polaroid-Aktfotografie.

Berlin: Paolo Roversi

Ein wunderbar altmodisches Medium benutzt der italienische Fotograf Paolo Roversi: Seit 1980 fotografiert er mit der großformatigen 8x10-Zoll-Polaroidkamera. Auch einem Model ist er treu – er fotografiert seit zwölf Jahren seine Muse Guinivere, die mal bekleidet, mal nackt in seinen Fotos erscheint. Gänzlich unbekleidet sind, wie der Name schon sagt, die Modelle der Serie "Nudi" (Nackte), darunter auch Top-Models wie Kate Moss oder Tatjana Patiz. Vom 13. Juni bis zum 25. Juli sind Paolo Roversis Fotografien bei Camera Work in Berlin zu sehen.

3min: Jonathan Meese

"Als erstes deutsches Webserien-Portal präsentiert "3min" seinen Usern eine Auswahl der interessantesten Webserien", wirbt das Start-Up "3min" für eine neue Form von Entertainment und Information im Web, die Webserie. Denn, so die Macher: "Seriell präsentierte Videoinhalte, thematisch weit gespannt und in webgerechten Portionen aufbereitet, sind the next big thing im Netz." Jüngster Streich des "3min"-Teams: der "Art Talk", eine Interviewreihe mit prominenten Kunstschaffenden. Nach Daniel Richter und Norbert Bisky steht der Medienstar Jonathan Meese. Das "Enfant terrible der Kunstszene nimmt uns mit auf einen Trip durch seine Gedankenwelt", versprechen die Produzenten des Videos. Das ist ab sofort montags, mittwochs und freitags auf der Website von "3min" zu sehen oder noch einfacher: Klicken Sie es hier auf der Website von art an!

Bad Ragaz: "4. Schweizerischen Triennale der Skulptur"

Wenn es sich das Wetter doch noch anders überlegen sollte – warum nicht mal an diesem Wochenende (oder einem der nächsten) zur "4. Schweizerischen Triennale der Skulptur" (bis 1. November) fahren? Die findet nicht nur im Schweizer Bad Ragaz statt (das sich aus diesem Anlass neckisch in "Bad RagARTz" nennt), sondern an unzähligen Orten auch im Gebiet zwischen diesem Kurort und Liechtensteins Hauptstadt Vaduz. Unter den teilnehmenden Künstlern sind so bekannte Namen vertreten wie Magdalena Abakanowicz (Polen), Fernando Botero (Kolumbien), Martin Disler, Alfonso Hüppi, Daniel Spoerri (Schweiz), Heinz Mack und Karl-Henning Seemann (Deutschland).

Arte: Christo und Jeanne-Claudes "The Gates"

Der Kultursender Arte hält am heutigen Donnerstagabend (23.35 Uhr) Rückschau auf ein künstlerisches Großereignis, das nicht nur von beeindruckenden Ausmaßen, sondern auch von berückend-poetischer Wirkung war: 2005 verwandelte das Künstlerehepaar Christo und Jeanne-Claude den winterlichen Central Park in New York mit Hilfe von 7503 Toren, an denen orange-goldene Stoffbahnen flatterten, in ein buntes Wintermärchen ("The Gates"). Rund 100 000 Quadratmeter safranfarbener Nylonstoff, 96 500 laufende Meter orangefarbener Kunststoffröhren, 5290 Tonnen Stahl, 16 5000 Muttern und Bolzen und etwa 600 Arbeiter – das waren die Zutaten für das spektakulärste Kunstereignis der Saison, das jetzt noch einmal im Fernsehen Revue passiert. Die Dokumentarfilmer Antonio Ferrera und Albert Maysles haben Christo und Jeanne-Claude bei deren jahrelangen Kampf um die Realisierung ihres Traums begleitet.

Hamburg: Figurinen von Hans Arp

Spielerisch und heiter geht es im Hamburger Ernst-Barlach-Haus zu: Hier sind Figurinen des Schweizer Dadaisten Hans Arp (1886 bis 1966) aus der Fondazione Marguerite Arp in Locarno zu Gast (14. Juni bis 27. September). Seit den fünfziger Jahren hatte sich Arp immer wieder der menschlichen Figur gewidmet: Aus Hunderten von Scherenschnitten schuf er eine Parade von Kugelmännern und amphorenförmigen Frauen, von Kopffüßlern und Flügelwesen. Aber auch mit anderen Materialien: Die Ausstellung versammelt mehr als 200 dieser Scherenschnitte, Zeichnungen, Collagen, Reliefs und Plastiken (Katalog: Steidl Verlag, 25 Euro).