Wilhelm Busch - Unbekannte Blätter

Neues von den bösen Buben

Im Archiv des Sulzbach-Rosenberger Verlagshauses J. E. v. Seidel schlummerten unbekannte Blätter des großen Zeichners
"Der Kuchenteig" –:Vorläufer von "Max und Moritz" von Busch entdeckt

Blatt aus dem jetzt entdeckten "Max und Moritz"-Vorläufer "Der Kuchenteig" von Wilhelm Busch

Wer kennt sie nicht, die Streiche der bösen Buben Max und Moritz, in Wort und Bild festgehalten von dem Zeichner Wilhelm Busch (1832 bis 1908). Auch ihr vorletzter Streich, der sechste, ist Allgemeingut geworden – wie die beiden durch den Schornstein ("Ratsch!!") in die verschlossene Bäckerstube dringen, in die Mehlkiste fallen ("Puff!"), im Teigbottich landen ("Schwapp!!"), und schließlich vom Bäcker ins Ofenloch ("Ruff!!!") geschoben werden. Jetzt aber ist eine bislang unentdeckte Serie von Zeichnungen ("Der Kuchenteig") aufgetaucht, die diese Geschichte vorwegnimmt.

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Strecken Teaser

145 Jahre lang hatten sie im Archiv des ehemaligen Sulzbach-Rosenberger Verlagshauses J. E. v. Seidel geruht, bis sie jetzt bei Recherchen des Stadtarchivars Johannes Hartmann in den historischen Archiven des Verlags zufällig gefunden wurden – zehn kleine Zeichnungen, unbestritten Originalskizzen von Wilhelm Busch. Busch hatte wahrscheinlich 1863 den "Kuchenteig" für den Verlag Seidel gezeichnet, der im 19. Jahrhundert mehr als zwei Dutzend Kalender der verschiedensten Art herausgegeben hat. Die Bildergeschichte sollte vermutlich in einem Volkskalender für 1864 erscheinen, wurde aber nie gedruckt. Die Seidel'sche Kalenderredaktion befand sich seinerzeit in München. Adolph von Seidel, der Sohn des Firmengründers, wohnte dort und könnte den Kontakt zu Busch hergestellt haben.

Ruth Brunngraber-Malottke, Kustodin am Hannoveraner Wilhelm-Busch-Museum, hält den Fund für eine "absolute Sensation". "Wir dachten, wir würden alles von Wilhelm Busch kennen, aber das ist wirklich neu."

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