Naumann / Raue - Kunstfund

Das Geheimverfahren ist der Skandal

Was lehrt uns der Fall Gurlitt? Wem gehören die Bilder? Hat die Justiz versagt? Im Gespräch mit art analysieren Peter Raue und Michael Naumann den Schwabinger Kunstfund.
"Der wahre Gurlitt-Skandal":Expertengespräch mit Raue und Naumann

Michael Naumann und Peter Raue

Peter Raue, Spezialist für Kunst- und Urheberrecht verlangt von der Augsburger Staatsanwaltschaft, die seit fast zwei Jahren auf den Bildern sitzt, dass sie das Konvolut der Bilder ins Internet stelle. "Das Geheimverfahren ist der eigentliche Gurlitt – Skandal". Michael Naumann, ehemaliger Kulturstaatsminister, fordert, dass jetzt der Gesetzgeber aktiv werde und zwar "mit einem wirkungsvollen Restitutionsgesetz". Rechtanwalt Raue hingegen ist es damit nicht genug: "Die Restitutionsfälle sind so unterschiedlich, dass ihnen mit der normativen Kraft eines Gesetztes nicht beizukommen ist". Vielmehr müsse der Staat die Provenienzforschung stärker fördern. "Es gibt unendlich viel in staatlichen Archiven, was kunsthistorisch wertlos ist, aber emotionalen Wert für die früheren Eigentümerfamilien hat. Dieses Feld muss bearbeitet werden", so Raue.

Das vollständige Interview und der Artikel "Der Fall Gurlitt: Ein Kunstkrimi, der an Deutschlands dunkler Vergangenheit rührt" sind in der Januar-Ausgabe von art zu finden – ab Freitag am Kiosk