Unser e.V.

Kunstverein Nürnberg

Unser e.V. – Der Kunstverein Nürnberg
Ehemalige Verteilerhalle im Milchhof Nürnberg. Hier stellt nun der Kunstverein Nürnberg aus (Foto: Tobias Tragl)

UNSER E.V. – DER KUNSTVEREIN NÜRNBERG

In Deutschland existiert eine weltweit einmalige Landschaft von über 250 Kunstvereinen, die sich der Vermittlung zeitgenössischer Kunst verschrieben haben. Wir stellen Ihnen jede Woche einen neuen Kunstverein vor. Diesmal: Zehn Fragen an den Kunstverein Nürnberg – Die Albrecht Dürer Gesellschaft.

Über welche Ausstellung wurde am meisten gestritten? Und warum?

Kathleen Rahn: Bei Michael Kalmbach im Jahr 2003 gab es kontroverse Reaktionen auf seine Darstellungen von nackten Körpern. Das Körperliche wurde bei der Ausstellung von Olivier Bardin (2008), dessen Ausstellung nur aus den Besuchern selbst bestand, so interpretiert, dass sich ein Besucher vollständig entkleidete. Dies störte niemanden.

Und welches war Ihre bestbesuchte Ausstellung?

Die Ausstellung "David, Matthes und ich", an der die Künstler Tilo Baumgärtel, David Schnell und Matthias Weischer teilnahmen, die zur Leipziger Malerschule gezählt werden, war ein großer Publikumsmagnet (2005). Zudem sind die Ausstellungen während der institutionsübergreifenden Reihe "Positionen und Tendenzen" immer sehr gut besucht (zuletzt 2006 zum Thema Fußball). In der kurzen Zeit, in der ich hier bin, war besonders die letzte Ausstellung mit dem Titel "Privatsphäre" (mit Alex Müller, Andreas Oehlert, Kathrin Sonntag) sehr gut besucht, da mehr und mehr Akademieklassen als auch andere Kunstinteressierte ihren Weg hierher finden.

Wenn Sie eine eigene Sammlung haben: Wo liegt der Schwerpunkt? Und welches ist das teuerste Exponat?

Wir haben einige ältere Jahresgaben im Bestand (zum Beispiel von Max Bill). Der Schwerpunkt lag in der Vergangenheit auf der Druckgrafik.

Welche Künstler würden Sie gerne einmal ausstellen?

Joseph Beuys in jungen Jahren.

Wohin führte Sie die letzte gemeinsame Reise?

In Karlsruhe haben wir uns die Paul-Thek-Ausstellung im Zentrum für Kunst und Medientechnologie sowie einige Galerieausstellungen und die Gruppenausstellung "Pop goes the Wheasel" im Badischen Kunstverein angesehen.

Was war die bislang höchste Spende?

Seit Jahrzehnten ist neben der Stadt Nürnberg die Firma A.W. v. Faber-Castell AG unser bedeutenster Förderer. In diesem Jahr haben wir darüber hinaus den Förderpreis "Kataloge für junge Künstler" der "Alfried Krupp von Bohlen und Halbach"-Stiftung für Thea Djordjadze erhalten.

Was würden Sie Ihrem Verein generell wünschen?

Eine bessere finanzielle Lage.

Wenn Sie kein Kunstverein wären, was für ein Verein wären Sie dann?

Kein Verein.

Wo sehen Sie den Verein in den nächsten zehn Jahren?

Zukünftig sehe ich eine noch größere Beachtung des Kunstvereins Nürnberg. Es gibt das Potenzial, ein bereits existentes Interesse lokal und in Bayern, aber auch überregional durch pointierte Ausstellungen, die zu Reisen nach Nürnberg anregen, und ständige Vermittlung auszubauen. Wir arbeiten täglich daran.

Drei Gründe, bei Ihnen Mitglied zu werden?

1. Persönlich: Durch die Teilhabe an der Kunst utopische, poetische und politische Ansätze für das eigene Leben zu erschließen. Mit Kunst zu leben (durch Jahresgaben, Kontakte zu Künstlern, gemeinsame weitere Ausstellungsbesuche). 2. Gesellschaftlich: Die mit einer Mitgliedschaft implizite Förderung der Kunst als wichtigen Teil des Denkens und Handelns in unserer Gesellschaft zu fördern. Auf andere Kunstinteressierte zu treffen und damit einen wichtigen Austausch herzustellen. 3. Finanziell: freier Eintritt zu allen Veranstaltungen des Kunstvereins sowie in alle Kunstvereine der ADKV. Die Beiträge und Spenden ermöglichen unabhängigen Freiraum für Gegenwartskunst.

Zahlen, bitte: Gründungsjahr: 1792 (ältester Kunstverein Deutschlands). Mitgliederzahl: 300. Altersdurchschnitt: ungefähr 45 Jahre. Jahresbeitrag: regulär 60 Euro, 30 Euro für Künstler und Studenten, Förderer ist man ab 500 Euro. Ausstellungsfläche: 130 Quadratmeter + 300 Quadratmeter Foyerhalle. Jahresbudget: ca. 150 000 Euro.

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