Tipps aus der Art-Redaktion - Weihnachtsgeschenke

Miniporträts auf weisser Schokolade

Wer jetzt noch nicht alle Geschenke fürs Fest beisammen hat, der muss sich sputen. Vielleicht helfen Ihnen bei der Suche nach Präsenten die art-Mitarbeiter weiter, die hier verraten, was Sie unter den Gabentisch legen.
Countdown läuft:Schnell noch letzte Präsente fürs Fest

Die zarteste Versuchung seit es Kunst gibt: Bekannte Damenporträts aus der Kunstgeschichte zieren Pralinen, ein Geschenktipp von art-Textchefin Ute Thon

Ute Thon, Textchefin, empfiehlt süße Kunst: Alle Jahre wieder fallen Kunstsammler auf gefälschte Meisterwerke rein. Bei Rita da Silva kann man dagegen sicher sein, dass alles echt ist – vor allem echt lecker! Die Hamburger Künstlerin und Stylistin hat schöne Frauen aus der Kunst- und Filmgeschichte in Schokolade gegossen, zum Beispiel Vermeers "Mädchen mit dem Perlenohrring" oder ein Bildnis der Madame Pompadour. Die Miniporträts auf weißer Schokolade krönen handgemachte Petits Fours in den Geschmacksrichtungen Baumkuchen, Sacher-Johannisbeer und Lebkuchen-Nuss. Zum Anbeißen süß! Die kunstvollen Schokoladenpralinen kommen in Geschenkkartons zu sechs (14,90 Euro) oder neun Stück (19,80 Euro) und können telefonisch oder per eMail als Weihnachtspräsent bestellt werden: info@ellenframe.de, Ellen Frame, Tel: 040 227 57 307

Karsten Henning, Art-Direktor, mag Jazz und Fotokunst: Der prächtig ausgestattete Bildband "Sophotocated Lady – Jazzphotographien 1948-1965" mit den besten Aufnahmen der 1922 geborenen, deutschen Fotografin Susanne Schapowalos begeistert Jazz– wie Fotografie-Kenner gleichermaßen. Hinreißende, atmosphärisch dichte Porträts von Giganten wie Duke Ellington, Eartha Kitt oder Miles Davis während ihrer Auftritte im Besatzer-Deutschland und später in der noch jungen Bundesrepublik sind hier versammelt: grandiose Bilder aus den engen Clubkellern und großen Hallen der von viel Improvisation geprägten Nachkriegszeit. – (Susanne Schapowalow: "Sophotocated Lady -Jazzphotographien 1948-1965". Jazzprezzo, Bad Oeynhausen; 200 Seiten, 55 Euro)

Barbara Hein, Redakteurin, beweist Mut zur Farbe: Ich schenke meiner besten Freundin einen wunderbar quietschpinken Schmuckbaum von Koziol. Der verleiht mit oder ohne Perlen und Preziosen jedem noch so verruchten Boudoir einen Frischekick inklusive einer guten Prise Ironie. Und damit sie auch weiß, wofür das skulpturale Plastik-Ding gedacht ist, gibt’s gleich noch einen schicken Diamanten-Fake aus Acryl von Alissia Melka-Teichroew dazu! – (Schmuck-Baum, 16,95 Euro, über artvoll.de) (Ring, 12 Dollar, über den Online-Shop des MoMA.)

Petra Bosetti, Redakteurin, liebt die Ferne: Als bekennender Indien-Fan werde ich mir selbst den Bildband "India" von Andreas H. Bitesnich schenken – ein faszinierendes Buch, das ein wirklich authentisches Panorama des Subkontinents zeichnet und das Leben der einfachen Menschen im Gewimmel der Großstädte ebenso einfängt wie Naturschönheiten und prachtvolle Paläste. Bitesnich hat seine außergewöhnlichen Fotos in matten, gedeckten Farben gehalten, so dass der Betrachter nicht durch prunkende Farben geblendet wird. – (Andreas H. Bitesnich: India, teNeues Verlag, 79,90 Euro)

