Jeffrey Deitch - Los Angeles

Genug der Popkultur?

Der frühere New Yorker Kunsthändler und Kurator Jeffrey Deitch gibt nach zweieinhalb ereignisreichen Jahren seinen Posten als Direktor im Museum of Contemporary Art (MOCA) in Los Angeles auf. Medienberichten zufolge informierte er die Museumsverwaltung bereits am Freitag.

Mit seiner publikumswirksamen Ausstellungspolitik führte Deitch das Museum aus einem finanziellen Tief langsam zurück in Richtung schwarze Zahlen. Er plädierte für eine breiter angelegte Form der Kunst, im ständigen Dialog mit Mode, Musik und anderen kreativen Bereichen, doch seine erste Ausstellung mit Fotografien von Schauspieler und Kunstfreund Dennis Hopper floppte. Eine Schau mit Arbeiten der aufstrebenden Amanda Ross-Ho hingegen und die populäre „Art in the Streets“ Graffiti-Ausstellung brachten dem MOCA sowohl Besucher und Bewunderer aber auch Zweifler in der Kunstszene ein.

Zu diesen Zweiflern gehörten auch die Künstler John Baldessari, Catherine Opie, Barbara Kruger und Ed Ruscha, die nach dem Rauswurf des renommierten MOCA-Chefkurators Paul Schimmel ihren Sitz im Vorstand des Museums aufgegeben hatten.
Zwischen Schimmel und Jeffrey Deitch gab es von Anfang an Unstimmigkeiten. Angeblich standen beide schon auf Kriegsfuß miteinander noch bevor der Kunsthändler auf Anfrage des Kunstliebhabers Eli Broad den Direktorenposten in L.A. im Januar 2010 aufnahm.

Jeffrey Deitch schien nie wirklich in Los Angeles angekommen zu sein und suchte ständig, sich gegenüber der Kunstwelt zu verteidigen. So erklärte er der "New York Times" im letzten Jahr, er habe noch nie "eine solch verfälschte Darstellung erlebt" und tat alle Anschuldigungen als falsch ab, als er auf den Vorwurf reagierte, er hinge zu sehr an der Popkultur und zerstöre damit die lange Tradition des Museums. Gerade plante er eine Ausstellung über den Einfluss der Diskokultur und eine weitere mit Arbeiten von Vanessa Beecroft, wie die "New York Times" mitteilte.

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