Gib mir fünf! - Tipps der Woche

Die fünf Tipps der Woche

Jede Woche stellen wir Kunst-Höhepunkte vor, die Sie nicht verpassen dürfen. Diese Woche empfehlen die art-Autorinnen Nora Gohlke und Frida Mindt Cosima von Bonin in Bregenz, die Jahresausstellung der Bauhaus-Universität Weimar, Lebenslust und Totentanz in Krems, Asger Jorn in Bayreuth und Marc Bijl und Silke Koch in Hamburg.
Die Tipps der Woche:Die fünf Tipps der Woche

Cosima von Bonin: "Am I too loud?", 2008, Baumwolle, Wolle, 236 x 298 cm

Bregenz: Cosima von Bonin "The Fatigue Empire"

Die Teilnahme an der letzten Documenta im Jahr 2007 machte sie bekannt. Cosima von Bonin zeigt nun ab dem 18. Juli ihre eigens für das Kunsthaus Bregenz (KUB) entstandenen neuen Arbeiten.

Die Künstlerin, die gerne zu der Konzeptkunst, der Minimal Art und den feministischen Künstlerinnen zugeordnet wird, bespielt die drei Stockwerke des KUB mit ihren Stoffskulpturen und raumgreifenden Installationen. Die Stofftiere und –pilze werden zusammen mit den Leinwandbildern aus vorgefundenen Stoffen und Tüchern von einem speziell für diese Ausstellung komponierten Soundtrack von Moritz von Oswald unterstützt. Durch die Auswahl der Größe und des Materials verfremdet sie Alltagsobjekte und ihre emotionalen und kulturellen Konnotationen. Zur Eröffnung der Ausstellung am 17. Juli sucht sich Bonin Unterstützung von der Künstlerin "die Produzentin" aus Toronto, die eine performative Darbietung aufführen wird.

Weimar: Jahresausstellung Bauhaus-Universität

In einer rasanten Jahresschau verwandeln die Studierenden der Bauhaus-Universität Weimar bis 18. Juli den Campus und die Stadt Weimar in eine lebendige Bühne für ihre Arbeiten aus dem aktuellen Studienjahr. Unter dem Motto "Summaery 2010" geben zahlreiche Ausstellungen, Performances und Konzerte einen Einblick in die Fakultäten Architektur, Gestaltung und Medien. Die Besucher können experimentellen Hörspielen lauschen, sich Computertechnik erklären lassen, studentische Filme erleben, Bilder und Skulpturen betrachten und vieles mehr – so wie es sich für eine lebhafte Jahresausstellung einer Kunstuniversität eben gehört.

Krems: "Lebenslust & Totentanz"

"Ich bin ein Rocker, wenn es darum geht, Reaktionen bei den Besuchern meiner Ausstellung einzufordern", sagt der Sammler Thomas Olbricht. In der Präsentation "Lebenslust und Tanz" in der Kremser Kunsthalle schicken nun 250 Arbeiten aus seiner Sammlung den Besucher auf eine Abenteuerreise durch die menschliche Gefühlswelt. Vom 18. Juli bis 7. November versammelt die Ausstellung Werke der letzten 400 Jahre etwa von Albrecht Dürer, Francisco de Goya, Ernst Ludwig Kirchner oder Damien Hirst, die motivisch und inhaltlich zu Themen wie der verstreichenden Zeit, der Flüchtigkeit des Daseins und der Unausweichlichkeit des Todes in Beziehung gesetzt werden.

Bayreuth: Asger Jorn "Höllenpferd, Schattenwesen und Blaue Seelen"

In Bayreuth werden bis zum 3. Oktober 150 Werke des dänischen Künstlers Asger Jorn ausgestellt. Das Kunstmuseum nahm die Neuauflage des überarbeiteten Werkverzeichnisses der Druckgrafik von Jorn zum Anlass, um eine retrospektiv angelegte Ausstellung über das druckgrafische Werk des dänischen Künstlers zu zeigen. Jorn, der 1973 starb, war Mitbegründer der Künstlergruppe Cobra. Die Gruppe wandte sich nach dem 2.Weltkrieg gegen die gesellschaftlichen und akademischen Normen und gegen die traditionellen Kunstformen. Im Stil des Informels waren ihre Motive kindlich-naiv, die sie mit einer expressiven Formgebung kombinierten. Die Druckgrafiken, die in Bayreuth ausgestellt werden, zeigen Jorns ganz eigene experimentelle Handschrift, die Abstraktion und Figuration verbindet.

Hamburg: Marc Bijl & Silke Koch "Tomorrowland"

Kurz vor der Sommerpause wird es politisch: Die Tinderbox in Hamburg zeigt noch bis zum 31. Juli neue Arbeiten von Marc Bijl und Silke Koch in ihrer gemeinsamen Ausstellung "tomorrowland". Beide Künstler setzen sich mit aktuellen und politischen Geschehnissen auseinander. Bijl erforscht die Bedeutung von Symbolen, Logos und Labels in seinen Installationen, Malereien, Skulpturen und Videos. Eine seiner Installationen zeigt ein Peace-Zeichen das in Flammen steht. Der Betrachter ist gefordert, sich moralisch und ästhetisch zu positionieren. Silke Koch stellt sich in ihren Fotografien, Videos, Installationen und Skulpturen die Frage nach Identitäten und Nationalitäten und will damit offenbaren, dass die Realität oft krasser als die Kunst selbst ist. Es ist eine Ausstellung nicht nur über den aktuellen Stand der Kunst und der gesellschaftlichen Begebenheiten, sondern nimmt auch Bezug auf das, was noch folgen wird.