Gib mir fünf! - Tipps der Woche

Die fünf Tipps der Woche

Jede Woche stellen wir Ihnen Kunst-Höhepunkte vor, die Sie sich nicht entgehen lassen sollten. art-Autorin Johanna Ayecke empfiehlt diese Woche Street-Art, Geister- und Fabelwelten.

Hannover: "Märchenwald. Schattenwelten und Fabelwesen"

Von verschlungenen Ästen und moosbewachsenen Bäumen versteckt, leben Drachen, Hexen und andere Fabelwesen im verwunschenen Wald. Zwerge huschen vorbei, und kleine Feen tanzen um die Baumgipfel. Die Künstler Armin Böhm, Uwe Henneken, Philipp Jaan, Martin Manning und Max Ernst zeichneten, malten und druckten Waldmotive, die von verzauberten und gruseligen Märchenwäldern erzählen. Gezeigt werden die Werke vom 30. August bis 22. November in der Ausstellung "Märchenwald. Schattenwelten und Fabelwesen" im Sprengel-Museum Hannover. Für Kinder wird ein begehbarer Wald installiert, in dem sie Geschichten erfinden und Bilder malen können, aus denen ein großes Märchenbuch entstehen wird.

Berlin: "Die Berliner Istanbul Stipendiaten 1998-2009"

Seit 1998 vergibt die Berliner Senatsverwaltung für Kultur das Istanbul-Stipendium für Berliner Künstler. Zeit für ein Resümee. Zum zweiten Mal werden Arbeiten der 24 Stipendiaten gezeigt, die während der letzten elf Jahre ein halbes Jahr in Istanbul verbracht haben. Die Arbeiten entstanden in der Auseinandersetzung der Künstler mit ihrem Stipendienaufenthalt und der aufstrebenden Kunstmetropole Istanbul. Sie spiegeln die erlebten Prozesse zwischen den Kulturen wider und beleuchten die 20- jährige Städtepartnerschaft von Berlin und Istanbul von einer künstlerischen Seite. Unter den Künstlern sind unter anderem die Performancekünstlerin Nezaket Ekici, die Spanierin Marisa Maza und der chinesische Künstler Yuan Shun. Die Ausstellung "Berlin-Istanbul: Die Berliner Istanbul Stipendiaten 1998-2009" eröffnet am 28. August Kunstraum Kreuzberg/Bethanien. Anschließend legt das weibliche DJ-Kollektiv "Femmes with fatal breaks" auf.

Hamburg: "Janine Eggert / Philipp Ricklefs"

Die Galerie Conradi präsentiert Janine Eggert und Philipp Ricklefs. Die beiden Künstler schlossen erst dieses Jahr ihr Studium an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg ab und arbeiten regelmäßig zusammen. Der musealen Schwellenangst entgegen tretend, fordern die Künstler mit ihren oft überdimensional großen Skulpturen den Betrachter auf, diese zu berühren oder sogar zu begehen. Systematisch wiederholen sie Formen und Strukturen, ohne dabei an Innovation zu verlieren. Beide Künstler bevorzugen Material, das sie strukturell und sachlich auf ihre geometrische Grundform reduzieren können. Aus dem jeweiligen Kontext der Ausstellung und den architektonischen Gegebenheiten der Räume entstehen in einer künstlerischen Auseinandersetzung die Skulpturen und Plastiken von Eggert und Ricklefs. Für die Galerie Conradi entwickelten sie eine gemeinsame Arbeit, die ab dem 27. August bis zum 3. Oktober in den Räumen der Galerie zu sehen sein wird.

Wolfsburg: "Henry Wessel – Photographs"

Henry Wessel gehört zu einem der bedeutendsten Vertreter der Fotografengruppe "New Topographics", die eine neue fotografische Sicht auf die vom Menschen veränderte Natur entwickelt haben. Nüchtern dokumentiert Wessel seit den sechziger Jahren amerikanische Landschaften. In seinen Fotografien spiegelt sich der amerikanische Lebensraum im Wandel der Zivilisation, die er in einer humorvollen Bildsprache in Szene setzt. Die Retrospektive "Henry Wessel – Photographs" mit zumeist analogen Schwarzweiß- und Farbfotografien wird vom 31. August 2009 bis 3. Januar 2010 in der Städtischen Galerie Wolfsburg zu sehen sein.

Hamburg: "Brad Downey – Broken Horizons"

Stehen Verkehrsschilder auf dem Kopf, sind Telefonzellen kurzerhand aus ihren Fugen gerissen oder mit bunten Luftballons gefüllt, dann ist Brad Downey in der Stadt. Der in Kentucky geborene Künstler beraubt Gegenstände ihrer ursprünglichen Bedeutung und weist ihnen durch Verfremdung eine neue individuelle Konnotation zu. Von den Passanten fast unbemerkt, verändert er auf humorvolle Weise gewohnte Alltagsobjekte. Dabei befindet er sich immer auf der Grenze von privaten und öffentlichen Raum. Am 28. August beginnt in Hamburg im Reinkingprojekteraum "Broken Horizons" von Brad Downey. Die Ausstellung öffnet nach vorheriger Vereinbarung und zur Vernissage ab 19 Uhr.