Gib mir fünf! - Tipps der Woche

Die fünf Tipps der Woche

Jede Woche stellen wir Kunst-Höhepunkte vor, die Sie nicht verpassen dürfen: Diesmal Künstlerbücher in Berlin, Fumie Sasabuchi in München, Aktionskunst in Frankfurt, Bernard Frize in Leverkusen und Nasan Tur in Berlin.

Gera / München: Fumie Sasabuchi

Fotografien von makellosen, erotischen Frauenkörpern sind das Ausgangsmaterial für Fumie Sasabuchis Bilder: In surrealistischer Manier übermalt und verfremdet die aus Japan stammende Künstlerin die geschönten Aufnahmen. Mittels Farb- und Kugelschreibern seziert sie die Modelle bis auf die Knochen und legt deren Adern, Sehnen und Gedärme frei und schafft eine Symbiose von Lebendigkeit und Vergänglichkeit. Gleich zwei Ausstellungen sind dem aufregendem Werk der Künstlerin gewidmet: Vom 3. September bis 29. Oktober stellt sie im Kunstverein Gera aus und vom 28. Oktober bis zum 11. Dezember in München, wo Sasabuchi zur Zeit lebt und arbeitet.

Frankfurt: Playing the City 2

Mit einem Mikrofon auf offener Straße lauthals debattieren, im Chor ein Lied in der Straßenbahn anstimmen, in phantastischen Räumen aus transparenten Klebebändern schweben oder sich den Plexiglasmond für einen Tag ausleihen - all das bietet das Kunstprojekt "Playing the City 2" in der Frankfurter Innenstadt vom 8. bis 26. September. Das Schauspiel wird von mehr als 20 internationalen Künstlern mit Performances, Aktionen und Installationen organisiert. Jeder ist eingeladen bei dem Spektakel mitzumachen und über die Grenzen des Raumes zu reflektieren. In der Kunsthalle Schirn wird eine Zentrale eingerichtet, in der via Videolivestreams das aktuelle Geschehen auf der Straße verfolgt werden kann.

Leverkusen: Bernard Frize

Bernard Frizes Bilder setzen am elementarsten Ort der Malerei an: dem Auftrag von Farbe auf die Leinwand. Die Bewegung des Pinsels bleibt in den leuchtend-lebendigen Farbverläufen sichtbar, sodass der Werkprozess, das Prozessuale, für den Betrachter zugänglich bleibt. Die neueste Ausstellung des französischen Malers "And How and Where and Who" eröffnet am Sonntag im Museum Morsbroich in Leverkusen. Die Schau (bis 7. November) bietet einen vielfältigen Gesamtüberblick über das Werk des Künstlers, der sich lange der rein abstrakten Malerei verschrieb, sich in seinen neueren Bildern aber dem Gegenständlichen annähert.

Berlin: Nasan Tur

"Time for Revollusion" steht als Graffiti an einer Außenwand in Frankfurt geschrieben. Verkommt damit der Begriff der Revolution, einst so mächtig und bedeutsam in der Geschichte, heute nur noch zu einem Werbeslogan ohne Inhalt? Wortneuschöpfungen wie das der "Revollusion" gehören zum Werk Nasan Turs, der auf humorvolle Art die Revolutionsästhetik parodiert. Die Werke des Wahlberliners wurden bereits international ausgestellt und mehrmals ausgezeichnet. Im Zentrum der Berliner Ausstellung steht eine große Videoinstallation des Künstlers. Zu sehen sind Turs Werke von 5. bis zum 25. September im Senatsreservenspeicher in der Ausstellungsreihe "Super Reactive Subjects" in Berlin (Cuvrystraße 3).

Berlin: Miss Read / KW Institute for Contemporary Art

Für Kunstfreunde mit kleinem Geldbeutel sind genau das Richtige: Künstlerbücher. Kommendes Wochenende (3. bis 5. September) sind in den Kunst-Werken Institute of Contemporary Art in Berlin internationale Verlage zu Gast, die hier ihre Künstlerbücher vorgestellen. Zu bestaunen sind über 40 aktuelle Publikationen. Ergänzt wird die Veranstaltung von einer Reihe von Experten-Vorträgen.