Lieblink

We Make Money Not Art

Lieblink: We-Make-Money-Not-Art
"Ich kann zwar nicht kochen oder stricken, gebe aber mein Bestes, um alle Mails meiner Lesern zu beantworten", sagt WMMNA-Gründerin Régine Debatty.

LIEBLINK: WE-MAKE-MONEY-NOT-ART

Jeden Dienstag präsentieren wir Ihnen einen neuen Klicktipp. Diesmal: das Kunstblog We-Make-Money-Not-Art. art sprach mit der Gründerin Régine Debatty über Idee, Konzept und ihr Erfolgsgeheimnis.
// ALAIN BIEBER

Frau Debatty, warum bloggen Sie?

Régine Debatty: Ich blogge schon seit Jahren – und inzwischen glaube ich: Bloggen ist Teil meiner DNA! Ich kann es nicht erklären.

Über was bloggen Sie – und über was würden Sie niemals schreiben?

Ich schreibe vor allem über meine Entdeckungen in der Kunstwelt. Zuerst habe ich über digitale Kunst berichtet, heute bin ich stärker von Biotech-Art und Kunst im allgemeinen fasziniert. Zur Zeit habe ich eine kleine Fotografie-Obsession. Und ich würde niemals über Product Placements schreiben!

Ihr Blog wurde sehr schnell zu einem führenden Blog in der Kunstwelt. Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?

Ich bin völlig leidenschaftlich! So sehr, dass es fast schon pathetisch wird – und ich glaube, dass ich manchen Menschen leid tue. We-Make-Money-Not-Art (WMMNA) wird oft als Kunstblog verstanden, aber für mich ist das eher eine persönliche Website. Und diese Mischung aus Kunstberichterstattung und Tagebuchschreiben scheint vielen zu gefallen. Ein anderer Grund könnte sein, dass ich extremes Glück habe und viel reisen kann und begierig bin, meine Entdeckungen mit anderen Lesern zu teilen. Außerdem bin ich sehr ehrlich und schreibe nur über Dinge, die ich auch wirklich mag. Aber ich würde auch keine Ausstellung mit bösen Kommentaren niederschreiben, sondern sie einfach ignorieren. Ich habe früher als Lehrerin gearbeitet (Latein und Altgriechisch), deshalb versuche ich immer Konzepte und Ideen klar, sexy und ansprechend zu erklären. Ich bin ein netter Mensch – ich kann zwar nicht kochen oder stricken, gebe aber mein Bestes, um alle Mails meiner Lesern zu beantworten. Ich zeige auch ein schmeichelhaftes Bild von mir auf der "About"-Seite – das sind alles Details, die den Erfolg vielleicht erklären.

Können Sie von Ihrem Blog leben?

Ja und Nein. Ich könnte gut von der geschalteten Werbung leben, wenn ich bei der anfänglichen Ausrichtung des Blogs geblieben wäre: sehr kurze Beiträge über Gadgets, Roboter und verrückter digitaler Schnickschnack. Heute langweile ich Leser (und ängstliche Werber) mit grauenvollen Biotech-Installationen und sehr langen Interviews. Deshalb ist das Werbeeinkommen nicht so großartig – aber ich werde seitdem öfters zu Vorträgen auf der ganzen Welt eingeladen und schreibe für meine liebsten Papiermagazine. Am Ende des Monats bin ich nicht reich, aber glücklich und mein Bankkonto ist auch zufrieden.

Und was kommt als nächstes? Was wird mit WMMNA in nächsten zehn Jahren passieren?

Olala! Ich habe überhaupt keine Idee! Ich bin völlig unfähig darin, die Zukunft voherzusehen, eine Karriere oder strategische Züge zu planen. Ich habe immer im Jetzt gelebt.

Und was ist Ihr Lieblink? Und haben Sie auch einen Hasslink?

Ich liebe Edgar Gonzalez. Das ist ein spanischer Blog über Architektur und über alles, was Edgar gerade so interessiert. Ich habe seinen Blog regelmäßig verfolgt und mich immer gewundert, wie zur Hölle ein einziger Typ einen so guten Geschmack, ein tolles Auge, einen großartigen Sinn für Humor und intelligente Inhalte haben konnte. Wir haben uns dann in Madrid kennengelernt und es stellte sich heraus, dass Edgar einer der außerordentlichsten und belesensten Menschen ist, die ich je kennengelernt habe. Ich wünsche, wir könnten uns öfters sehen und unsere Standpunkte austauschen. Und: Ich verliere keine Zeit irgendetwas zu hassen!

Zahlen, bitte: Gründungsjahr: März 2004. Gründer/Mitarbeiter: Vor allem ich. Dann mein Freund, Max, der das Design der Seite macht und viel Hintergrundwissen mitbringt. Und ab und zu schreiben Freunde (Sascha und Vincente) eine Geschichte. Klicks: Ich kümmere mich darum seit Ewigkeiten nicht mehr! Vor allem nachdem ich merkte, dass die Klickzahlen sich auf meine Stimmung auswirkten. Trotzdem: Ich weiß, dass es für einen Kunstblog richtig viel ist.

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