Carmen Thyssen-Bornemisza - MNAC

Carmen Thyssen-Bornemisza droht Nationalmuseum

Die spanische Sammlerin Carmen Thyssen-Bornemisza hat dem Nationalmuseum für Katalanische Kunst (MNAC) in Barcelona damit gedroht, sämtliche Werke ihrer Kollektion aus der Dauerausstellung des Hauses abzuziehen.
Sammlerin droht Museum:Carmen Thyssen-Bornemisza will Werke abziehen

Im andalusischen Malaga wird bald ein weiteres Museum mit Bildern aus der wachsenden Sammlung von Carmen Thyssen-Bornemisza eröffnet – im Bild Ronda, eine Stadt in der Provinz Malaga

Momentan befinden sich knapp 30 Bilder katalanischer Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts als Leihgabe im MNAC, darunter Arbeiten von Fortuny, Mir, Casas, Anglada-Camarasa und Tàpies. Mit dem Verlust der Werke büßte die ständige Ausstellung eindeutig ein Stück ihrer Attraktivität ein. Derzeit sind die Bilder in einem einzige Saal versammelt, in dem es Thyssen zufolge am nötigen Platz fehlt.

Die Museumsleitung zeigte sich von der Ankündigung zunächst überrascht: Man habe bisher keine einzige Beschwerde von seiten der Sammlerin erhalten. In den vergangenen Jahren hatte Carmen Thyssen der Stadt Madrid mehrmals damit gedroht, ihre eigene Sammlung von mehr als 200 Werken aus dem bedeutenden Museum Thyssen-Bornemisza zu verlegen, wenn man im Zuge der Neuordnung von Verkehrsströmen vor dem Museum nicht auf ihre Bedürfnisse Rücksicht nähme.

In den nächsten Jahren werden im andalusischen Malaga sowie im katalanischen Küstenstädtchen Sant Feliu de Guixols Museen mit weiteren Bildern aus der weiterhin wachsenden Sammlung von Carmen Thyssen eröffnet. In Sant Feliu, wo Teile der bisherigen MNAC-Leihgabe später einmal ausgestellt werden könnten, verbrachte Thyssen gemeinsam mit ihrem verstorbenen Mann Hans-Heinrich Thyssen-Bornemisza regelmäßig die Sommerferien.