Susanne Baade, Bildredakteurin, holt zum Fest den Holzhammer raus: Denn welcher Mann wünscht sich statt des obligatorischen Schals, oder dem hundertsten Paar schwarzer Socken nicht etwas Handfestes, Praktisches. Bei diesem Hammer handelt es sich um einen besonders schönes Exemplar das kunstliebende Heimwerker schätzen werden. Denn das Werkzeug mit der roten Aufschrift "Mehr Museum" ist nicht nur formschön, sondern dient auch einem guten Zweck: Mit seinem Verkauf wird die geplante Erweiterung des Sprengel-Museums in Hannover finanziell unterstützt. Neben dem 70 Euro teuren Holzhammer gibt es auch andere nützliche Dinge aus dem Museums-Baustoff-Handel der Initiative "Mehr Museum" für den Mann von Welt: Zimmermannsbleistifte, Maurerkellen und mal ganz ehrlich, auch die orange Betonmischmaschine unter dem Weihnachtsbaum wäre ein Spaß für die ganze Familie.
– (Ab dem 12.12.2011 zu beziehen unter: Mehr Museum)

Edita Pino, Koordinatorin, erfreut mit deutscher Malerei: Kalender fürs neue Jahr zählen zu den Klassikern auf dem Gabentisch. Den Kunstkalender "Neue Deutsche Malerei 2012", den der Verlag DuMont in Zusammenarbeit mit derart-Redaktion herausgegeben hat, kann ich als Weihnachtspräsent wärmstens empfehlen. Entstanden ist eine spannende Galerie der so genannten Neuen deutschen Malerei. Die zwölf Monatsblätter zeigen Werke von: Uwe Henneken, Tilman Hornig, Susanne Kühn, Tim Eitel, Stefan Stößel, Thoralf Knobloch, Matthias Reinmuth, Anselm Reyle, Tatjana Doll, Daniel Richter, Birgit Megerle, Gert und Uwe Tobias. – (DuMont ART – Neue deutsche Malerei 2012, 49,5 x 68,5 cm , Spiralbindung Foliendeckblatt, 39,99 Euro)

Anke Richter, Dokumentarin, mag Schönes aus Gebrauchtglas: Recycling und Design verbinden, das gelingt ganz wunderbar bei den Glasobjekten von Sybille Homann, die aus Gebrauchsglas wie Flaschen oder Fensterglas entstehen. Da staunt man, was so alles aus einer alten Flasche werden kann, zum Beispiel passend zur Weihnachtszeit ein Kerzenständer oder für die Zweige eine Vase. – (Internet: Sibylle Homann)

Schimpfen, bauen, schmunzeln

Angelika Kindermann, Redakteurin, setzt auf antike Schätze: In unserer Familie gibt es zwei Altertumsbegeisterte (einen Kleinen, einen Großen), die zwei beglücke ich zum Weihnachtsfest mit Tickets für die Berliner Ausstellung „Pergamon. Panorama der antiken Metropole". Auf rund 4000 Quadratmetern sind im Nordflügel des Pergamon-Museums neben dem berühmten Altar hunderte wunderschöner antiker Skulpturen, Architekturelemente, Mosaiken, Musikinstrumente und Weihgaben zu sehen, die bei Ausgrabungen in der alten griechische Stadt nahe der Westküste Kleinasiens in der heutigen Türkei gefunden wurden. Besondere Attraktion der bis zum 30. September 2012 laufenden Schau ist ein riesiges Panorama-Bild von Yadegar Asisi, das den Besuchern den Eindruck vermittelt, direkt auf dem Burgberg der antiken Metropole zu stehen. – (Ticket-Buchung bei den Staatlichen Museen Berlin )

Undine von Rönn, Chefin vom Dienst, hat Sinn für Kurioses: "Von Nilpfpferden und anderen Menschen" heißt der Katalog der ersten großen Retrospektive des Berliner Fotografen Friedrich Seidenstücker (1882 bis 1966). Ein tolles Weihnachtsgeschenk, denn der komische Titel hält, was er verspricht. Seidenstücker verließ nie das Haus, ohne seine Kamera umzuhängen, und wann immer ihm eine kuriose Situation vor die Linse kam, drückte er auf den Auslöser. So entstanden zwischen 1925 und 1958 wunderbare Fotos im Berliner Zoo, Straßenszenen in der Stadt selbst und in der Umgebung von Berlin. Ein Buch zum Blättern und Genießen unterm Weihnachtsbaum. Zu empfehlen ist auch die Ausstellung selbst, die noch bis 6.Februar in der Berlinischen Galerie gezeigt wird. – (Friedrich Seidenstücker: Von Nilpferden und anderen Menschen, Hatje Cantz, 39,80 Euro.)

