Gib mir fünf! - Tipps der Woche

Die fünf Tipps der Woche

Jede Woche stellen wir Kunst-Höhepunkte vor, die Sie nicht verpassen dürfen. Diese Woche empfiehlt art-Autorin Nora Gohlke Antony Gormley in Bregenz, Ulla Reiter und Sarah Wohlmuth in Passau sowie Mona Hatoum, Shake Your Tree und Patrick Farzar in Berlin.

Berlin: Käthe-Kollwitz-Preis 2010 – Mona Hatoum

In einem Leichensack verpackt, überdeckt mit Blut und Gedärmen, schockierte die palästinensich-britische Künstlerin Mona Hatoum in den achtziger Jahren. Jetzt würdigt sie die Akademie der Künste mit dem mit 12 000 Euro dotierten Käthe-Kollwitz-Preis für ihr Werk, in dem der zwischen Gewalt, Macht und Verletzlichkeit stehende menschliche Körper den zentralen Bezugspunkt einnimmt.

Hatoums Formen- und Materialrepertoire umfasst neben Fotografie und bewegten Bildern auch menschliches Haar, Mobiliar, Küchenutensilien, Pflanzen und Leuchtstoffe. Die Verwendung von bekannten Alltagsgegenständen soll dabei an das Erinnerungsvermögen des Betrachters appellieren, ihn gleichzeitig durch den neuen Zusammenhang irritieren und bedrohen. In der Ausstellung vom 31. Juli bis 5. September in der Akademie der Künste zeigt Mona Hatoum eine Auswahl von Skulpturen, Installationen und Papierarbeiten, die in den letzten Jahren in London und in Berlin entstanden sind.

Bregenz: Antony Gormley "Horizon Field"

„Welche Rolle spielt das Projekt Menschheit in der Evolution des Lebens auf diesem Planeten?“, fragt sich der britische Künstler Antony Gormley. In seiner Landschaftsinstallation im Gebirge um Vorarlberg stellt er dazu 100 lebensgroße Abgüsse eines menschlichen Körpers aus Gusseisen in die natürliche Welt fernab der Einflüsse des Museums. Seine Figuren sollen weder Statuen noch Symbole sein, sondern als Wächter in Raum und Zeit einen Ort repräsentieren, an dem ein Mensch einstmals gewesen ist oder gewesen sein könnte. Ab August bis April 2012 können die Werke, die in einem Abstand von 60 Metern bis mehreren Kilometern stehen, über Wanderwege oder Skipisten erreicht, manchmal auch nur aus der Ferne gesichtet werden.

Berlin: Shake your tree – Release-Party

Die Künstlertrio "Shake your tree" mit Florian Bayer, Manuel Bürger und Sebastian Haslauer lädt ein zur Release-Party ihrer neuen Fanzine-Reihe "Shake Your Tree Edition". Jeder Ausgabe der Serie geht eine Begegnung zwischen einem Autor und einem visuellen Künstler voraus: Sie lernen sich kennen, unterhalten sich bei einem gemeinsamen Abendessen und erarbeiten zusammen einen Thema für ihr Magazin. Das Ergebnis: Ein Dialog zwischen Literatur und visueller Gestaltung in einem siebgedruckten, von Hand gefertigten Magazin. Zum Start der neuen Reihe veröffentlicht "Shake Your Tree" drei Ausgaben, erstellt von Frank Höhne, Juliane Liebert, Tanja Kernwiss, Ulrike Almut Sandig, Manuel Bürger und Jörg Albrecht. Die Releaseparty mit musikalischer Unterstützung des UpitUp Disco Soundsystem und einer Installation der SYT Künstler findet im Berliner Klub ".HBC" statt.

Berlin: Patrick Farzar "Rainbow"

Die Welt von Patrick Farzar ist brutal, direkt, roh und ungeschliffen – überall lauern Gefahr und Bedrohung. Die Bildsprache des Künstlers, der bis 2008 in der Klasse von Werner Büttner in der Hamburger Hochschule für bildende Künste studierte, rekrutiert sich aus Massenmedien, Comics, Werbung, Flyern und Lifestylemagazinen. Zum Leben erwecktes Gestrüpp, Pobacken mit Augen, alte Postkarten mit neuem Schriftzug: In seinen Collagen entwirft der Künstler komplexe Welten oder verändert vorgefundene Bilder nur minimal, oft mit extremer Wirkung. Ab dem 2. August sind seine Werke im Rahmen der Ausstellung "Rainbow", kuratiert und durchgeführt durch die Galerie Oel-Früh in Hamburg, in den Wohnungen der "Nest Apartments" in Berlin zu sehen.

Passau: Ulla Reiter, Sarah Wohlmuth "Blindflug"

Zeichnen, bis der Finger staubt: Zu einem einmonatigen Arbeitsaufenthalt im gemeinsamen Atelier des "Kulturmodells BBK Passau" trafen sich zwei Künstlerinnen im Juli dieses Jahres. Für Ulla Reiter, Bildhauerin und Grafikerin, und Sarah Wohlmuth, Malerin und Grafikerin, stand die Zeichnung im Mittelpunkt des Aufeinandertreffens. Zusammen wollten sie den eigenen grafischen Ansatz weiterentwickeln und in der Auseinandersetzung mit der Zeichenpartnerin kritisch hinterfragen. Monumentale Zeichnungen, kleine Grafiken, Serien: Die Ausstellung vom 31. Juli – 22. August zeigt neben älteren Werken eine Auswahl der aus dem Projekt entstandenen Arbeiten.

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