Gib mir fünf! - Tipps der Woche

Die fünf Tipps der Woche

Jede Woche stellen wir Kunst-Höhepunkte vor, die Sie nicht verpassen dürfen. Diesmal: bizarre Räume, Liebespaare und Orgelpfeifen

Berlin: "All that Glitters"

Die Ausstellung "All that Glitters" der amerikanischen Fotokünstlerin Raïssa Venables führt den Besucher auf eine Reise durch das Richard-Wagner-Haus in Bayreuth, das prachtvolle Grüne Gewölbe in Dresden oder die coole Austern-Bar im New Yorker Bahnhof Grand Central.

Auf den ersten Blick wirken die bizarren Räume und Treppenhäuser wie Filmstills. In ihren Werken nutzt Venables die technischen Möglichkeiten digtaler Fotografie aus und komponiert aus vielen verschiedenen Einzelansichten einen multiperspektivischen Raum. Heraus kommt ein fotografisches "Porträt" eines Raumes, das die "Geschichte des Ortes" erzählen will.

29. Oktober bis 4. Dezember 2010 in der Galerie Wagner+Partner

Salzburg: "La Mirada"

Daros Latinamerica – hinter diesem Namen verbirgt sich mehr als eine Sammlung südamerikanischer Kunst. Seit nunmehr zehn Jahren versteht sich das "Casa Daros" als unabhängige Plattform und Vernetzungsorgan mit dem Ziel, herausragende Arbeiten südamerikanischer Gegenwartskünstler einer breiten Öffentlichkeit nahe zu bringen. Das Museum der Moderne in Salzburg zeigt bei seiner aktuellen Ausstellung "La Mirada" mit rund 100 Fotografien und 15 Videoarbeiten von 22 Künstlern eine Auswahl der mehr als 1000 Werke umfassenden Collection, die sowohl installative und mediale Arbeiten, Fotografie, sowie Zeichnungen und Malerei versammelt. Die Ausstellung bietet ein breites Spektrum künstlerischer Zugänge, das von dokumentarischen und sozialkritischen Arbeiten bis zu fantasievollen und selbstreflexiven Inszenierungen reicht. Mit Arbeiten von Ana Mendieta, Regina José Galindo, Martín Sastre, Santiago Sierra oder Vik Muniz wird so ein Blick auf "Lateinamerika als Kunstregion in einem globalen Netzwerk künstlerischer Produktion und Reflexion" gewährt.

30. Oktober 2010 bis 16. Januar 2011 im Museum der Moderne

Berlin: "My Bag"

Themen wie Armut, Protest, Krieg und Politik, als auch Schlagzeilen wie "POVERTY AMIDST PLENTY" oder "INJURED IN CHICAGO" kennzeichnen die Bilder auf den Collagen und Assemblagen aus den Sechziger- und Siebzigerjahren des 2006 verstorbenen Künstlers Ralph Arnold. Sein Werk, das durch das Wirken Paul Klees und Kurt Schwitters beeinflusst wurde, bewegt sich frei zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion und bedient sich der Bildsprache der Populärkultur. Als Afroamerikaner interessiert sich der Künstler für das gesellschaftlichen Befinden und kulturelle Erbe dieser ethnischen Gruppierung. Sein facettenreiches Gesamtwerk spiegelt einen wagemutigen, selbstkritischen, humorvollen, moralischen Charakter, der sich stets begeisterungsfähig für Schönheit in allen ihren Erscheinungsformen zeigt.

30. Oktober bis 23. Dezember 2010 in der Galerie Nolan Judin

Köln: "Paris bezauberte mich"

Sie war "bezaubert" von der französischen Kunstmetropole, bewunderte die Impressionisten und verehrte Auguste Rodin: Anlässlich seines 25-jährigen Jubiläums zeigt eine rund 160 Werke umfassende Ausstellung in Köln die Künstlerin Käthe Kollwitz im Kreise von Impressionisten und Neo-Impressionisten. Es ist die Welt der Pariser Nachtlokale, Liebespaare und des Straßenlebens, die Kollwitz während ihrer Aufenthalte in Paris thematisierte. Angeregt von Pariser Zeitgenossen wie Édouard Manet und Edgar Degas, ließ sie sich zu großer Experimentierfreude mit Farbe, Linie, Fläche und Komposition inspirieren. Die Ausstellung stellt eine Auswahl an farbigen Lithographien, Aktzeichnungen und Plastiken von Kollwitz im Käthe Kollwitz Museum den Werken von Auguste Rodin, Pierre Bonnard und anderen gegenüber.

29. Oktober 2010 bis 16. Januar 2011 im Käthe Kollwitz Museum

Berlin: Jason Dodge

"I woke up. There was a note in my pocket that explained what had happened." Jason Dodge ist ein Geschichtenerzähler. Dabei bewegt er sich zwischen traumhaften Erzählungen und Geschichten mit überraschenden Wendungen. Und eigentlich erzählt auch nicht er, sondern seine sehr minimalistischen Skulpturen und Installationen werden zum Träger einer Geschichte. Jason Dodges Arbeiten unterliegen einem genauen Konzept. Indem Dodge einfache, eigentlich vertraute Objekte ihrer bekannten Funktion entbindet und zum Beispiel durch den Titel in einen neuen Kontext bringt, fordert er die Assoziationen seines Publikums. Die Betrachtung seiner Werke ist damit mit dem Akt des Lesens vergleichbar. Für die kommende Ausstellung in der Galerie Veneklasen/Werner in Berlin hat Jason Dodge unter anderem Weber aus unterschiedlichen Teilen der Welt beauftragt, Decken in den Farben des ihnen am nächsten befindlichen Gewässers zu fertigen. Diese Decken werden zusammen mit Orgelpfeifen installiert. Durch die räumliche Zusammenführung der eigentlich so unterschiedlichen Dinge soll die Entfernung ihrer Ursprünge überwunden, in der die Verbindung von Wind, Wasser und Sound die Distanz auf epische Weise erfahrbar gemacht werden.

30. Oktober bis 23. Dezember 2010 in der Galerie Veneklasen/Werner