Kellys Welt - Sammlerstück

252.334 Originale von Ellsworth Kelly

Die Tagezeitung "Die Welt" enthält heute kein einziges Foto, sondern einen Werkzyklus des amerikanischen Malers Ellsworth Kelly. Das Prestigeprojekt zum Ausstellungsbeginn der Kelly-Schauen in München ist allerdings auch ein echter Umsatzbringer.
Kunst in der Zeitung:Der amerikanische Maler hat die heutige Ausgabe der "We

Titelseite der von Kelly gestalteten "Welt"

Es dürfte nicht oft passieren, dass der Londoner Galerist Jay Jopling als Zeitungsverkäufer auftritt. Doch im letzten Jahr versteigerte er ein von Georg Baselitz signiertes Exemplar der Tagezeitung "Welt" für 10 000 Pfund an Tracey Emin.

Baselitz hatte zum 20. Jahrestag der deutschen Einheit eine komplette Ausgabe gestaltet, ein Jahr später hat nun Kelly, Jahrgang 1923, Meister der Farbflächen-Malerei, einen Werkzyklus aus 33 Bildern zur Redaktion nach Berlin geschickt. Kelly zählt zu den letzten noch lebenden Vertretern der amerikanischen Nachkriegsmoderne, dennoch sind seine abstrakten Formen eine mutige Wahl – Neo Rauch wäre vielen Deutschen wohl eher ein Begriff.

Für den Springer-Verlag ist die Kunstaktion nicht nur ein Prestige-Projekt, sondern auch ein wirtschaftlicher Erfolgt. Am Kiosk war Baselitz die bestverkaufte "Welt" seit Jahren. In fast allen deutschen Groß-Städten war sie gegen Mittag ausverkauft. Aus einem ganz einfachen Grund: viele haben gleich 5 oder zehn Exemplare gekauft, um sie aufzuheben oder zu verschenken. Jan-Eric Peters, Chefredakteur der WELT-Gruppe teilte der Nachrichtenagentur DPA mit, man wolle aus der Aktion eine Tradition machen und plane schon weitere Ausgaben.

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