Tate after Dark - London

Roboter im Museum

Nachts durchs Museum – in der Tate lassen Roboter heute diesen Traum wahr werden.
Roboter im Museum:Nachts unterwegs in der Tate

Der Roboter von After Dark zusammen mit Jacob Epsteins "The Visitation", 1926

Wer hat nicht schon einmal davon geträumt, des Nachts durch ein menschenleeres Museum zu wandern, in der Dunkelheit, allein mit den Kunstwerken, angestrahlt von einer Taschenlampe?

Das ist nun in der Sammlung britische Kunst der Tate Britain möglich, wenn auch nur vor dem Computerschirm zu Hause.

"After Dark", erster Gewinner des von der Tate ausgelobten IK Preises, ist eine Erfindung des Londoner Designstudios "The Workers". Die drei Designer wollten sich den Traum erfüllen und bauten einen mit Kamera und Scheinwerfer ausgestatteten Roboter, der mit erstaunlicher Geschwindigkeit an den Gemälden an der Wand vorbeigleitet. Vier dieser außerirdischen Geräte fahren jede Nacht durch die Räume des Museums, empfindliche Sensoren stellen sicher, dass sie sich gegenseitig nicht in die Quere kommen, und dass sie nicht an wertvolle Kunstwerke stossen. Ihre Bilder werden live über das Internet übetragen, kommentiert von Kustoden des Museums.

Das besondere an den Robotern ist, dass sie von zu Hause vor dem Bildschirm sitzenden Kunstfreunden selbst kontrolliert werden. Man meldet sich online an und die Roboter wählen in regelmäßigen Abständen einen neuen Kontrolleur aus, der dann mit der Maus ihre Bewegungen bestimmt – in welchen Ausstellungsraum sie fahren, vor welchem Kunstwerk sie verweilen.

Der von der Porter Foundation vergebene IK Preis für digitale Innovation ist mit 10 000 Pfund dotiert, darüberhinaus erhält der Gewinner weitere 60 000 Pfund, um die preisgekrönte Idee weiterzuentwickeln. In der Tate fragt man sich schon, mit welchen Aufgaben man die Roboter noch betrauen kann.

After Dark. Tate Britain

Bis 17.8., jeden Abend ab 22.00 Uhr. Internet:
http://www.afterdark.tate.org.uk

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