Gib mir fünf! - Tipps der Woche

Die fünf Tipps der Woche

Jede Woche stellen wir Ihnen Kunst-Höhepunkte vor, die Sie sich nicht entgehen lassen sollten. art-Autor Steffen Koch empfiehlt diese Woche Geisterbeschwörung, astronomische Betrachtungen und nächtliche Illuminationen.

Hamburg: Dockville Festival

Zelten im Grünen, Poetry Slams, Kunstinstallationen und Musik – all das verbindet das Hamburger Festival auf dem Dockville. Die Zusammenführung von Kunst und Musik soll auch dieses Jahr für eine bunte Mischung sorgen. Unter den mehr als 70 internationalen Bands sind von Rock Bands bis zur deutschen Hip-Hop-Gruppe "Blumentopf" Musiker aus aller Welt vertreten. Für Kunstinteressierte gibt es 20 Installationen von über 30 Künstlern. Gleich im Eingangsbereich befindet sich eine bemalte Wand von Nils Baum, ein weiteres Highlight bieten Urban Screen: Jede Nacht präsentieren sie eine farbenfrohe Illumination der Rethespeicher. Vier Bühnen umfasst das diesjährige Dockville und es wird vom 14. bis zum 16. August für Besucher geöffnet sein.

Hannover: Gert und Uwe Tobias / Phoebe Washburn

Zwischen dem 24. und dem 26. August 2009 lohnt sich ein Besuch in der Kestnergesellschaft gleich doppelt: Zeitgleich trifft hier die Ausstellung der rumänischen Zwillingsbrüder Gert und Uwe Tobias auf Phoebe Washburns "compeshitstem – the new deal". Die 36-jährige Künstlerin aus New York ist bekannt für ihre aus Restmaterialien konstruierten und chaotisch aussehenden Werke. Der Name ihrer diesjährigen Ausstellung in der Kestnergesellschaft setzt sich aus den Wörtern "Competition", "Shit" und "System" zusammen – das deutet bereits auf eine gesellschaftspolitische Komponente ihres Werkes hin. Dieser Eindruck bestätigt sich bei einer genaueren Betrachtung ihres Werkes: Aus mehr als 3000 laufenden Metern Kantholz und über 20 000 Schrauben hat Phoebe Washburn ein sich selbst versorgendes System aufgebaut, bestehend aus Teichen, Filteranlagen, Springbrunnen und Waschmaschinen. Dahinter steckt die Idee, auf den ersten Blick unbrauchbare Gegenstände in ein sinnvolles System zu überführen. In der parallel laufenden Ausstellung der rumänischen Künstlerbrüder gibt es skurrile Keramikfiguren und auf Schreibmaschinen getippte Darstellungen zu sehen.

Lausitzer Seenland: Über Tage

Die "behutsame Integration von Gegenwartskunst in das Lausitzer Seenland" steht auch im dritten Jahr der "Über Tage" in Uhyst auf dem Programm. Am Vormittag der Eröffnung am 15. August geht es gespenstisch zu: Die Prager Künstlerin Katerina Seda "beschwört" mit Hilfe der 800 Einwohner Uhysts den "Geist von Uhyst". Zu diesem Zweck soll mit Hilfe einer groß angelegten Zeichnungs- und Postkartenaktion das Wesen des Dorfes ans Licht gebracht werden. Zu astronomischen Betrachtungen lädt der Berliner Roland Fuhrmann ein – die Sichtrohre seiner beiden Skulpturen deuten direkt auf den Polarstern. Zuletzt stellen Antje Schiffer und Thomas Sprenger ein für die Region typisches Produkt vor, das zuvor mit Hilfe von Einwohnern angefertigt wurde. Worum es sich dabei handelt, ist bisher noch ein Geheimnis.

Dresden: Ostrale

Zum dritten Mal wird am 14. August das Ostragehege in Dresden zu einem Schauplatz für zeitgenössische Künste jeder Art. Besucher können im "Schafstall", im "Eselstall" oder im "Schweinedom" nicht nur Bildende Kunst, sondern auch ein breites Arsenal anderer künstlerischer Ausdrucksformen entdecken. Von großer Bedeutung ist bei der Ostrale auch das Ausstellungsgelände selbst – der ehemalige Schlachthof stellt Künstler und die Kuratoren Dr. Martin Müller und Lukas Feireiss durch seine eigentümliche Bauweise vor besondere Herausforderungen. Deshalb sind viele der ausgestellten Kunstwerke den Räumlichkeiten speziell angepasst oder vor Ort entstanden. Im Zentrum steht außerdem die gegenseitige Wechselwirkung zwischen verschiedenen Kunstformen, auch Künstler und Musiker sollen voneinander lernen. Unter anderem sind die beiden deutschen Künstler Daniel Stern (28) und Marcus Morgenstern (24) mit ihrem aktuellen Projekt "time.line" vertreten. Dabei handelt es sich um ein aus Holz konstruiertes Gerüst, bei dessen fortwährender Installation der Betrachter mit eingebunden wird. Die diesjährige Ostrale eröffnet am 14. August und endet am 6. September.

Hamburg: Kampnagel Sommerfestival

Das jährliche Sommerfestival auf Kampnagel, das nun schon seit über 20 Jahren stattfindet, setzt dieses Jahr neue Akzente. Matthias von Harz, seit letztem Jahr künstlerischer Leiter des Hamburger Festivals, sorgt für Vielfalt: Alle Sparten der aktuellen Künste sind vertreten, den Schwerpunkt bildet die Darstellung des aktuellen Theater- und Tanzgeschehens. Außerdem versucht Von Harz den Bogen von Kunst über Ökologie bis hin zu Leben und Wissenschaft zu schlagen. Die Kunst soll dabei in gesellschaftspolitische Zusammenhänge eingebettet werden. In dem breit angelegten Programm sind neben zahlreichen Erstaufführungen auch internationale Größen wie die französische Choreographin Mathilde Monnier, daneben die Hamburger "Geheimagentur" mit "Die Get-Away-Gala 01" vertreten: Ein Versuch, Tourismus als Kunstform zu etablieren. Das Festival findet vom 13. bis zum 30. August im Kampnagel Bühnenkomplex statt.