Daniel Boese, Redakteur, gibt den Lego-Baumeister: Es war das erste Haus im Prairie-Stil, das der amerikanische Architekt Frank Loyd Wright 1910 gebaut hat: das Robie-House in Chicago. Fast flache Dächer, lange Horizontalen, eine Ikone der frühen Moderne. Das bisher umfangreichste und detailreichste Lego-Modell aus der "Architecture"-Serie nimmt diese Elemente auf – beispielsweise durch die flachen Ziegel, aus denen die Plastik-Mauern entstehen. Spielend Architektur erlernen, zu einem Preis für echte Männer: 199 Euro. Dagegen verblasst das auch sehr hübsche Brandenburger Tor für 34,99 Euro etwas. – (Infos unter: Lego.de)

Ralf Schlüter, stellvertretender Chefredakteur, liebt Automaten-Porträts: "Photomaton" hieß in den späten zwanziger Jahren einer der ersten öffentlichen Fotoautomaten; er stand in Kaufhäusern und an anderen öffentlichen Orten und hatte als erster Automat einen kleinen Vorhang, so dass der Fotografierte mit dem Blitzlicht in einer abgeschlossenen Kabine alleine war. Günter Karl Bose, Professor an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst, hat 500 Bilder aus dem Photomaton aus den Jahren 1928 bis 1945 gesammelt und in einem wunderschönen Band zusammengestellt. Man kann stundenlang in diese Gesichter hineinschauen und versuchen, in ihnen zu lesen. Es sind Porträts von ganz normalen Menschen; und es ist das Porträt einer Epoche. – (Günter Karl Bose: Photomaton. Männer Frauen Kinder 1928-1945. 208 Seiten, 35 Euro, zu bestellen direkt beim Institut für Buchkunst)

Jakobine Theis, Praktikantin, verschenkt Worte: Kreativ "Schimpfen und Kosen" kann man mit den Kühlschrankmagneten von "Inkognito". Worte wie gewitter – ziege, dumpf – backe und schnarch – sack lassen sich wunderbar zu Wortneuschöpfungen kombinieren, wie die aussehen, können Sie selbst entscheiden. Das Set mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten oder verschiedenen Dialekten gibt es für 7 Euro. Freude beim Schenken ist garantiert! (Magnete zu bestellen beim Inkognito Webshop)

Ulrike von Sobbe, Redakteurin, überrascht mit einem Rizzi-Band: Schrill, kunterbunt und überbordend wie Big Apple selbst – so zeigt sich auch das Reise-Kunst-Buch "My New York City", das James Rizzi gestaltet hat. Alle 352 Seiten sind mit Bildern und Zeichnungen des Pop-Art-Künstlers illustriert – knallbunte Hochhausfassaden, schillerndes Menschen-Gewimmel, und über allem flattern die typischen Rizzi-Birds. Mehr als 1000 Adressen und Tipps für Sightseeing, Shopping , Eat and Drink oder Nightlife liefern ein sprühendes New-York-Porträt, das den Künstler und seinen Co-Autor Peter Bührer als Kenner und Liebhaber der "aufregendsten Stadt der Welt" ausweist. Aber damit nicht genug: Rizzi hat sich noch ein paar Gadgets einfallen lassen: So stecken in dem gewichtigen Band eine Druckgrafik, eine CD mit Lounge-Music, eine CD "Rizzi Walks and Talks", eine Metrokarte und manch andere Überraschungen, natürlich alle von Rizzi gestaltet. Wer sich da gleich ein Flugticket nach NY buchen möchte, bekommt noch den passenden Marco-Polo-Guide für die Jackentasche – auch im Rizzi-Design.– (My New York City – Das Buch von James Rizzi und Peter Bührer, Mairdumont Verlag, 99,90 Euro./ My New York City – Der Guide von James Rizzi und Peter Bührer Mairdumont Verlag/Marco Polo 19,95 Euro)