Harald Falckenberg - Hamburg

Ich liebe Aussenseiter

Mit einer Werkschau des amerikanischen Künstlers Paul Thek eröffnete der Sammler Harald Falckenberg seine neuen Ausstellungsräume in Hamburg-Harburg. Rund 2500 Gäste aus dem internationalen Kunstbetrieb, unter ihnen Jonathan Meese, Daniel Richter, Werner Büttner, F. C. Gundlach, Daniel Hug, A. A. Bronson, William Pope.L und viele andere, feierten mit dem Hamburger Mäzen bis in die späte Nacht.
"Ich liebe Außenseiter":Harald Falckenberg eröffnet neue Ausstellungsräume

Herr über 1900 Kunstwerke: Harald Falckenberg, 64, bei der Eröffnungsfeier

"Ich will durch die Kunst etwas in mir aufbrechen. Wie für den Künstler ist Kunst auch für den Sammler ein Stück Selbsterfahrung", erklärt Harald Falckenberg, 64. Der Jurist und Geschäftsführer eines auf Tankstellenzubehör spezialisierten Familienunternehmens sammelt seit knapp 15 Jahren unbequeme, radikale und groteske Kunst.

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Strecken Teaser

Mit einer Paul Thek-Ausstellung (31.5 bis 14.09) weihte Falckenberg am Wochenende in Hamburg-Harburg die Erweiterung seiner Phoenix Kulturstiftung ein – und mit insgesamt 6200 Quadratmetern Ausstellungsfläche ist er nun der Besitzer von Deutschlands größtem Privatmuseum.

Neben seinen mittlerweile 1900 Exponaten – darunter riesige Konvolute von Martin Kippenberger, Albert Oehlen und Werner Büttner, die amerikanischen Gegenspieler Paul McCarthy, Richard Prince und Jason Rhoades, sowie erste Arbeiten von Jonathan Meese, John Bock und Christian Jankowski – stellt Falckenberg zudem regelmäßig Künstler aus, die (noch) nicht Teil seiner eigenen Sammlung sind. "Das Ausstellen macht mir Spaß", sagt er, "und ich liebe Außenseiter. Außerdem will ich zeigen, dass es auch Alternativen zu Caspar David Friedrich gibt."

Rund 17 000 Besucher erfreuten sich im vergangenen Jahr an seinen sperrigen und subversiven Installationen. "Mir geht es nicht darum, die breite Öffentlichkeit zu erreichen", sagt Falckenberg. "Das ist Aufgabe des Staates. Als Privatsammler kann ich Alternativen bieten. Aber einen Bildungsauftrag habe ich nicht!" Dafür möchte er in Zukunft verstärkt mit anderen Sammlern kooperieren: Bereits in Planung sind Ausstellungen mit den Kollektionen von Helga de Alvear und Wilhelm Schürmann.

Trotz allem denkt der unkonventionelle Mäzen bereits an seinen Ruhestand: In spätestens zwei Jahren möchte er keine großen Neuankäufe mehr tätigen. "Jede Sammlung hat einen Anfang und ein Ende", sagt Falckenberg. "Und spätestens mit dem Tod des Sammlers ist sie beendet. Danach gehen die Werke in andere Hände und einen neuen Kontext."

"Paul Thek"

Termin: bis 14. September, Sammlung Falckenberg, Phoenix Kulturstiftung, Hamburg-Harburg.
http://www.sammlung-falckenberg.de/index-e.htm